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Nußdorfer kümmern sich vorbildlich um ihre Flüchtlinge

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Ein nicht nur entspanntes, sondern sogar ein ausgesprochen positives Verhältnis pflegen die Nußdorfer zu ihren Flüchtlingen am Ort, wie Gabriele Willeke vom Helferkreis bei der Bürgerversammlung berichtet. So schenkte zum Beispiel die örtliche DJK den Flüchtlingen im Rahmen des Cafés International sechs hochwertige Fußbälle (siehe eigenen Kasten). Unser Bild zeigt DJK-Jugendleiter Franz Aigner (links) und Vorstand Markus Putze (im Hintergrund) mit einigen Flüchtlingen und den Kindern von Markus Putze bei der Ballübergabe.

Nußdorf – »Es wird uns hohes Vertrauen, Dankbarkeit und Freude entgegengebracht – diese Erfahrungen machen alles wett, was wir für die Asylbewerber und Flüchtlinge tun«. So bilanzierte Gabriele Willeke vom Helferkreis die Arbeit für die 44 Menschen, die in der Gemeinde Nußdorf in dezentralen Unterkünften leben. Bei der Bürgerversammlung stellte sie die aktuelle Situation vor und berichtete über die Arbeit des Helferkreises.


Rund 25 Gemeindebürger arbeiten im Helferkreis mit und kümmern sich um unterschiedlichste Dinge – von Fahrdiensten zu Ärzten, zum Kindergarten oder Behörden über Begleitung zu Kleiderkammern, bei Einkäufen bis zur Müllentsorgung. Mitarbeiter im Helferkreis reparieren Fahrräder, die den Asylbewerbern bereitgestellt werden, unternehmen Ausflüge, stellen die Region vor und geben teilweise mehrmals wöchentlich Deutschunterricht. Der werde in allen Wohngruppen gerne angenommen.

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Bei den Treffen werde aber nicht nur die deutsche Sprache vermittelt, vielfach werde mit Rat und Tat geholfen und vieles, was den Asylbewerbern am Herzen liegt, besprochen. »Zeit zum Reden« ist etwas, was die Mitarbeiter im Helferkreis mitbringen, und was besonders geschätzt wird. Neben den 44 Asylbewerbern, die überwiegend aus Syrien und Eritrea kommen und in zwei Unterkünften in Sondermoning und in einer Wohnung in Nußdorf leben, begleitet der Helferkreis auch eine syrische Familie mit drei Kindern, die bereits ihre Anerkennung erhalten hat.

»Alles funktioniert sehr gut«, betonte Willeke, ehemalige Schulleiterin, die mit vielen anderen aus dem Helferkreis Deutsch unterrichtet. »Die Basis für das gute Miteinander sind die vielen engagierten Ehrenamtlichen im Helferkreis, die sich unermüdlich einsetzen.« Willeke würdigte vor allem das großartige Wirken von Monika Röder, der Vorsitzenden des Fördervereins Sondermoning und Gallionsfigur des Helferkreises. Mit Energie, Beharrlichkeit und Willenskraft trete sie für die Interessen der Asylbewerber ein und stelle sich allen bürokratischen Notwendigkeiten. »Wenn man Monika vorne rauswirft, geht sie durch die Hintertür wieder hinein – solche Leute braucht man«, lobte Willeke die Helferkreis-Chefin.

»Es läuft aber auch deshalb so gut, weil die Asylbewerber willkommen und akzeptiert sind und sich nicht allein gelassen fühlen«, hob Willeke hervor. Sie zog ein persönliches Resümee: »Es war ein erfülltes Jahr mit vielen positiven Erfahrungen!« Der Helferkreis habe große Unterstützung der Gemeinde erhalten. Willeke würdigte den Katholischen Kindergarten, der die Kinder der syrischen Familie vor etwas mehr als einem Jahr unbürokratisch aufgenommen hat. Mittlerweile ist eines der Kinder bereits eingeschult. Der Helferkreis erfahre viel Anerkennung aus der Bevölkerung und vielfältiges Interesse an der Arbeit für Flüchtlinge. Auch gebe es viele Hilfsangebote: »Bürger bieten ihre Mitarbeit an, zum Beispiel, um kurzfristig einzuspringen, wenn einer der Helfer ausfällt. Dass den asylsuchenden Menschen tolerant, mit Empathie und sehr hilfsbereit begegnet wird, ist ein äußerst positives Zeichen.«

Bürgermeister Hans Gnadl sagte, er sei stolz auf die Bürger und den Helferkreis. »In Nußdorf ist alles friedlich, es läuft völlig unproblematisch und es gibt überhaupt nichts Negatives.« Dies sei das Verdienst des Helferkreises und aller, die aktiv und mit großem Einsatz für die Flüchtlinge und Asylsuchenden eintreten. Die Gemeinde könne dies unmöglich leisten. Gnadl machte auch deutlich, dass die Fürsorge der Gemeinde nicht zu Ende ist, wenn die Asylbewerber ihren Titel und ihre Anerkennung haben. »Die Menschen, die bei uns bleiben wollen, müssen wir unterbringen!« Er appellierte deshalb an die Bürger, »in der Hilfe für die Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen nicht nachzulassen und deren Weg in die Zukunft nach Kräften zu unterstützen und zu begleiten«. pv