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»Nicht aufhören, sondern fleißig weiterarbeiten«

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Die junge Chiemseer Bühne Grabenstätt verzückte mit einer Szene aus der Komödie »Erde« bei der Eröffnung der Chiemgauer Kulturtage im k1 in Traunreut. Die Komödie wird am Samstag und Sonntag, 27. und 28. Juni, auf der Theaterbühne des Jugendzeltplatzes Chiemsee aufgeführt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher bei den zweiten Chiemgauer Kulturtagen bis zum Sonntag, 28. Juni, erwartet, hat es bei der offiziellen Eröffnung des Festivals im k1 in Traunreut gegeben. Bei der rund zweistündigen Eröffnungsfeier mit rund 200 Gästen waren im wahrsten Sinne »Appetit-Häppchen« im Angebot: Neben szenischen Auszügen aus den einzelnen Projekten wurden unter dem Motto »Akzeptanz geht durch den Magen« kulinarische Köstlichkeiten aus verschiedensten Kulturen gereicht. Die vom »Kulinarium«-Team zubereiteten Gaumenfreuden stammten aus dem Kochbuch der Jugendsiedlung Traunreut.


Bereits im Foyer des k1 wurden die Gäste und Projektvertreter mit Blasmusik der »Gelbhemden« der Blaskapelle Traunwalchen empfangen, und im Saal sorgten das bekannte Ziach-Duo Wührer und Geisreiter für einen kulturellen Vorgeschmack. Die Moderation des Abends lag in den Händen von Anton Bernauer vom Landratsamt Traunstein, der das Festival zusammen mit Christian Hußmann und Ulli Himstedt organisiert.

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Dem inklusiven Gedanken, der bei diesem Festival eine wesentliche Rolle spielt, wurde bei der Eröffnung ebenfalls Rechnung getragen. Die Gebärdensprachen-Dolmetscherin Susanne Greindl übersetzte das gesamte Programm: von den Reden und Interviews über die Auftritte des Jugendstreichorchesters »Kapella Cantabile« und der jungen Tänzerinnen des SV Seeon bis hin zu den »Wort:Bildern« von Josef Wittmann und der Szene einer bayerischen Komödie der jungen Grabenstätter Bühne.

Engagiert bei der Sache waren auch die »Rasenden Reporter«, die das Festival begleiten und sich bei dieser Gelegenheit die Ehrengäste für ein Interview schnappten, Fotos schossen und Videoaufnahmen machten. Die Nachwuchsreporter werden während des zehntägigen Festivals unterwegs sein, um über die einzelnen Projekte auf verschiedenen Medienkanälen zu berichten. Veranstalter der Chiemgauer Kulturtage, die aus den Oberbayerischen Kultur- und Jugendtagen 2013 hervorgegangen sind, sind wieder der Landkreis und der Kreisjugendring Traunstein.

57 Veranstaltungen in 14 verschiedenen Spielorten stehen bis Sonntag, 28. Juni, auf dem Programm. Es wird unter anderem Konzerte aller Musikrichtungen geben, Vorträge, Kunstprojekte, Theater und Workshops. »Nicht im Abseits, sondern mittendrin!« lautet beispielsweise der Titel einer Sport- und Kulturveranstaltung mit Gehörlosen am heutigen Samstag in Traunwalchen. Um 15 Uhr wird auf dem dortigen Sportplatz ein Fußballspiel zwischen der Hörenden-Mannschaft des TSV Traunwalchen-Matzing und der Gehörlosen-Mannschaft des GSV München angepfiffen. Auch das Abendprogramm in der Carl-Orff-Schule hat mit einer Gehörlosen-Theatergruppe und der Band »Gaudi Harmonie« einiges zu bieten.

Wie Anton Bernauer herausstellte, seien 50 Prozent aller Projekte Jugendprojekte. Darauf sei man besonders stolz: Denn: »Die Jugendlichen sind die Kulturschaffenden der Zukunft.« Der Schwerpunkt des Festivals liege in der Vernetzung. Ziel sei es, mit gemeinsamen und neuen Projekten Nachhaltigkeit zu erzielen, so Bernauer.

Als Vertreterin der Stadt Traunreut, wertete die Dritte Bürgermeisterin Gerti Winkels das Festival als ein wichtiges Instrument, um Brücken zu bauen und die Menschen in der ganzen Region zusammen zu führen. Zum inklusiven Gedanken stellte sie heraus, dass die Stadt Traunreut mit diesem Thema schon seit vielen Jahren vertraut sei. »Wir sind stolz sagen zu dürfen: Bei uns sind immer Kulturtage.«

Auch Landrat Siegfried Walch stellte in seinem Grußwort den inklusiven Gedanken ganz vorne an. Bei den Kulturtagen könne man erleben, dass die Beiträge der Menschen mit Beeinträchtigungen eine ganz besondere Bereicherung seien. Ein großes Lob zollte er allen Projektteilnehmern. Dass sich wieder über 1000 Akteure gestaltend in dieses »Leuchtturmprojekt der kulturellen Vielfalt im Landkreis Traunstein« einbringen, darauf sei er unglaublich stolz. »Wie ärmer wäre die Region, ohne das großartige ehrenamtliche Engagement der Vereine.« Er wünsche sich für das Festival, dass die Besucher glücklich und beeindruckt nach Hause gehen und wieder kommen.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel stellte fest, dass es die Kulturtage wert seien, über zehn Tage unentwegt besucht zu werden. Dass die Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage als Initialzündung eine Fortsetzung gefunden haben, sei von besonderer Bedeutung, sagte der Vertreter des Bezirks Oberbayern, Ernst Brinkmann. »Nicht aufhören, sondern fleißig weiterarbeiten«, gab er den Chiemgauern mit auf dem Weg. ga