weather-image
27°

»Nummer eins im Kopf der Kunden« sein

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Erfreuliche Fakten über die Entwicklung der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg im vergangenen Jahr lieferten Vorstandsvorsitzender Roger Pawellek, sowie die Vorstandsmitglieder Josef Schallinger und Stefan Nieß (von rechts). So steigerte sich die Bilanzsumme um 8,2 Prozent oder 174 Millionen Euro auf 2,306 Milliarden Euro. (Foto: Kretzmer)

Traunstein – Die »Nummer eins im Kopf der Kunden« will die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg sein. Das betonte Vorstandsvorsitzender Roger Pawellek, seit 1. Januar 2017 an der Spitze des Instituts, bei einer Pressekonferenz zur Geschäftsentwicklung 2016 und im Ausblick auf künftige Strategien.


Zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Josef Schallinger und Stefan Nieß sprach der 46-Jährige von »einem sehr gut aufgestellten Haus mit engagierten Mitarbeitern«, von »einer guten Basis bei Kosten- und Leistungsstruktur«. Er betonte aber auch: »Wir müssen uns weiterentwickeln und zwar schnell. Es gibt noch Entwicklungspotenzial.«

Anzeige

Die Geschäftszahlen 2016 überschrieb der neue Chef mit »erfreulich«. Die Gesamteinlagen erhöhten sich um 9,4 Prozent oder 160 Millionen Euro auf 1,8652 Milliarden Euro. Zu den Sichteinlagen mit einer Zunahme um 18,5 Prozent oder 189 Millionen Euro auf 1,207 Milliarden Euro merkte er an: »Die Hoffnung auf irgendwann höhere Zinsen treibt viele Kunden in den kurzfristigen Bereich.« Entsprechend minderten sich langfristige Spareinlagen um sieben Millionen Euro auf 0,616 Milliarden Euro.

Bei den Gesamtausleihungen ergab sich ein Plus von 4,1 Prozent oder 43 Millionen Euro auf 1,094 Milliarden Euro, vor allem bedingt durch die verstärkte Nachfrage nach Immobilien. Bei den Neuzusagen für Kredite mit einem Umfang von 235 Millionen Euro, was einer Steigerung um 8,6 Prozent oder 19 Millionen Euro entspricht, stand der Wohnungsbau im Vordergrund. Pawellek fuhr fort, die Bilanzsumme sei gegenüber 2015 um 8,2 Prozent oder 174 Millionen Euro auf 2,306 Milliarden Euro geklettert. Das bedeute ein stabiles Wachstum, sei aber noch zu steigern, vor allem durch das Kreditgeschäft.

Mehr Giro- und Geldmarktkonten

Steigerungen wies auch das Wertpapiergeschäft auf mit einem um 8,9 Prozent auf 283 Millionen Euro erhöhten Kurswert. Bei den Umsätzen standen Käufen von 30,2 Millionen Euro Verkäufe von 34,2 Millionen Euro gegenüber. Die Zahl der Depots erreichte letztes Jahr 9818 (2015: 9147). Pawellek sagte voraus: »In Deutschland gewinnen Aktien künftig an Bedeutung. Noch sind wir ja eher ein Volk der Sparer.« Die Zahl der Sparkonten reduzierte sich von 78 121 auf 75 676, während die Zahl der Giro- und Geldmarktkonten von 84 491 auf 86 548 in die Höhe schnellte. Weiter auf dem Vormarsch sind nach Worten des Bankchefs die Abhebungen an Geldausgabeautomaten im Gesamtwert von 457 (2015: 428) Millionen Euro.

Zur Ertragsentwicklung informierte Pawellek über einen um 4,5 Millionen Euro niedrigen Zinsertrag von 44,1 Millionen Euro. Der Zinsaufwand lag bei 5,9 Millionen Euro, zwei Millionen Euro weniger 2015. Damit sank der Zinsüberschuss um 2,4 Millionen Euro auf 38,2 Millionen Euro. Beim Provisionsüberschuss war eine Steigerung um 0,6 Millionen Euro auf 11,8 Millionen Euro zu verzeichnen. Dazu der Vorstandsvorsitzende: »Wir müssen uns täglich am Markt beweisen. Dann geht sicher noch mehr.« Den Bilanzgewinn bezifferte er mit circa einer Million Euro. Das niedrige Zinsniveau werde wohl anhalten, prognostizierte Pawellek. Negativzinsen müssten Kleinsparer »noch nicht befürchten«. Für Einlagen von über einer Million Euro existiere bereits ein »Verwarngeld«.

Beim Verbundgeschäft informierte Pawellek über positive Provisionsergebnisse bei Versicherungen mit insgesamt 3572 (2015: 3254) Neuabschlüssen. Das Bauspargeschäft sei »noch attraktiv« verlaufen, werde aber zunehmend schwieriger durch die Niedrigzinsen. Gerne wesentlich mehr unternehmen würde die Kreissparkasse im Bereich Immobilien: »Aber es gibt nichts, zumindest nichts für Normalverdiener.« 72 (2015: 96) Objekte im Wert von 18 (2015: 17,5) Millionen Euro seien vermittelt worden. Weltweit recht rührig sei die Kreissparkasse, was die Außenhandelsumsätze von 279 (2015: 262) Millionen Euro widerspiegelten.

Online-Angebote werden zunehmend genutzt

Am Herzen lagen dem Vorsitzenden neue Techniken wie das »Multikanal-Banking«. Damit reagiere man auf das veränderte Kundenverhalten. Mittlerweile nutze etwa ein Drittel der Kunden Online-Angebote – »mit stark steigender Tendenz«. Einige Zahlen dazu: 72 855 (Vorjahr: 66 247) Online-Konten, 25 519 (23 821) Online-Banking-Teilnehmer, in der Internetfiliale seit Juli 2016 durchschnittlich 9700 Besucher pro Tag, 5500 (4400) Apps und neue Funktionen wie Kwitt und Fotoüberweisung. Laut Pawellek hat all dies große Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der Sparkassen. Der Kunde habe die Wahl, für welchen Kanal er sich entscheide. Nach wie vor präsent werde das Filialnetz mit derzeit flächendeckend 30 Geschäftsstellen bleiben. Die Serviceöffnungszeiten blieben »auf dem Prüfstand«. Intensiviert werde der Bereich Beratung. Vorstand Stefan Nieß ergänzte, aktuell seien keine Filialschließungen geplant.

Der Vorstandsvorsitzende zeigte sich stolz auf hohe Zufriedenheitswerte von Kunden: Von 1000 Befragten hätten 99 Prozent Finanzkonzeptgespräche als »sehr gut und gut« eingestuft. Mit derzeit 437 Mitarbeitern und 35 Auszubildenden sei man einer der größten Arbeitgeber. Die Körperschafts- und Gewerbesteuer werde bei 4,8 Millionen Euro liegen, der Fremdenverkehrsbeitrag bei rund 92 000 Euro. An etwa 400 Vereine, Verbände und Projekte seien letztes Jahr 334 000 Euro Spenden und Sponsoring geflossen. kd