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Neukirchner Schwimmbad vorzeitig geschlossen

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Dieser Schwallwasserbehälter lief wie eine Badewanne mit offenem Stöpsel aus. Grund dafür: Die schwarzen Roststellen rechts und links unten in der Mitte der Längsseiten. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Draußen ist herrlichstes Badewetter, doch das Neukirchner Freibad ist »aufgrund technischer Probleme« seit Mittwoch für den Rest der diesjährigen Badesaison geschlossen, wie der Markt Teisendorf nun bekannt gab. Die Marktgemeinde ist nun in Zugzwang. Schon länger war bekannt, dass der Schwallwasserbehälter, der wie die gesamte Technik aus den 1970er Jahren stammt, starke Roststellen hat. Diese sind nun durchgebrochen. »So wie es jetzt ist, kann man das Bad nicht betreiben«, bestätigt Bademeister Michael Lindner.


Wie Stefan Schillinger, zuständiger Sachbearbeiter im Bauamt der Gemeinde, auf Anfrage mitteilte, ist der defekte Schwallwasserbehälter Teil der Wasseraufbereitungsanlage. Er erklärt, dass die Neukirchner Badesaison am 14. September hätte enden sollen – »oder auch schon früher, wenn das Wetter zu kalt und regnerisch gewesen wäre«. An schönen Tagen hatte das Freibad im Schnitt 300 bis 400 Besucher.

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Schwallwasserbehälter lief in der Nacht aus

In der Nacht zum Mittwoch passierte es: Als Lindner, der von der Gemeinde für den Bauhof angestellt und vor allem für die Neukirchner Einrichtungen zuständig ist, in der Frühe ins Bad kam, war einer der beiden Schwallwasserbehälter komplett ausgelaufen. Wie eine Badewanne, bei der man den Stöpsel herausgezogen hat. In den beiden Behältern, die jeweils vier bis fünf Kubikmeter fassen, sammelt sich das Überlaufwasser aus den zwei Schwimmbecken. Eine Pumpe saugt dann dieses Wasser an. Bevor es wieder zurück in die Becken geleitet wird, wird es mit Chlorgas versetzt.

Durch das Auslaufen des einen Beckens, wo sich das Wasser des Kinderbeckens sammelt, saugte die Pumpe Luft an, und die Umwälzung funktionierte nicht mehr. »Ich habe sofort die ganze Technik abgestellt«, erläutert Lindner. Er vermutet, dass die Pumpe noch nicht kaputt ist. Doch Ersatzteile für die etwa 40 Jahre alten Geräte aufzutreiben, dürfte schwierig sein.

Sicherheitshalber schaltete Lindner auch die Technik für das zweite Becken, das Schwimmerbecken, ab. Der zweite Schwallwasserbehälter könnte ebenfalls in Kürze durchbrechen. Zudem sei es problematisch, das Bad aufgrund der vielen Kinder und Familien unter den Gästen mit einem Schwimmerbecken allein zu betreiben. »Wir haben uns dafür entschieden, dass wir sofort zumachen.«

So laufen im Bad jetzt schon die Arbeiten, die sonst erst um Saisonende anstehen. Lindner ließ das Wasser in beiden Becken zur Hälfte aus. Nun kommt ein »Überwinterungsmittel« hinein, eine Chemikalie, die verhindert, dass der Schmutz sich festsetzt. Dadurch kann der Schmutz im Frühjahr, wenn die Becken ganz ausgelassen werden, leicht entfernt werden. Danach werden sie normalerweise mit frischem Wasser wieder aufgefüllt. Doch bevor das kommende Saison passieren kann, gehört die Technik erneuert.

Zuletzt hatte sich der Gemeinderat Anfang August mit den gemeindlichen Schwimmbädern befasst. Das Achthaler Architekturbüro Fritsche wurde beauftragt, in Kooperation mit dem neu gegründeten Förderverein Schwimmbadfreunde Neukirchen bis Oktober eine Detailplanung mit »belastbaren Zahlen« zu erstellen. In der Sitzung plane man die Vorstellung mehrere Varianten, sagte Markus Fritsche auf Anfrage. Inzwischen trafen sich die Architekten mit Mitgliedern des Fördervereins und dem Bürgermeister; ein zweites Treffen und die Besichtigung eines bereits sanierten Bads sind geplant.

Verschiedene Aktionen der Schwimmbadfreunde

Die Neukirchner machen sich seit der Vereinsgründung am 1. Juli mit verschiedenen Aktionen für ihr Bad stark. Erst am vergangenen Wochenende gab es eine Autogrammstunde mit Spitzenkletterer Alexander Huber, prominentes neues Mitglied der Schwimmbadfreunde. Diese zählen bereits stolze 423 Mitglieder. Die initiierte Wassergymnastik erfreute sich größter Beliebtheit und soll 2016 fortgesetzt werden.

Zwei Vereinsmitglieder, Mathias Schmid und Hans Helminger, haben sogar einen Rettungsschwimmerlehrgang bei der DLRG besucht und das silberne Rettungsschwimmer-Abzeichen bestanden. Ausbilderin Theresa Hacker trat ebenfalls dem Verein bei, sodass dieser nun über mehrere DLRG-Rettungsschwimmer verfügt. »Wir können also im kommenden Jahr den Wachdienst entlasten und eigene Veranstaltungen absichern«, so die Schwimmbadfreunde auf ihrer Internetseite. vm