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Notverbund in Grabenstätt wird aufgelöst

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Das Thema Trinkwasser beschäftigt die Grabenstätter Bürger schon lange. Nun wurde beschlossen, das Wasser aus dem Brunnen Eggerhauser Holz und von der Steinweiher Quelle zu mischen, damit der Nitratgehalt nicht so hoch ist. (Foto: dpa)

Grabenstätt – Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, den seit Februar vergangenen Jahres bestehenden Notverbund zwischen der gemeindlichen Wasserversorgung Marwang und dem Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt aufzuheben. Mit dieser Entscheidung gab das Gremium auch grünes Licht für eine Mischung der beiden Wasser aus der gemeindlichen Wasserversorgung Marwang (Brunnen Eggerhauser Holz) und des Wasserbeschaffungsverbands Grabenstätt (Steinweiher Quelle).


Nachdem nun entsprechende Vorrichtungen zur Mischung installiert waren, deren Betrieb erfolgreich getestet wurde und das Ergebnis der Untersuchung der Trinkwassermischung positiv war, sah der Gemeinderat keine Bedenken mehr, den im letzten Jahr vorsorglich eingerichteten Notverbund wieder zu beenden. Ausschlaggebend für diesen Notverbund und der vorübergehenden Stilllegung des Brunnen Eggerhauser Holz waren die von einigen Marwanger Bürgern vorgebrachten Bedenken, wonach durch das Zusammenwirken verschiedener Parameter im Trinkwasser die Korrosionswahrscheinlichkeit in verzinkten Rohrleitungen erhöht sei. Solche Rohre wurden früher üblicherweise in Hausinstallationen verbaut.

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Der Gemeinderat hatte die vorgebrachten Befürchtungen der Bürger damals ernst genommen und sich am 20. Januar 2014 dafür entschieden, bis auf weiteres ausschließlich Trinkwasser aus der Wasserversorgung des Wasserbeschaffungsverbands Grabenstätt in das gemeindliche Versorgungsnetz einzuspeisen. Seither bezogen die Bürger in Hirschau, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt ihr Wasser aus der Steinweiherquelle, dessen Nitratgehalt im Durchschnitt bei etwa 10 mg/l liegt. Der Nitratwert des aus dem Brunnen »Eggerhauser Holz« gewonnenen Trinkwassers betrage im Mittel etwa 21 mg/l, so Bürgermeister Georg Schützinger. Der Grenzwert liege bei 50 mg/l und die Wasserqualität sei laut Gesundheitsamt absolut unbedenklich, betonte der Rathauschef. Die Korrosionswahrscheinlichkeit von Stahlrohren bleibe allerdings erhöht, solange der Nitratwert mehr als 18,6 mg/l betrage.

»Die Mischung des Brunnenwassers mit nitratärmerem Wasser des Wasserbeschaffungsverbands Grabenstätt stellt nun eine effektive Maßnahme dar, mit der das Problem abgestellt und den Forderungen der besorgten Bürger Rechnung getragen werden kann«, ist Schützinger überzeugt. Die technische Umsetzung zur Mischung sei mit überschaubaren Kosten verbunden. Da das benötigte Trinkwasser künftig etwa zur Hälfte wieder aus dem gemeindlichen Brunnen gefördert werde, reduziere sich damit auch die Zukaufmenge. Im ersten Testbetrieb der Mischung konnte der Nitratwert auf 15,3 mg/l eingestellt werden. Im weiteren Verlauf des Betriebs sei die Mischung noch einmal optimiert worden. Anhand der jüngsten Probennahme am 15. Mai (Hochbehälter Marwang) wurde ein Nitratwert von 13,8 mg/l analysiert. Die zentrale Forderung von einigen Bürgern, nitratärmeres Wasser zu liefern, sei unter dem Anspruch der Wiederinbetriebnahme und Aufrechterhaltung der gemeindlichen Wasserversorgung damit erfüllt worden, so Schützinger. Die Mischung der Wässer erfolge auf unbestimmte Zeit. Selbstverständlich werde man weiterhin regelmäßig in gewohnter Weise Trinkwasseruntersuchungen durchführen, so der Rathauschef. mmü