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Neun Gesellen der Metzger-Innung freigesprochen

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Sie sind die Prüfungsbesten der Metzger-Innung: Fachverkäuferin Christiane Lorenz und Metzgergeselle Lukas Zeif. Innungs-Obermeister Rudolf Riedler (links) und Kreishandwerksmeister Peter Eicher (rechts) gratulierten. (Foto. Wittenzellner)

Traunstein – Vier Metzger, zwei Fachverkäuferinnen und aus der Frühjahrsprüfung drei weitere Metzger wurden bei der Metzger-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land im Gasthaus Schnitzlbaumer von den Verpflichtungen der Lehrverträge freigesprochen.


Obermeister Rudolf Riedler würdigte das Engagement der Gesellen: »Großes Lob und Anerkennung für eure Leistung.« Der Kanzlerinnen-Spruch »Wir schaffen das« sei auch für die Auszubildenden gültig, sie hätten ihr Ziel erreicht. Um den Verbraucherwünschen nachzukommen, brauche es qualifizierten Nachwuchs. »Ständige Weiterbildung wird nicht ausbleiben.« Innung und Landkreis gingen Hand in Hand mit dem Ziel, gerade auch im Bereich des Handwerks die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten zu erhalten. Er würdigte Eltern, Ausbilder und Berufsschulen sowie das Prüfungsteam für ihr Engagement um die jungen Gesellen.

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Einstehen für Qualität beim »Metzger unseres Vertrauens«

Stadtrat Dr. Christian Hümmer überbrachte die Glückwünsche des Traunsteiner Oberbürgermeisters Christian Kegel und betonte: »Ihr Handwerk hat Zukunft.« Die jungen Menschen hätten einen Beruf mit Perspektiven, aber auch mit Verantwortung gewählt. »Sie stehen für die Qualität ein, die wir beim 'Metzger unseres Vertrauens' bekommen.« Er gehe gerne bei den heimischen Metzgereibetrieben einkaufen. Für ihr Berufsleben hätten sie ein gutes Fundament gelegt.

Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber, Glückwünsche von Landrat Siegfried Walch überbringend, sagte: »Liebe geht durch den Magen.« Genussgewohnheiten seien einem ständigen Wandel unterlegen. Dies sei eine Herausforderung für das heimische Lebensmittelhandwerk, um differenzierte Verbraucherwünsche erfüllen zu können.

Anton Reichthalhammer von der Berufsschule Traunreut verglich das Berufsleben mit einer Zugfahrt. Es sei wichtig, sich neue Ziele zu stecken. Er ermutigte die jungen Gesellen, sich aktiv in Politik und Gesellschaft einzubringen. Berufsschullehrer Friedrich Adler fragte: »Wollen wir Fleisch- und Wurstwaren auch im Internet bestellen?« Für ihn sei es eine Tradition, zum Metzger des Vertrauens zum Einkaufen zu gehen. Er hoffe, dass die handwerkliche Tradition auf der Zunge liege und erhalten bleibe. »Und nicht irgendwann schwer im Magen liegt.«

Prüfungsvorsitzender Peter Eicher jun. betonte, die Betriebe seien auf beruflichen Nachwuchs angewiesen. Dieser sollten nicht aufhören, sich permanent weiterzubilden. Als Nachweis ihrer Leistung erhielten sie nun den Gesellenbrief. Gleichzeitig stellte er die hohe Qualität in Ausbildung und Prüfung heraus. Kreishandwerksmeister Peter Eicher sagte, das »Qualitätssiegel Gesellenbrief« eröffne viele Möglichkeiten. »Sie sind jetzt eine begehrte Fachkraft und werden in unseren Betrieben dringend gebraucht.« Er freute sich über einen Anstieg der Lehrlingszahlen in Oberbayern um 15 Prozent im Fleischer- und Metzgereihandwerk. Er hoffe, dass in Traunstein an der Berufsschule bald wieder eine eigene Metzgerklasse zusammen komme.

Der gelernte Metzgermeister, der 1961 seine Lehrzeit begann, lobte Meister, Lehrer und ältere Gesellen, die Fachwissen an die jungen Handwerker vermittelt hätten. Auch Eltern hätten zum erfolgreichen Abschneiden beigetragen. Im Nachgang nahm er die Freisprechung gemäß einer Jahrhunderte alten Tradition vor und hob die Freizusprechenden in den Gesellenstand.

Riedler: »Die Leistungen waren sehr gut«

Im Anschluss gab es die begehrten Gesellenbriefe als Grundlage für die Weiterbildung – steht doch auch der Meisterbrief als eine mögliche Option an. »Die Leistungen waren sehr gut«, betonte Obermeister Riedler. Prüfungsbeste bei den Fachverkäuferinnen ist Christine Lorenz vom Ausbildungsbetrieb Edeka Mayer in Reit im Winkl mit einem Schnitt von 2,0. Die Berufsschule schloss sie mit einem Notendurchschnitt von 1,0 und dem Erhalt eines Staatspreises ab. Bei den Metzgern zeigte Lukas Zeif vom Ausbildungsbetrieb Riedler in Petting ausgezeichnete Leistungen und wurde als Prüfungsbester geehrt. Bei ihm standen 1,5 zu Buche und auch in der Berufsschule erhielt er einen Staatspreis.

Dass das Metzger-Handwerk auch regional auf eine lange Tradition zurückblicken kann, wurde auch durch das Aufstellen des aus dem 17. Jahrhunderts stammenden Zunftkreuzes der ehemaligen Metzgerinnung Laufen deutlich. Für Musik sorgte das Harfen-Duo Ehrenlechner-Reiter. awi

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