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Nicht mehr nur Verspottung, sondern auch Bewunderung

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Die Kinder sangen zu Beginn des Gottesdiensts ein Begrüßungslied.

Siegsdorf – Mit einem feierlichen Begrüßungsakt, einem Wortgottesdienst und einem sehr gut besuchten Tag der offenen Tür ist die neue Kindertagesstätte St. Marien in Siegsdorf nun auch ganz offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden.


Bereits seit Anfang September besuchen 125 Kindergartenkinder und 26 Schulkinder in der Hortgruppe die neue, bestens ausgestattete und funktionelle Kita, die in enger Zusammenarbeit von Ordinariat, Pfarrei, Gemeinde und Personal entstanden ist.

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Die Geschwister Hundmayer aus Siegsdorf begrüßten die Gäste zur offiziellen Einweihungsfeier mit Ziach und Harfe. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Irmgard Bier freute sich über das große Interesse und zeigte sich erleichtert, dass trotz anfänglicher Verspottungen aus der Bevölkerung über die »Wagenburg« oder »Festung« nun sogar Bewunderung über die neue, auch optisch ansprechende Kita zu vernehmen sei.

Bürgermeister Thomas Kamm ging in seiner kurzen Ansprache besonders auf die komplizierten und zeitaufwändigen Vorgespräche und Planungen seit dem Jahr 2011 ein. Die Interessen der Gemeinde, die neben ihrem gesetzlichen Auftrag zur Bereitstellung der Betreuungsplätze auch das an den alten Kindergarten angrenzende Grundstück mit einbrachte, des Ordinariats beziehungsweise der Pfarrei als Träger der Einrichtung und als Bauherr sowie eine mögliche staatliche Förderung galt es unter einen Hut zu bringen.

Der Neubau kostet 4,83 Millionen Euro

Für den nun entstandenen Neubau sowie die noch anstehenden Außenarbeiten nach dem endgültigen Abriss des alten Gebäudes müssen insgesamt 4,83 Millionen Euro aufgebracht werden. Neben der planerischen und bauaufsichtlichen Arbeit stellt das Ordinariat dazu 1,6 Millionen Euro zur Verfügung, eine Million Euro kommt als Förderung vom Bayerischen Bildungsministerium und die Gemeinde leistet mit 2,25 Millionen Euro ihren Beitrag für eine zeitgerechte Kita zum Wohl der Kinder und Familien.

Der Bürgermeister dankte abschließend allen Projektbeteiligten von der Kirchenverwaltung über Gemeinderat und Planern, bis hin zu den Handwerkern, der Nachbarschaft und dem Personal. Stellvertretend für alle stellte Kamm dabei besonders die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Irmgard Bier als »Organisatorin und Brückenbauerin« sowie Günther Abel als verantwortlichen Bauleiter des Architekturbüros Lechner heraus. Mit Brot und Salz bedankte er sich zudem bei der Tagesstättenleiterin Alexandra Mörtl für die konstruktive Zusammenarbeit und Planungsunterstützung.

Architekt Wolfgang Lechner ging in seiner Ansprache vor allem auf die planerischen Grundzüge und Vorgaben einer nicht alltäglichen Bauaufgabe mit hohen Anforderungen aufgrund der engen räumlichen Gegebenheiten und des Schallschutzes in Bezug auf die nahen, stark frequentierten Verkehrswege ein. Herausgekommen sei nun dabei eine funktionelle und auch optisch gelungene »Zweiseitigkeit« zwischen Straße und dem noch zu gestaltenden Gartengelände.

»Hölzerne Schutzburg« – aber nur auf einer Seite

Im Norden zu Bundesstraße und Autobahn hin erscheint das Gebäude als »hölzerne Schutzburg« mit natürlicher Lärchenholzfassade, im Süden ist das zweigeschoßige Gebäude zum künftigen Freigelände hin als offene und aufgeglaste Pfosten-Riegel-Fassade gestaltet. In den Innenräumen wurde bewusst auf farbliche Zurückhaltung gesetzt, um der Kreativität der Kinder und des Personals keine Grenzen zu setzen.

Der Kinderchor leitete über zum Wortgottesdienst, den Pfarrer Thomas von Rechberg ebenfalls nutzte, um allen Beteiligten ein herzlichen Vergelt's Gott zu sagen. Er segnete außerdem die neuen Räume.

Viele Hundert Familien, Verwandte und Freunde der Kindergartenkinder fanden sich im Laufe des Nachmittags ein, zeigten sich angetan von der offenen Freundlichkeit und guten Ausstattung der neuen Kita und nutzten die Anwesenheit des Personals, um Fragen rund um die Kinderbetreuung zu stellen. Elternbeirat, Pfarrgemeinderat und viele weitere Helfer sorgten mit Getränken, Kuchen und Kaffee für die Verpflegung. FK

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