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Nußdorf will Konzept für 30-km/h-Beschränkungen

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Foto: dpa, Jens Kalaene/Symbolbild

Nußdorf – Eine 30-km/h-Zone in der Wohnsiedlung Strohmaier-Straße/Am Kapellenberg sowie in Aiging an der Eggartstraße befürwortete der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.


Auch Tempo 30 an der Wanger Straße beim Pfarrkindergarten St. Laurentius und am Dorfplatz vor dem Selberdingerheim stehen die Gemeinderäte positiv gegenüber. Bevor jedoch mit der Beschilderung begonnen wird, soll das gesamte Gemeindegebiet im Zuge einer Verkehrsschau auf notwendige Tempo-30-Zonen bewertet werden.

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Peter Volk beantragte die Geschwindigkeitsbeschränkungen mit dem Hintergrund, dass eine Änderung der Straßenverkehrsordnung eine Ausweisung von 30-km/h-Zonen vor Schulen, Kindergärten oder Seniorenheimen einfacher macht und dies vor allem zu größerer Verkehrssicherheit für Kinder beitrage. Helmut Braml hielt nichts von einem Schilderwald, den Autofahrer nicht wahrnehmen. »Am Anfang vielleicht, aber dann hält sich doch niemand mehr daran«, zeigte sich Braml überzeugt.

Hans Stöger sprach sich in Wohngebieten generell für Tempo 30 aus. Das sieht die Straßenverkehrsordnung jedoch leider noch nicht vor. In Tempo-30-Zonen gelte rechts vor links – dies führe dazu, dass die Autofahrer langsam fahren müssen. Stöger kritisierte in diesem Zusammenhang, dass in Aiging an der Ecke Pfafflwiesn/Traunsteiner Straße eine Beschilderung angebracht wurde. So werde auswärts wieder deutlich schneller als 50 km/h gefahren. Die Rechts-vor-Links-Regelung wäre sinnvoller gewesen.

Feste Regelungen statt eines Schilderwaldes

Thomas Ober schloss sich dem an. »Wir müssen das Beschlossene konsequent durchziehen, und nicht immer wieder mal von der Rechts-vor-Links-Regelung auf Beschilderung mit Gebots- und Verbotszeichen wechseln«. Franz Purzeller sprach sich im Sinne der Übersichtlichkeit gegen einen Schilderwald aus: »Je mehr Schilder aufgebaut werden, umso blinder werden die Verkehrsteilnehmer dafür.«

Max Eder begrüßte den Antrag auf Geschwindigkeitsbeschränkungen und -zonen. Die Argumentation eines Schilderwalds könne er nicht nachvollziehen. Für Toni Wimmer ist es selbstverständlich, dass vor Schulen, Kindergärten oder Seniorenheimen alles gemacht werden sollte, was für mehr Sicherheit sorgt.

Gerhard Mittermaier, der in Sondermoning in einer Siedlung mit einer Tempo-30-Zone wohnt, stellte fest, dass sich Ortsfremde eher an die Beschränkungen hielten – die Anwohner missachteten sie eher. Einstimmig schloss sich der Gemeinderat dem Vorschlag von Bürgermeister Hans Gnadl an, die Straßen im Gemeindegebiet zu überprüfen und festzustellen, wo Geschwindigkeitsbeschränkungen sinnvoll sind oder eindeutige Regelungen durch klare Beschilderung erforderlich ist.

Heftig kritisierte Gnadl die Schließung der Nußdorfer Filiale der VR-Bank Oberbayern Süd-Ost. Vor allem die Begründung, die Schließung werde notwendig, weil die bisherige Filialleiterin, eine junge Nußdorferin, das Unternehmen verlässt, ärgerte das Gemeindeoberhaupt, wie Gnadl in der Sitzung erklärte. »Einen jungen Menschen an die Wand zu nageln und als Schuldige für die Schließung vorzuschieben, ist eine bodenlose Frechheit.«

»Unverschämte Vorgehensweise« kritisiert

Dass mit der Schließung der Filiale früher oder später zu rechnen war und in Nußdorf Gleiches geschieht, wie in den umliegenden Orten Erlstätt, Kammer oder Vachendorf, war zu erwarten. Dies jedoch in einem Brief an alle Kunden einer jungen Nußdorferin aufzulasten, ist »eine unverschämte Vorgehensweise für eine genossenschaftliche Bank«, wie Helmut Braml schimpfte.

»Der Vorstandsvorsitzende der Bank ist einfach zu feige und hat keinen Schneid, die eigentlichen Faktoren zu nennen«, äußerte Toni Wimmer seinen Unmut.

Stattdessen werde auf eine junge Frau eingehämmert, die sich bisher für ihren Arbeitgeber überaus engagiert eingesetzt habe. Franz Purzeller finde es schade, dass von der Bank nicht längerfristig kommuniziert wurde, dass die Schließung der Filiale geplant ist. Wieder gehe im Dorf und in der Gemeinde etwas ausgesprochen Wichtiges verloren, bedauerte er.

Gnadl berichtete, er habe nach Bekanntwerden der Schließung mit dem Vorstandsvorsitzenden Kontakt aufgenommen. Dass sich an der Entscheidung der Bank nichts mehr ändern werde, sei ihm klar gewesen. Er berichtete aber, die Auflösung der Filiale sei vom Vorstandsvorsitzenden unter anderem als Konsequenz dafür begründet worden, dass die VR-Bank bei der Finanzierung des Neubaus der Nußdorfer Grundschule nicht zum Zuge kam. Es sei eben ein deutlich schlechteres Angebot gewesen, das die Bank vorgelegt habe. Dies nun mit der Schließung der Bankfiliale in Verbindung zu bringen, zeuge vom Geschäftsgebaren der Bank, so Gnadl.

Ohne Gegenstimme befürwortet wurde die Erweiterung eines Wohnhauses für Arbeitsräume in Aiging an der Traunsteiner Straße. Das Gremium befreite dabei den Bauherrn von den Festsetzungen des Bebauungsplans in Bezug auf Abweichungen von Baufenster, Dachform und Überschreitung der Grundfläche.

Für den geplanten Lichtgraben wurde die Genehmigung verweigert, aber in Aussicht gestellt. Dazu muss der Bauwerber eine detaillierte Planung vorlegen, aus der Gestaltung und Abgrabung deutlich werden. Zugestimmt hat der Gemeinderat letztlich auch dem Antrag auf Bau einer Gartenhütte in Nußdorf an der Hauptstraße. pv