Nur wenige Schüler starten mit Unterricht in der Schule

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Nur ein kleiner Teil der insgesamt rund 17 000 Schüler im Landkreis Traunstein startet am Montag nach den Osterferien mit Unterricht in der Schule. Für sie gilt eine Testpflicht. Foto: dpa

Erst testen, dann lernen: Für die Teilnahme am Präsenzunterricht ist nach den Osterferien ein Corona-Test verpflichtend – und zwar unabhängig vom jeweiligen Inzidenzwert. Das Traunsteiner Tagblatt hat mit Eltern und der Schulamtsleiterin Monika Tauber-Spring gesprochen. Sie ist für 9000 Schüler im Landkreis Traunstein zuständig. »Das ist eine Mammutaufgabe«, sagt Tauber-Spring.


Damit meint sie vor allem die logistische Herausforderung. Insgesamt wurden diese Woche rund 170 000 Schnelltests über ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks zum Zentrallager des Katastrophenschutzes des Landkreises gebracht. Die Ehrenamtlichen vieler Freiwilliger Feuerwehren hätten diese dann umverpackt und an die Verwaltungen der Gemeinden und Städte im Landkreis verteilt. Von dort werden beziehungsweise wurden sie in der Regel von den Schulen abgeholt.

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»Die Ehrenamtlichen stoßen da mittlerweile an ihre Grenzen«, betont Tauber-Spring. »Das Kommissionieren geht ja nicht in ein paar Stunden. Die sind da einen ganzen Tag oder länger beschäftigt, müssen sich freistellen lassen.« Ihrer Meinung nach muss da für die Zukunft unbedingt eine andere Lösung gefunden werden. »Das kommt ja jetzt in regelmäßigen Abständen immer wieder.«

Getestet wird im Landkreis Traunstein bei einer Inzidenz bis 100 zweimal pro Woche – »in der Regel Montag und Mittwoch«. Doch hier könne eine Schule – »wenn es für den Ablauf mehr Sinn macht« – auch andere Tage festlegen, betont die Schulamtsleiterin.

Nur ein kleiner Teil der insgesamt über 20 000 Schüler im Landkreis Traunstein startet am Montag nach den Osterferien mit Unterricht in der Schule. Denn die Regelungen sind – trotz der nun beschlossenen Testpflicht – weiterhin an die Infektionslage in der jeweiligen Region geknüpft. Voller Präsenzunterricht, das heißt auch ohne Mindestabstand, findet ohnehin nur in den Grundschulen statt, und das auch nur bei weniger als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 gelten auch für Grundschüler die Mindestabstandsregeln, was wie in den anderen Jahrgangsstufen in der Regel zur Aufteilung der Klassen und zu Wechselunterricht führt.

Bei einem Wert von über 100 wie wir ihn im Landkreis Traunstein haben, sind fast alle Schüler im Distanzunterricht. Ausgenommen davon sind die Abschlussklassen aller Schularten, die vor dem Übertritt stehenden vierten Klassen beziehungsweise der Grundschulstufe der Förderzentren sowie die elfte Jahrgangsstufe an Gymnasien und Fachoberschulen. Für sie gibt es Präsenzunterricht mit Mindestabstand oder eben Wechselunterricht. Sie müssen sich nun testen lassen oder im Schulhaus einen Test machen.

In der Regel werde dieser Test in der Schule als Selbsttest gemacht, es sei aber auch möglich, zweimal pro Woche einen negativen PCR-Test vom Testzentrum oder das Ergebnis eines negativen Schnelltests vom Hausarzt oder der Apotheke vorzulegen, sagte Monika Tauber-Spring. Sie steht der Testpflicht grundsätzlich positiv gegenüber, weil sie damit die Hoffnung verknüpft, dass in naher Zukunft wieder ein normaler Unterricht für die Kinder und Jugendlichen möglich wird.

Auf die Frage, ob es Sinn macht, die Kinder erst im Unterricht zu testen – wenn sie vorher alle zusammen im Bus zur Schule fahren – sagt Monika Tauber-Spring: »Es wurden vom Landkreis bereits deutlich mehr Busse eingesetzt. Damit hat sich die Lage hier entzerrt. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind positiv ist, aufgrund der regelmäßigen Tests ja ebenfalls geringer als zuvor ohne Schnelltests.«

Eine weitere Sorge vieler Eltern ist, dass ihre Kinder – im Falle eines positiven Tests in der Schule – gemobbt werden. »Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: In der Regel gehen die Kinder damit sehr entspannt um«, betont die Schulamtsleiterin. Ganz entscheidend sei hier auch, dass die Tests innerhalb der Klassengemeinschaft im vertrauten Umfeld der Schulfamilie vorgenommen würden. »Diese Gemeinschaft kann auch tröstend wirken«, sagt Tauber-Spring.

Doch was passiert eigentlich, wenn jemand positiv getestet wurde? Der oder die Betroffene muss sich »absondern«, wie es im Behördendeutsch von Seiten der Regierung heißt – also zunächst in einem anderen Raum isoliert und, sofern möglich, von den Eltern abgeholt oder nach Hause geschickt werden. Da ein positiver Selbsttest wegen der Fehlerquote nicht zwingend eine Infektion bedeutet, soll im Anschluss ein PCR-Test gemacht werden. Die negativ getesteten Klassenkameraden können im Normalfall vorerst weiter am Unterricht teilnehmen.

Und wie funktionieren die Tests? Aktuell kommen drei verschiedene Tests in den Schulen zum Einsatz. Zentral ist bei allen, dass man sich selbst ein Wattestäbchen etwa zwei Zentimeter tief in die Nase steckt und Sekret abstreicht, das dann mit einer Testlösung analysiert wird. Der Test selbst benötigt etwa fünf Minuten, nach weiteren 15 Minuten Wartezeit kann das Ergebnis abgelesen werden.

KR

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