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Neupriester Simon Tyrolt in Grassau festlich empfangen

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Großer Bahnhof für den Primizianten vor dem Grassauer Rathaus: Die Blasmusik spielte, die Kindergartenkinder sangen und Pfarrer Andreas Horn wie auch Bürgermeister Rudi Jankte hießen den Neupriester willkommen. (Fotos: Eder)
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Simon Tyrolt (links) freute sich über die Stola, die ihm Pfarrer Andreas Horn als äußeres Zeichen der Priesterwürde überreichte.

Grassau. Einen überaus herzlichen Empfang bereiteten die Grassauer ihrem Primizianten Simon Tyrolt am Samstag vor dem Rathaus. Erst am Vormittag wurde der 30-Jährige im Freisinger Dom von Kardinal Reinhard Marx zum Priester geweiht. Seit mehr als 50 Jahren konnte in Grassau keine Primiz gefeiert werden. Nun endlich war es wieder einmal soweit und ein Grassauer, der vor vielen Jahren als Ministrant in der Pfarrkirche den liturgischen Dienst kennenlernen konnte, steht als Neupriester am Altar.


Eine große Delegation aus Grassau war bereits bei der Priesterweihe im Freisinger Dom dabei. Am Abend wurde Tyrolt vor dem festlich geschmückten Rathaus von den Fahnenabordnungen der Vereine und von der Blaskapelle erwartet. Simon Tyrolt zeigte sich bewegt von dem großen Empfangskomitee, das trotz des schlechten Wetters vor dem Rathaus wartete.

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»Die gesamte Gemeinde, der Marktgemeinderat und die ehemaligen Kollegen im Grassauer Rathaus gratulieren dem Primizianten«, sagte Bürgermeister Rudi Jantke. Simon Tyrolt habe mit seiner Ausbildung im Grassauer Rathaus einen guten Grundstock erhalten, um in seiner künftigen Pfarrei Verwaltungsarbeiten erledigen und eine leitende Funktion übernehmen zu können, so Jantke. »Wir sind stolz, hierfür einen kleinen Beitrag geleistet zu haben«.

»Das ist, was man einen großen Bahnhof nennt«, meinte Pfarrer Andreas Horn im Hinblick auf die vielen Menschen vor dem Rathaus. Eine Priesterweihe sei immer ein schönes Fest – für Grassau sei es ein noch schöneres Fest, weil »einer von uns dabei ist«. Auch erinnerte Horn an die Predigt des Kardinals, der drei wichtige Eigenschaften hervorgehoben hatte; zum einen die Treue, die Christustreue und damit den Mut zu dem zu stehen, was man sagt, zum anderen immer wieder aufzubrechen, persönlich aufzubrechen und auch altes aufzubrechen und schließlich »zum Segen zu werden« und Segen zu spenden. Dies alles drücke auch die Stola aus, so Pfarrer Horn. Als Geschenk der Gemeinde überreichte Pfarrer Horn dem Primizianten eine Stola. An den Bürgermeister gewandt, meinte Horn, sollte die Gemeinde einmal wieder einen für die Kirche haben, dürfe sie diesen herüberschicken«.

Zum letzten Mal sei er, Simon Tyrolt, am 30. Juni 2006, also vor sieben Jahren, aus der Rathaustür gegangen und habe sich aufgemacht, um herauszufinden, ob der Dienst als Priester sein Weg sein könne. Während des Studiums habe er gemerkt, wie viel Freude ihm der Beruf und seine Berufung zu leben mache. Als Neupriester sei er nun nach Grassau gekommen und habe damit ein Etappenziel erreicht. Sein priesterliches Wirken habe er vor einem Jahr als Diakon begonnen. Er habe Jesus Christus als jemanden erkannt, der ihn durch Tiefen und Höhen begleitet. Menschen, die ihm begegnen, wolle er die Treue Jesus nahe bringen.

Unter den Klängen der Blasmusik und mit den Liedern der Kindergartenkinder, die ihm musikalisch Glück wünschten, wurde vor dem Rathaus gefeiert. Anschließend formierte sich ein kleiner Kirchenzug mit Blasmusik, Ministranten, Fahnenabordnungen, historischer Trachtengruppe und vielen Gläubigen. Durch das festlich gestaltete Kirchenportal konnte Tyrolt in das mit vielen Gestecken, Blumen und Kerzen ausgeschmückte Gotteshaus einziehen. Der Chor Charisma gestaltete die Messe. Ein Höhepunkt der Feier war die Segnung des ausgebreiteten Messgewandes. Die Primiz folgt am kommenden Sonntag, 7. Juli um 9.30 Uhr im Grassauer Kurpark. Erwartet werden hierzu einige Tausend Besucher. Die Primizpredigt wird Monsignore Bernhard Schömann, ehemaliger Stiftspropst von Landshut, halten. Im Anschluss an die Festmesse ist ein Festzug zum Hefterstadel geplant. Dort findet ein Stehempfang statt. Zur Vorbereitung auf das große Fest sind am 2., am 3., und am 5. Juli Triduumsgottesdienste, jeweils um 19 Uhr in der Pfarrkirche. tb