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Noch reichen die Krippenplätze

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Grassau. Noch reichen die Krippenplätze für unter Dreijährige aus, informierte Bürgermeister Rudi Jantke in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung und bezog sich dabei auf die Gesprächsrunde mit den Kindergartenleitungen der drei Grassauer Kindergärten. Allerdings stoße man an die Kapazitätsgrenzen.


Nach den derzeitigen Anmeldungen ist die Kinderkrippe im Kindergarten Sankt Irmingard voll. Es können aber auch alle Kinder berücksichtigt werden. Auch in Rottau gebe es eine Kleinkindbetreuung sowie einige Tagesmütter. »Wir retten uns ins Kindergartenjahr 2014/2015, die Plätze reichen noch aus«, sagte Jantke.

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Der Trend gehe aber zu mehr Betreuungsnachfragen im Kleinkindbereich und so müsse im Januar 2015 erneut diskutiert werden, ob ein Anbau an einen Kindergarten oder ein Neubau erfolgen soll. Möglich wäre es vielleicht auch, nachdem die Zahl der Kindergartenkinder zurückgeht, eine Regelgruppe aufzulösen und stattdessen eine Krippe einzurichten. Die genauen Zahlen lägen im Januar vor und dann werde man sich mit diesem Thema beschäftigen müssen.

Bei der Diskussion, so Jantke, kam ein weiteres Problem zur Sprache. Durch die Erweiterung des Asylbewerberheims auf 150 Asylbewerber sei auch die Zahl der Asylbewerberfamilien und folglich auch der Kinder im Kindergartenalter gestiegen. Viele dieser Kinder seien von der Flucht und den Umständen traumatisiert und benötigten viel Zuwendung und Förderung. Steige die Zahl dieser Kinder in den Kindergartengruppen, sei die Betreuung schwierig.

Das Problem habe man bei einem Treffen mit der Bayerischen Sozialministerin Emilia Müller zur Sprache gebracht, so Jantke, denn für die intensivere Betreuung dieser Kinder werde auch mehr Personal benötigt. Zu wenig Personal dürfe weder zu Lasten der Gemeinde noch zu Lasten der Grassauer Kinder gehen. Und die Gemeinden dürften hier nicht alleine gelassen werden. Engelsberg sei in einer ähnlichen Situation.

Aus Sicht der Schule informierte hierzu Hans Genghammer (FW), dass es ähnliche Probleme gebe, und teilweise Asylbewerberjugendliche ohne geringste Deutschkenntnisse in die siebte Klasse geschickt würden. Zumindest einen Deutschschnellkurs sollten die neuen Schüler erhalten. Er informierte, dass eine ehemalige Lehrerin diese Schüler ehrenamtlich in Deutsch unterrichte.

Die Schulen fielen jedoch nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinden, anders als die Kindergärten, so Jantke. Zudem sei im Kindergarten die Sprache weniger das Problem, denn Kinder aus Syrien und Afghanistan lernten sehr schnell. Vielmehr seien es emotionale und psychologische Probleme der Kinder, die mehr Zuwendung erforderten. Ehrenamtliche Betreuung in den Kindergärten sei schwierig, da auch eine entsprechende Ausbildung notwendig sei.

Grassau habe mit der Vergrößerung des Asylbewerberheims seine Bereitschaft bereits bekundet, nun sei der Staat gefordert, meinte Olaf Gruß (SPD). Doris Noichl (CSU) meinte dazu, sie teile die Meinung von Ministerin Müller nicht, Asylbewerberkinder könnten in den Heimen zusätzlich betreut werden. Dies widerspreche ihrer Meinung von Integration. Daniela Ludwig (CSU) schlug vor, sich mit anderen Gemeinden, die das gleiche Problem haben, zusammenzutun und gemeinsam aktiv zu werden. Die Problematik sei bekannt, so Jantke. Er hoffe, dass ein Schreiben an die Staatsregierung helfe.

Auch fügte Jantke an, dass es in Grassau mit dem Asylbewerberheim keine Probleme gebe und ein sehr gutes Klima herrsche. Dies solle auch so bleiben, denn die Kinder könnten nichts für diese Situation. Gefordert sei hier der Staat. tb

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