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Nord-Ost-Umfahrung: Die Kosten sind deutlich höher

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Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer (links) und Oberbürgermeister Manfred Kösterke (rechts) bekamen von Sebald König, Leiter des Staatlichen Bauamts, die ersten Informationsbroschüren zur neuen Nord-Ost-Umfahrung überreicht. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Nach fünfeinhalbjähriger Bauzeit wird die Nord-Ost-Umfahrung morgen für den Verkehr frei gegeben. Das war die gute Nachricht, die Sebald König bei einem Pressegespräch gestern verkündete. Doch der Leiter des Staatlichen Bauamts hatte auch eine schlechte Nachricht parat: Die Kosten sind deutlich gestiegen.


Dies machte Grünen-Politiker Toni Hofreiter, der Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag ist, bereits zuvor öffentlich. »Die Kosten der Ortsumfahrung Traunstein haben sich während der Bauzeit mehr als verdoppelt«, betonte Hofreiter in einer Pressemitteilung. Er sprach von einer Kostenexplosion um 108 Prozent.

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Laut einem Informationsblatt des Staatlichen Bauamts zu Beginn der Arbeiten waren die Kosten für den zweiten Bauabschnitt mit 39,5 Millionen Euro veranschlagt. Nun wird mit 77   Millionen Euro gerechnet. Ob dies die endgültigen Kosten sind, konnte König noch nicht sagen. Denn gerade was den Tunnelbau betrifft, gibt es Ungereimtheiten. »Wir haben sehr strittige Verhandlungen im Tunnelbereich«, bestätigte König, »wir haben andere Vorstellungen als die Firma.« Projektleiter Vitus Danzl ergänzte: Es könne noch ein längerer Prozess werden, bis man abschließende Zahlen habe.

Die deutlichen Mehrkosten begründete König dadurch, dass sich in der 40-jährigen Planungs- und Bauzeit sehr viel geändert habe. »Der Tunneleinsturz, die bautechnischen Besonderheiten wie die Großbrücken oder den Unterbau der Bahnlinie München-Salzburg und die allgemeinen Preissteigerungen«, führte König in diesem Zusammenhang an. Er betonte auch, »dass die Baukosten von den vorgesetzten Behörden geprüft worden sind«. Trotz dieser immensen Kostensteigerung blickte Sebald König voller Vorfreude auf den heutigen Tag. Die neue Umfahrung sei eine Weichenstellung für Traunstein und Surberg, betonte er. Bei der Fertigstellungsfeier, die von den Musikkapellen Traunstein und Surberg-Lauter musikalisch umrahmt wird, heute ab 14 Uhr im Ettendorfer Tunnel wird auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer anwesend sein.

Im Anschluss an den Festakt, zu dem auch die Bürger kommen können, gibt es einen »Tag des offenen Tunnels«. Parkplätze gibt es entlang der Staatsstraße 2105, in den Tunnel kommen Besucher dann über das Nordportal. Fußgänger können auch über das Südportal zur Feier gelangen. Führungen durch das Betriebsgebäude des Tunnels (siehe auch Artikel unten) sind um 16, 17 und 18  Uhr geplant. Die neue Umfahrung ist dann ab dem morgigen Samstag befahrbar. Eine Uhrzeit konnte Danzl noch nicht bekannt gegeben. »Es wird wohl Nachmittag werden,« sagte er. Denn zunächst müssen die Aufräumarbeiten abgeschlossen sein und der Tunnel einem letzten Test unterzogen werden. SB

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