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Nun ist es so weit: Band eins des Waginger Heimatbuchs ist fertig

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Waging am See – Der erste von drei Bänden des neuen Waginger Heimatbuches wird am morgigen Freitag um 19 Uhr im Hotel Eichenhof vor geladenen Gästen präsentiert. Damit findet eine lange Vorgeschichte ihren vorläufigen Abschluss.


Schon Ende der 1980er Jahre, also noch vor der Entdeckung des bajuwarischen Reihengräberfeldes, war die Idee aufgekommen, dann aber im Zuge der archäologischen Grabungen, der Bemühungen um den alten Pfarrhof sowie der Entstehung des Bajuwarenmuseums wieder in den Hintergrund geraten. Es dauerte dann bis zum Jahr 2013, bis man im Verein für Heimatpflege und Kultur endgültig fand, dass nun die Zeit reif sei für das Waginger Heimatbuch – und von da an wurde unter Führung von Ortsheimatpfleger Franz Patzelt mit Nachdruck daran gearbeitet.

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In rund einem halben Dutzend Treffen wurde der Aufbau des Buches festgelegt, Themen wurden gefunden und vergeben, es wurden alte Bilder gesucht, Artikel aus den Jahresbänden des Heimatpflegevereins wurden aktualisiert – und so ergab sich dann in relativ kurzer Zeit eine solche Fülle an Artikeln, dass das geplante Buch rasch auf 1000, inzwischen sogar auf 1500 Seiten angewachsen ist. So werden nun drei Bände gedruckt; der Erste davon ist seit wenigen Tagen fertig, an den anderen beiden wird noch kräftig gearbeitet – zwar nicht mehr inhaltlich, aber intensiv am Layout.

Wie Franz Patzelt, der Initiator des Buches, informiert, seien es letztlich fast 30 Personen gewesen, die für das Waginger Heimatbuch Artikel über die unterschiedlichsten Themen geschrieben oder beigesteuert haben. Zumeist waren dies Waginger Bürger, Unterstützung kam aber auch aus Laufen von Hans Roth, und auch ein Artikel des zwischenzeitlich verstorbenen Historikers Prof. Heinz Dopsch, der lange Zeit an der Universität in Salzburg gelehrt hatte, fand Eingang in das Buch. Den größten Anteil an der schriftstellerischen Leistung hat Patzelt inne: Von den rund 220 Artikeln hat er allein um die 100 selbst verfasst.

Patzelt mit dem Ergebnis zufrieden

Unter dem Strich – auch wenn wegen des noch nicht ganz fertiggestellten zweiten und dritten Bandes noch einiges an Arbeit bleibt – ist Patzelt mit dem Ergebnis zufrieden. Der erste Band, mit seinem großen Anteil an der Frühgeschichte und den anderen Epochen, werde, so Patzelt, geschichtlich betrachtet der interessanteste sein. Dieser beginne »bei Adam und Eva«, also bei der Landschaftsgeschichte, und endet um 1900, als Waging als Ort beziehungsweise Gemeinde gerade mal um die 900 Einwohner zählte.

Der zweite Band beginnt dann mit alten Protokollen aus der damaligen Waginger Polizeistation und beschreibt im Folgenden die Zeit des ersten und Zweiten Weltkriegs mit all ihren epochalen Veränderungen und dunklen Seiten. Auch die Geschichte der Pfarrei ist darin ein Schwerpunkt. Ein richtiges Lesebuch ist mit dem dritten Band zu erwarten: Da gibt es Geschichte in Form von erlebten Geschichten, vielerlei Themen auch um Personen, an die sich viele noch gut erinnern werden. Aber darauf muss noch etwas gewartet werden. Zusammenfassend sagte der Ortsheimatpfleger, seiner Meinung nach sei der erste Band der informativste, der zweite der spannendste und der dritte der saftigste.

Es war ein intensiver Prozess, bis der endgültige Rahmen des Buches stand; immer wieder kamen noch Kapitel oder Themen dazu, an die ursprünglich nicht gedacht worden war, die dann aber als unverzichtbar erkannt wurden. Alle Beteiligten wurden auch noch als Korrekturleser herangezogen.

Kosten von 63 000 Euro

Zusammen mit Dr. Hans und Dr. Heike Mayer, die im Wesentlichen Lektorat und Textredaktion innehatten, war die große Masse der Artikel einschließlich der 1500 Abbildungen in eine einheitliche Form gebracht worden – eine Arbeit über ein rundes halbes Jahr. Danach wurde nochmals Korrektur gelesen und alles überprüft, viel Arbeit für alle Beteiligten. Nun aber ist Band eins fertig und wird – so hofft nicht zuletzt auch die Gemeinde, die finanziell in Vorleistung gehen musste – auch ordentlich verkauft. Die Summe der gesamten Produktionskosten wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit rund 63 000 Euro für die drei Bände in einer Auflage von je 1000 Stück angegeben, wovon dann die Verkaufserlöse abgehen. Alle Autoren rechnen es sich zur Ehre an, ehrenamtlich ohne Honorar für den Heimatort tätig gewesen zu sein. Die weiteren Bände werden aller Voraussicht nach im Januar und Februar 2016 fertiggestellt.

Ortsheimatpfleger Franz Patzelt, der bereits mehrmals angekündigt hat, nach Abschluss des Buches sein Amt, das er seit 30 Jahren inne hat, abzugeben, wird am Freitag den Hergang des Heimatbuch-Projekts schildern. Auch Bürgermeister Herbert Häusl hält eine Rede und lädt danach die Gäste zum Essen ein – als Belohnung für die viele Arbeit, die sie alle für das Buch geleistet haben. Denn »bei etwa 1500 Seiten wird bewusst, wieviel ehrenamtliche Arbeit in einem solchen Werk steckt«, schreibt Bürgermeister Häusl in seiner Einladung. he