weather-image

Nur der Bürgermeister war dafür

0.0
0.0

Nußdorf. Der Gemeinderat verweigerte in seiner jüngsten Sitzung die Zustimmung für den Kiesabbau auf einem Grundstück bei Weiderting an der Grenze zur Stadt Traunstein. Das Gremium sprach sich bei einer Gegenstimme dafür aus, dass die Kiesabbauflächen südwestlich von Aiging nicht um weitere rund 3,8 Hektar erweitert werden.


Trotz dieser fast einstimmigen Ablehnung befürchten die Gemeinderäte, dass das Grundstück dennoch ausgebeutet wird und die Zustimmung für den Kiesabbau über den Gemeinderat hinweg von der Regierung von Oberbayern erteilt wird. Grund dafür ist, dass die betreffende Fläche im Regionalplan als Vorrangfläche für den Kiesabbau ausgewiesen ist. »Vorrang hat Vorrang«, erläuterte Birgit Schultheiß vom gemeindlichen Bauamt. Die Gemeinde werde hinnehmen müssen, dass die Zustimmung zum Kiesabbau von nächsthöherer Stelle gegeben wird.

Anzeige

Bürgermeister Hans Gnadl blickte auf die Historie des Grundstückes zurück, das sich östlich der Bundesstraße 304 und südlich der Gemeindestraße von Weiderting nach Wang befindet. Für das Grundstück, das im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche dargestellt ist, wollte der Gemeinderat 2010 einen Bebauungsplan erstellen. Kurz vor dem Satzungsbeschluss stimmte eine knappe Mehrheit des Gemeinderates gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes und für die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen. Damit sollte verhindert werden, dass ein von Traunstein bis Aiging durchgehendes Gewerbegebiet entsteht und weitere große Waldflächen gerodet und zerstört werden. Der Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet wurde gekippt, nicht aber der Flächennutzungs- und Regionalplan, der das Grundstück als Vorrangfläche für die Ausbeutung von Bodenschätzen vorsieht. Gnadl sagte, er stehe zu seiner damaligen Entscheidung, dass auf dem Grundstück ein Gewerbegebiet hätte entstehen können, weshalb er als Einziger für den Kiesabbau stimmte.

Für Hans Stöger ist die damals getroffene Entscheidung gegen ein Gewerbegebiet und gegen einen Bebauungsplan nach wie vor richtig. Ein riesiges Gewerbegebiet von Aiging bis Traunstein galt es zu verhindern, sagte er. Franz Purzeller trat dafür ein, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um weiteren Kiesabbau zu verhindern. »Noch mehr Kiesabbau ist nicht zumutbar und im derzeitigen Stadium mit bestehenden riesigen Flächen zur Kiesausbeute in keiner Weise vertretbar.« Er schlug zudem einen runden Tisch mit den Kiesgrubenbetreibern vor, die kundtun sollen, was sie in den nächsten Jahrzehnten vorhaben. Gerhard Mittermaier glaubt nicht, dass dabei verlässliche Aussagen gemacht werden können. Helmut Braml appellierte, sich gegen jeglichen weiteren Kiesabbau zu wehren und dies auch deutlich im Beschluss des Gemeinderates kundzutun. Mit 14:1 Stimmen lehnte das Ratsgremium den Trockenabbau von Kies auf dem Grundstück südlich der Gemeindestraße von Weiderting nach Wang und westlich der Bundesstraße 304 ab.

Zugestimmt wurde dem Neubau eines landwirtschaftlichen Betriebsleiterwohnhauses mit integrierter Landarbeiterwohnung und Auszubildendenunterkunft in Nußdorf an der Waldhofstraße.

Einstimmig beschlossen wurde, dass die Herbsdorfer Straße in Aiging im Zuge der Verlegung der Wasserleitungen durch den Zweckverband der Wasserversorgung »Harter Gruppe« eine neue Asphaltdecksicht erhält und die Straßenbeleuchtung ergänzt wird. Die Kosten für diese Instandhaltung tragen die Harter Gruppe und die Gemeinde Nußdorf. Die Ausbaubeitragssatzung komme nicht zum Tragen, weshalb die Anlieger auch nicht an den Kosten beteiligt werden.

Das Ratsgremium stimmte ferner dafür, das Änderungsverfahren für den Bebauungsplan »Laimgruber Straße« in Sondermoning einzuleiten. Ein Objekt im Verfahrensgebiet wurde bislang als Schreinerei mit Lager und Ausstellung genutzt. Dies soll sich ändern, unter anderem sollen die bisherigen Gewerbeflächen für eine Wohnnutzung umgestaltet werden. Dieser Umnutzung stimmte der Gemeinderat grundsätzlich zu und brachte die notwendige Änderung des Bebauungsplanes für den Grundstücksbereich auf den Weg. pv.