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Nikolo, bum, bum, der Nikolo geht um!

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Der Advent spielt sich für immer mehr Menschen zwischen Back-Marathon und Einkaufs-Wahnsinn ab. Dabei ist jetzt die »stade« Zeit, in der wir uns auf das Fest der Geburt Jesu vorbereiten sollen. Früher haben allerlei Bräuche die Menschen auf den Heiligen Abend hingeführt. Einige davon sind noch lebendig, andere fast vergessen. Brauchtumskenner Siegi Götze aus Marquartstein erinnert in der Adventsserie des Traunsteiner Tagblatts an die vielfältigen Weihnachtsbräuche und ihre Ursprünge. Heute: Nikolauslieder.


Im Bereich der Alpenländischen Volksmusik gibt es einige Lieder, die auf spezielle Anlässe zugeschnitten beziehungsweise im Laufe der Zeit extra für diese entstanden sind. Dazu zählen die sogenannten Nikolauslieder, die von den Kindern – zum Teil auch mit Unterstützung von Eltern und Großeltern – dem heiligen Nikolaus am Vorabend des 6. Dezember bei dessen Besuch in den Wohnstuben vorgesungen worden sind.

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Im folgenden Lied geht es in der ersten Strophe darum, den Nikolaus freundlich zu stimmen. Man will ihm zeigen, dass man speziell für seinen Besuch etwas einstudiert hat. Die zweite Strophe sagt aus, was das Kind für sein Tun so erwartet, bevor sich der Nikolaus wieder verabschiedet, und in der dritten Strophe wird der Nikolaus gebeten, auf seinem Krampus mäßigend einzuwirken. Er solle die ganz Kleinen bitte mit seiner Rute verschonen und seinen Sack nicht aufmachen.

Kein Geringerer als Wastl Fanderl hat das folgende Lied geschrieben, das eine gewisse Berühmtheit erlangte, weil es seine älteste Tochter Monika im Bayerischen Rundfunk sang, was dazu führte, dass sich Volksmusikhörer aller Regionen über lange Jahre hin und speziell am oder um den 5. Dezember dieses Lied in den beliebten Volksmusiksendungen immer wieder wünschten.

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»Heiliger Nikolaus, du braver Mo...«: Das Lied von Wastl Fanderl ist eines der bekanntesten Nikolauslieder in Bayern.

Hier der Text:

Heiliger Nikolaus, du braver Mo, i sing dir a Liadl, so guat wia i ko.

Hast in dein Sackerl drinn Apferl und Kern, vui Nussn und Feign, mei, de mag i gern!

Sag fei dein Kramperl glei, bin no so kloa, er derf mi fei ja net in Sack einitoa.

Dass der Nikolaus in absehbarer Zeit wohl erscheinen würde, sagt ein anderes, auch so um den 5. Dezember herum gern gesungenes Kinderlied aus:

Nikolo, bum, bum, der Nikolo geht um! Drauß'n is so huscherlkalt, der Nikolo, der kimmt scho bald, und kehrt bei uns g'wiß ei', drum müaß' ma recht brav sei'!

Da steckt schon so ein bissl was von vorsichtiger Drohung drin, mit der man auf die Kinder einwirken wollte. Das war ja nicht selten der Fall. Aber ein erfahrener Nikolaus konnte auch damit umgehen und Kindern die Angst nehmen. fb