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Nußdorf - Gemeinderat hadert mit Teuerung des Schulhausbaus

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Nicht gerade Freude herrschte unter den Gemeinderäten bei der letzten Sitzung, bei der es um die Auftragsvergabe einzelner Gewerke zum Neubau der Grundschule ging. Teilweise stiegen die Baukosten um bis zu 70 Prozent im Vergleich zu den ausgepreisten Baukosten. (Foto: Volk)

Nußdorf – Uneinig zeigte sich der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung bei der Vergabe von Gewerken zum Neubau der Grundschule; vor allem, weil einzelne Gewerke deutlich teurer kommen als geschätzt und im Leistungsverzeichnis ausgewiesen. Den Angeboten und damit der Vergabe der Fliesenlegearbeiten und der Fassadenverkleidung wurde mit nur einer Stimme Mehrheit zugestimmt. Die Gemeinderäte äußerten durchwegs ihren Unmut über die exorbitante Kostensteigerung.


Der Auftrag für die Fassadenverkleidung wurde mit 8 : 7 Stimmen an die Firma Holzbau Wörndl, Rosenheim, vergeben zum Preis von 137 115 Euro. Dem Gemeinderat lag nur ein einziges Angebot vor und das, obwohl die öffentliche Ausschreibung schon einmal aufgehoben und neu initiiert wurde.

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Kosten stiegen um rund 70 Prozent

In der zweiten Ausschreibung wurden mehr als 20 Zimmereibetriebe in der Region angeschrieben, von denen mehrere auch ankündigten, ein Angebot abzugeben. Eingegangen ist aber, trotz Zusage einer Fristverlängerung, nur ein Angebot. Die Kosten laut Leistungsverzeichnis waren bei 80 655 Euro gelegen. Damit haben sich die Baukosten allein für dieses Gewerk um 70 Prozent erhöht.

Ähnlich war es auch bei den Fliesenlegearbeiten, die der Gemeinderat ebenfalls mit nur einer Stimme Mehrheit an die Firma Fliesen Götz aus Mühldorf zum Angebotspreis von 62 792 Euro€ vergab. Ausgeschrieben war das Gewerk mit 48 770 Euro.

Ursache der Kostensteigerungen sei die boomende Baukonjunktur, wie Projektleiter Stefan Brüssler erläuterte. Die Firmen seien über mehr als ein Jahr hinaus ausgebucht und beteiligten sich deshalb gar nicht erst an Ausschreibungen. Zudem stiegen die Materialpreise teilweise in ungewöhnlicher Weise, eine Entwicklung, wie er sie in seiner langjährigen Berufstätigkeit noch nie erlebt habe, so Brüssler. Er kündigte an, so weit als möglich noch alternative Ausführungen der Gewerke zu erreichen, um so Kosten zu sparen.

Ausschreibungen aufzuheben und eine erneute Vergaberunde durchzuführen, davon riet Brüssler ab. Es sei keineswegs sicher, dass es günstiger werde.

Fertigstellungstermin nicht gefährden

Zudem sei der Fertigstellungstermin in Gefahr. Die Grundschule würde dann nicht, wie geplant, mit Beginn des Schuljahrs 2018/19 in Betrieb gehen können. Bei nur einer Gegenstimme wurde der Auftrag für die Bodenlegearbeiten zum Preis von 80 798 Euro an die Firma Holschbach aus Morsbach (NRW) vergeben. Ausgepreist war das Gewerk mit 78 539 Euro.

Einstimmig vergab der Gemeinderat den Auftrag für die Metall-Schlosserarbeiten II (Brandschutzelemente) an die Firma GGH Salzmann, Traunstein, zum Angebotspreis von 151 808 Euro und damit gut 6000 Euro günstiger als im Leistungsverzeichnis berechnet. Den Auftrag zur Gestaltung der Freianlagen westlich des Schulhauses mit Pausenhof, Grünanlage und Parkplätzen erhielt die Firma Landschaftspflege Mayer, Chieming, zum Angebotspreis von 121 794 Euro, ebenfalls rund 6000 Euro unter der ausgepreisten Summe. Mit der Erstellung von Trennwänden im Sanitärbereich beauftragte der Gemeinderat die Firma Röhl aus Waldbüttelbrunn zum Angebotspreis von 10 520 Euro.

Das Einvernehmen erteilte der Gemeinderat zum Bau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle auf einem Anwesen westlich der Waldhofstraße. Dazu wurde zwischen der Wasserversorgung Harter Gruppe und dem Bauherrn eine Vereinbarung getroffen: Die Trinkwasserleitung, die unter dem Gebäude verlaufen würde, wird auf Kosten des Bauwerbers verlegt. Unter dieser Voraussetzung hatte der Gemeinderat keine Einwände gegen das Bauvorhaben.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat für den Bau eines Schwimmbeckens im Garten eines Wohnhauses am Windbergweg in Sondermoning aus und erteilte eine isolierte Befreiung zu den Festsetzungen des Bebauungsplans.

Kiesgrube soll verfüllt und bepflanzt werden

Ebenfalls einstimmig sprach sich der Gemeinderat für die Rückführung einer privaten Kiesgrube westlich der Bundesstraße 304 an der Zufahrt zum Kreisbauhof aus. Das Gremium betonte, dass die Zustimmung in Einklang mit dem neuen Teilflächennutzungsplan für Vorrangflächen zum Kiesabbau erfolgt. Der Zeitplan für die Verfüllung und Bepflanzung wurde zur Kenntnis genommen. Ein Abbau dürfe nur zum Eigenbedarf erfolgen; eine Verpachtung ist nicht möglich.

Kämmerer Klaus Kirchner informierte über den Jahresabschluss der gewerblichen Betriebe der Gemeinde. Die Photovoltaikanlage auf dem Rathaus brachte 2016 einen Überschuss von 788 Euro. Beim Wirtshaus Aiging entstand ein Fehlbetrag von 3066 Euro, vor allem wegen Pachtausfällen, weil der Gasthaus- und Beherbergungsbetrieb nicht durchgängig verpachtet war. pv