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»Nun seid ihr dran, etwas daraus zu machen«

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Die besten Abiturienten des Staatlichen Landschulheims Marquartstein sind in diesem Jahr lauter Mädchen: (von links) Vivian Ducke aus Grassau, Julia Feichtlbauer aus Rottau, Johanna Wiedemann aus Übersee, und Luisa Prasch aus Marquartstein. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Die beiden besten Absolventinnen des diesjährigen Abiturjahrgangs am Staatlichen Landschulheim Marquartstein sind Vivian Ducke aus Grassau und Luisa Prasch aus Marquartstein mit dem Traumnotenschnitt von 1,0.


Sehr gut abgeschnitten haben auch Julia Feichtlbauer, Rottau, mit 1,2, Johanna Wiedemann, Übersee, mit 1,3, Antonia Gschwendner, Übersee, Sabine Kirchleitner, Grassau und Can Winter, Bergen, alle 1,4, sowie Rebecca Böhner, Hausham, und Benjamin Hafensteiner, Bergen, beide 1,5.

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Der stellvertretende Schulleiter Martin Bauhofer freute sich, dass heuer alle 79 Abiturienten bestanden haben, während bayernweit immerhin drei Prozent durchgefallen sind. Mit dem Abiturzeugnis in der Tasche hätten die jungen Leute »im Grunde die Freiheit, jeden Beruf zu ergreifen, der ihnen Spaß macht. »Nun seid Ihr dran, etwas daraus zu machen«, sagte Bauhofer. In seinen vielen Jahren als Lehrer habe er oft beobachtet, dass ehemalige Schüler mit einem weniger guten Notenschnitt oft die steilsten Karrieren gemacht hätten – »wenn Ihr jetzt Gas gebt, habt ihr alle Chancen der Welt«.

»Mut, Erfolg und Zufriedenheit für den neuen Lebensabschnitt« wünschte den Scheidenden auch der Leiter des Internats, Gerd Geigenmüller. Das Abitur sei zwar noch »keine Greencard und keine Altersversorgung«, aber die Voraussetzung, dass sich die jungen Leute am Arbeitsmarkt qualifiziert ausbilden lassen können. Geigenmüller verabschiedete 14 Heimschüler, die bis zur Flutkatastrophe im Achenhaus gewohnt hatten. Von den sieben scheidenden jungen Männern aus dem Schöneck zeichnete der Heimleiter Pascal Perret mit der Ehrennadel des LSH in Gold aus, weil der sich jahrelang bei Konzerten, Theater und vielem mehr um die Technik gekümmert hatte.

Die Vorsitzende des Elternbeirats, Birgid Söhngen, gratulierte den Absolventen »mit einem lachenden und einem weinenden Auge«, denn einerseits seien die Eltern froh, dass die Schule vorbei ist, andererseits sei alles »organisiert und geregelt« gewesen. Entscheidend sei künftig, nicht was die Absolventen machten, sondern wie sie es machten. Nach sieben Jahren Arbeit im Elternbeirat bedankte sie sich bei der Schulleitung, besonders Oberstudiendirektor Erwin Appenzeller, Lehrern und Kollegen im Elternbeirat und wünschte, dass die Schulfamilie noch enger zusammenwachse.

Frank Springer, der Vorsitzende des Bundes der Altmarquartsteiner, hieß die von der Schule Scheidenden im Bund willkommen. Er forderte sie auf, sich im Bund als Mitglieder registrieren zu lassen, denn über dieses Netzwerk könnten wertvolle Kontakte aufrechterhalten werden. Auch heuer belohnte der Bund der Altmarquartsteiner die Autoren der besten Facharbeiten mit einem kleinen Geldgeschenk, das Frank Springer und Dr. Klaus Ständer überreichten. Ausge-zeichnet wurden Rebecca Böhner, Elena Eckert, Julia Feichtlbauer und Antonia Gschwendner im Fach Kunsterziehung, Fiona Haslett in Geografie, Janusz Lang im Fach Sozialkunde, Luisa Prasch in Geschichte, Johanna Wiedemann in Chemie und Can Winter im Fach Physik.

Für die scheidenden Schüler skizzierten die Kurssprecherinnen Laura Kilgenstein und Katharina Wolfenstetter die acht Jahre am Gymnasium. Es sei ein »befreiendes Gefühl«, die Schule hinter sich zu haben, aber die Schule sei auch ein »verlässlicher Rahmen« gewesen, den es auch irgendwie beängstigend sei zu verlieren. Im Namen ihrer Mitschüler bedankten sie sich mit Blumen bei den Oberstufenbetreuern Ulrich Jansen und Helmut Liebl sowie bei Lehrerin Sandra Altmann.

Die Übergabe der Zeugnisse durch den stellvertretenden Schulleiter Martin Bauhofer und Kollegstufenbetreuer Uli Jansen wurde bei jedem Abiturienten mit ein paar Takten aus einem passenden Musikstück unterlegt. gi