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Nun »blitzt« es richtig in St. Georgen

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Die Blitzer in St. Georgen gehen nach einer längeren Probephase am Freitag in Betrieb.

Traunreut – Nun sind sie »scharf«, die beiden Blitzer in St. Georgen. Nach einigen technischen Problemen und einem verspäteten Start in den Probebetrieb, hat das Innenministerium sein Okay geben: Die erste stationäre Geschwindigkeitsmessanlage auf einer bayerischen Landstraße nimmt am Freitag den Betrieb auf.


»Die Blitzer sollen diesen Unfallschwerpunkt nachhaltig und wirkungsvoll entschärfen«, betont Stefan Sonntag, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Denn die Stelle an der Bundesstraße 304 zwischen Traunstein und Altenmarkt sei nicht zufällig ausgewählt worden. »Wir hatten dort zwischen 2009 und 2013 33 schwere Unfälle mit zwei Toten, fünf Schwerverletzten und 41 Leichtverletzten – und fast alle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit.«

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Erstmals in Bayern nimmt die Polizei mit St. Georgen eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage auf Landstraßen, also außerhalb von Autobahnen, in Betrieb. Mobile Messungen der Polizei hätten gezeigt, dass an dieser Stelle extrem schnell gefahren wird und dass sich erschreckend viele Fahrer nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h halten, so Sonntag.

Die zwei alarmgesicherten Blitzer messen rund um die Uhr in beide Richtungen und werden von der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein betreut. Im Frühjahr 2016 wird die Wirksamkeit der Anlage – ein Blitzer steht in Richtung Altenmarkt, ein Blitzer in Richtung Traunstein – hinsichtlich der Geschwindigkeit der Autofahrer und der Unfallentwicklung untersucht.

»Wir wollen mit moderner Verkehrsmesstechnik die Sicherheit im Straßenverkehr verbessern. Es geht uns darum, Leid, Schmerz und Tod auf Oberbayerns Straßen zu verhindern«, sagt Martin Irrgang, der Leiter des Sachgebietes Verkehr im Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Gegen den Vorwurf der Abzocke wehrt sich der Polizeioberrat entschieden. »Unsere offensive Informationspolitik in den vergangenen Monaten zeigt, dass es uns eben nicht ums Abkassieren von Verkehrsteilnehmern geht. Unser Ziel ist es, dass niemand auf der Straße seine Gesundheit oder sein Leben verliert.«

Aufgestellt wurden die Blitzer in St. Georgen bereits im August vergangenen Jahres. Nachdem der Antrag beim Innenministerium durch war, habe man im Oktober mit dem Testbetrieb begonnen, sagt Bernd Heller vom Sachgebiet Verkehr im Polizeipräsidium Oberbayern Süd. »Diesen haben wir nach zwei Wochen wieder abbrechen müssen, weil ein Messgerät kaputt war.« Es sei ein neues Gerät angeschafft worden und im November und Dezember sei erneut ein Probebetrieb gelaufen. »Mit Erfolg. Deshalb können wir nun richtig starten.« KR