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Nikolaus Weisser macht vier Jahre weiter

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Vorsitzender Nikolaus Weisser (von links) steht dem Ortsverein bereits seit 25 Jahren vor. Ausgezeichnet wurde auch Ludwig Kracher für 25-jährige Mitgliedschaft. Angela Maria Laab vom Kreisverband nahm die Ehrungen vor. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach – Zum ersten Mal nach vielen Jahren wurde die Ortsversammlung im Gasthof Mühlwinkl nicht am Nachmittag, sondern am frühen Abend abgehalten. Das hat gleich zwei Gründe...


Hierfür gab es gleich zwei Gründe, zum einen feiert der Ortsverband sein 70-jähriges Bestehen und zum anderen bestand die Hoffnung auf mehr Interesse der Mitglieder.

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Die Rechnung ging fast auf. Ein paar mehr Mitglieder gab es. Vorsitzender Nikolaus Weisser berichtete über die Besichtigungsfahrt des Kreisverbands zu den Wohneinrichtungen in Traunreut und der Behindertenwerkstatt. Am Jahrtag der Ortsvereine wie auch beim 125-jährigen Vereinsjubiläum des Trachtenvereins wurde teilgenommen. Derzeit verfügt der Ortsverband über 84 Mitglieder.

Kaum Änderungen brachte die Wahl der Vorstandschaft. Unter Leitung von Bürgermeister Hans Pertl wurde Weisser wiederum für vier Jahre gewählt. Auch Georg Angerer übernahm wieder das Amt des Stellvertreters. Die Kasse wird weiterhin von Antonia Stein geführt. Die Aufgabe des Schriftführers konnte an Wolfgang Pletzenauer neu vergeben werden und in den Beisitz wurden Edeltraud Breit und Irmgard Maurer gewählt.

Gegründet wurde der Ortsverband 1947 von sieben Mitgliedern, darunter Ewald Gremmel, Josef Kolbeck, Gerhard Kruse, Paul Otto, Georg Rösler, Josef Wimmer und Annemarie Ramberg, erinnerte Weisser. Den Vorsitz übernahm Georg Rösler. Gegründet wurde der Verein aus der Notwendigkeit heraus, den Kriegsopfern oder deren Angehörigen zu ihrem Recht zu verhelfen. Weisser hob die Leistung von Gerhard Kruse hervor, der es sich, ohne selbst Vorstandsmitglied gewesen zu sein und selbst Schwerbeschädigter war, zur Aufgabe machte, Mitgliedern zu ihrem Recht zu verhelfen. Unterstützung fand er beim damaligen Bürgermeister Perl. Monatelang sei Kruse, mehrmals wöchentlich nach München gefahren. Seiner Hartnäckigkeit sei es zu verdanken, dass Ende 1948 bereits 95 Prozent der Antragsteller im Besitz ihrer Rente nach dem damaligen Leistungsgesetz waren. »Ein einsames Beispiel selbstlosen Einsatzes für andere, über das heute wohl kaum mehr nachgedacht wird«, so Weisser wörtlich.

Heute sei der VdK ein Sozialverband. Der Ortsverband betreut seine Mitglieder wie auch in Not geratene und Leistungsschwache Bürger und organisiert Veranstaltungen. Die Hauptaufgabe bestehe darin einzelnen in Rentenbelangen zu beraten und soziales Recht zu wahren. Seit 1992 stehe er, Weisser, dem Ortsverband vor. Man müsse die soziale Spaltung stoppen, denn trotz guter Wirtschaftslage wachse die soziale Kluft immer weiter. Über 16 Millionen Deutsche seien von Armut betroffen. Eine alarmierende Zahl, die mit der Sozialpolitik zusammenhänge, betonte Weisser.

Wirken im Verborgenen gewürdigt

»Euer Wirken im Verborgenen muss besser herauskommen«, sagte Bürgermeister Hans Pertl. »Ihr seid immer da, bei allen kirchlichen und weltlichen Festen«. 70 Jahre seien eine gewaltige Leistung und der Verein wurde aus der Not heraus geboren. Das Bild des VdK habe sich ein wenig geändert, aber immer noch steht der Verein für Behinderte, sozial Schwache und für die Rentner ein.

Gratuliert wurde auch von Angela Maria Laab, Frauenbeauftragte im Kreisverband. Die Sorgen und sozialen Nöte werden immer größer und damit wachse auch die Geschäftsstelle. Fast 12 000 Mitglieder zähle der Kreisverband. Nicht nur 4751 Beratungen wurden in der Kreisgeschäftsstelle geführt, es wurden auch 1388 Anträge und 343 Widersprüche gestellt und 88 Klagen geführt. Sie ermutigte alle ihre Rentenbescheide überprüfen zu lassen. Auch erinnerte sie an die ausgebildeten Pflegebegleiter, die jeder, der Hilfe benötige, in Anspruch nehmen könne.

Schließlich berichtete sie noch, dass Nikolaus Weisser für seinen 25-jährigen Einsatz als Vorsitzender vom VdK Deutschland mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurde, eine sehr hohe Ehre.

Aber auch im Ortsverband gab es einige Ehrungen. So konnten für zehn Jahre Franz Heigenhauser, Veronika Heigenhauser, Bernd Koller, Rosemarie Gaa, Sonja Steegemann und Irmgard Maurer ausgezeichnet werden. Ludwig Kracher wurde sogar für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Auch Nikolaus Weisser wurde für seine 25-jährige Amtszeit als Vorsitzender geehrt. Unter seiner Führung wuchs der Verein von 58 in 1996 auf 84 Mitglieder in diesem Jahr an.

Im Ausblick verwies Weisser auf den Jahrtag der Vereine am 23. April mit anschließendem Konzert der Schlechinger Blaskapelle. Auch dankte er der Krieger- und Soldatenkameradschaft für die gute Zusammenarbeit. So werde auch dieses Jahr die Adventsfeier gemeinsam durchgeführt.

Überrascht zeigte sich Bernd Koller über den Hinweis von Laab, dass Mitglieder, die ihren finanziellen Beitrag nicht mehr leisten können, ausgeschlossen werden. Dies schreibe, so Laab, der Landesverband vor und sie bedauert dies, da viele auch emotional an ihrer Mitgliedschaft hängen. Im Ortsverband könne man aber auf diese schwierigen Fälle reagieren und diese unterstützen, so Laab. Auch Georg Angerer zeigte sich enttäuscht, dies sei nicht sozial, wenn jemand gerade dann ausgeschlossen werde, wenn der VdK am meisten benötigt werde. Laab informierte, dass es aber auch den anderen Fall gebe und bei einer Unterbringung im Seniorenheim als erstes die Mitgliedschaft gekündigt werde. tb