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Obdachlosenunterkunft in der ehemaligen Freibank

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Die ehemalige Freibank am Karl-Theodor-Platz wird die neue Obdachlosenunterkunft der Stadt. Bislang befindet sich diese unweit davon in der Fünferpfanne. (Foto: Augustin)

Traunstein. Die Obdachlosenunterkunft in Traunstein wird verlegt. Wie der Stadtrat in der jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme beschloss, sollen die Obdachlosen künftig in dem kleinen, grünen Haus am Karl-Theodor-Platz, ehemalige Freibank, Unterschlupf bekommen. Bisher waren sie unweit davon in der Fünferpfanne untergebracht.


Nachdem die letzte Mieterin in dem städtischen Gebäude gekündigt hatte, stand das kleine Haus leer. Um es erneut für Wohnen oder Gewerbe zu vermieten, hätte die Stadt vieles sanieren müssen. Für die Nutzung als Obdachlosenunterkunft hingegen hält sich der Renovierungsaufwand nach Angaben der Verwaltung in Grenzen.

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Bedenken mehrerer Anwohner, dass es wie vor 20 Jahren Probleme geben wird, teilt die Stadt nicht: Schon seit längerer Zeit gebe es keine Schwierigkeiten mehr mit den Obdachlosen, so Oberbürgermeister Christian Kegel. Laut Verwaltung pendelt die Zahl derzeit zwischen fünf und neun Menschen. Am derzeitigen Standort gebe es keine Klagen von Nachbarn. Allerdings bezeichnet Kegel die Umstände in der bisherigen Unterkunft als »unzumutbar«. Mit der Verlegung der Obdachlosenunterkunft würden laut Verwaltung auch Spielräume geschaffen für »ein Gesamtkonzept« für die Fünferpfanne, Salinenstraße 23. Darauf ging der Stadtrat in seiner Sitzung allerdings nicht näher ein.

In der Stadt Traunstein gibt es genügend Betreuungsplätze für Kinder bis sechs Jahren. Das ergab eine aktuelle Bedarfsermittlung. Der Stadtrat beschloss daher, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen; die Entwicklung aber weiter zu beobachten.

Laut Verwaltung stellt sich die Situation im kommenden Jahr (2014/2015) wie folgt dar: Von insgesamt 187 Krippenplätzen (für Kinder bis drei Jahre) sind 160 Plätze belegt; die Kindergärten im Stadtgebiet (ohne Kammer) haben 474 Plätze, davon sind 449 belegt. Weitere 50 Betreuungsplätze für Kindergartenkinder gibt es in Kammer, 36 davon sind im kommenden Schuljahr belegt.

Wie die Verwaltung weiter darlegte, werde sich der Bedarf in den nächsten Jahren auch nicht groß ändern, da die Kinderzahlen im Stadtgebiet etwa auf gleichem Niveau bleiben. Was sich hingegen ändern werde, sei die Betreuungsintensität – sowohl in Bezug auf die Öffnungszeiten als auch auf den individuellen Förderbedarf. Allerdings hätten sich alle Träger bereit erklärt, Öffnungszeiten anzupassen, wenn es entsprechenden Betreuungsbedarf gebe.

Sepp Häusler (CSU) äußerte sich kritisch zu dieser gesellschaftlichen Entwicklung, in der Eltern »keine Tag- und Nachtsorgen« hätten und wollten. Dafür ihre Kinder von früh bis spät in einer Einrichtung unterbringen. Oberbürgermeister Kegel entgegnete, die Zeiten hätten sich geändert. Er habe sich vorgenommen, diese Entwicklung nicht zu werten. Aufgabe der Stadt sei es vielmehr, auf solche gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren. ka