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Traunreut – In fünf Jahren läuft in der Stadt Traunreut der Konzessionsvertrag mit den Bayernwerken (ehemals E.ON) aus, über dessen Netz die Stadt seit Jahrzehnten den Strom für das Stadtgebiet bezieht. 2020 muss die Stromversorgung also wieder neu ausgeschrieben werden. Nachdem viele Kommunen in der Regel ein eigenes Stromnetz betreiben, gibt es jetzt auch in Traunreut Überlegungen, ob sich die Stadtwerke Traunreut bei der Ausschreibung 2020 bewerben sollen oder nicht.


Auf Anregung von Bürgermeister Klaus Ritter hatte Dr. Werner Weber vom Kommunalen Prüfungsverband München in einer Stadtratssitzung verschiedene Modelle vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass es sich dabei um ein sehr komplexes Thema handelt.

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Laut Dr. Weber bestehe die Chance bei der Vergabe von Konzessionen, neben der Konzessionsabgabe am Netzbetrieb zu partizipieren. Insbesondere bestehende Netzbetreiber könnten durch die Übernahme weiterer Konzessionen und Teilnetze oft Vorteile generieren. Die Übernahme weiterer Konzessionen sei in der Regel eine sinnvolle strategische Option. Eine weitere Option sei ein Kauf des Netzes vom bisherigen Netzbetreiber, den Bayernwerken. Das erworbene Netz müsste quasi vom bisherigen Vertreiber herausgeschnitten werden, wobei mit nicht unerheblichen Kosten zu rechnen wäre. Durch den Eigenbetrieb des Netzes müsste auch ein eigenes qualifiziertes, kaufmännisches und technisches Personal vorgehalten werden. Dr. Weber warnte jedoch davor, dass durch den Erwerb des Stromnetzes gewisse Unsicherheiten bestünden, zumal hier eine höchstrichterliche Rechtsprechung zur Höhe des zu bezahlenden Netzkaufpreises fehle.

Auch bei der Ermittlung des Ertragswerts eines Versorgungsnetzes seien die Regelungen der Anreizregulierung, insbesondere zu den Erlösobergrenzen, zu berücksichtigen. Auch hier würden eindeutige Regeln zur Aufteilung der Erlösobergrenze fehlen, so Dr. Weber. Sollte sich die Stadt Traunreut zu einer Konzessionsübernahme bzw. einer Netzübernahme entschließen, müssten zunächst die Daten vom Bayernwerk ermittelt und ein Gutachten erstellt werden. Die Kosten für das Gutachten würden sich zwischen 20 000 und 25 000 Euro bewegen.

Das Gremium verständigte sich darauf, das Thema in den Fraktionen zu beraten und die Ergebnisse dann im Herbst dem Werkausschuss beziehungsweise dem Stadtrat vorzulegen. ga