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Neukirchner Burschen gewannen Duell der »Feierbiester«

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Die siegreiche Bewerbungs-Delegation des Burschenvereins Neukirchen – umrahmt von einigen der Vereinsmusikanten – bestand aus (von links) Pfarrer Martin Klein, Vorsitzender Markus Helminger und Bürgermeister Thomas Gasser. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – Das war spannend: Die Burschenvereine aus Neukirchen und Eggstätt legten prächtige Präsentationen hin, um sich die Ausrichtung des Burschen-Gaufests 2019 zu sichern. Letztlich entschieden die 34 Burschenvereine bei der Gauversammlung in Weibhausen mit 19 zu 15 für Neukirchen. Die dortigen Burschen begehen 2019 ihr 120-jähriges Bestehen.


Beide Vereine hatten alles aufgefahren, was zur Verfügung stand. Die Eggstätter waren 23 Mann hoch angerückt, im Schlepptau Bürgermeister Hans Schartner, die Neukirchner waren mit 48 Mann angereist, begleitet von Bürgermeister Thomas Gasser, Pfarrer Martin Klein und einer vierköpfigen Musikgruppe.

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Hans Blank, der Vorsitzende des Katholischen Burschenvereins Eggstätt, stellte seinen Verein und die Festplanung vor. Ein zehntägiges Programm hat der Verein ausgeheckt, um das 110-jährige Bestehen zu feiern. Geplant sind ein Auftritt von Gerhard Polt, zum Festabend kommt Edmund Stoiber, Jung-Otting spielt am Festsonntag. Nicht zuletzt versprach Blank einen Bierbrunnen mit 200 Liter Freibier. Ein Familientag beinhaltet Ausstellungen von Modellautos, Oldtimern und Landmaschinen und einen Handwerkermarkt. Und das alles »direkt neben dem Badestrand. Wir hängen uns wirklich rein, dass wir einen würdigen Rahmen schaffen.«

Die Neukirchner gingen ihre Bewerbung ganz anders an. Am Anfang stand ein Film – die eine Szene im örtlichen Wirtshaus zeigte. Dort sinnierten die Alten des Vereins über das Gaufest vor 20 Jahren. Da kam in den Jüngeren der Gedanke auf, sich zur 120-Jahr-Feier wieder um das Gaufest zu bewerben. Im Film stürmten alle aus dem Wirtshaus – in der Realität marschierte eine Abordnung in den Saal ein.

Vorsitzender Markus Helminger bekundete die Absicht, das Gaufest 2019 ausrichten zu wollen. Programm konnte er noch keins präsentieren: »Da lassts euch mal überraschen«, meinte er. Unterstützt wurde er von Bürgermeister Gasser, der »zehn gute Gründe« für das Fest in Neukirchen erwähnte. Unter anderem seien Pfarrer und Bürgermeister »einigermaßen trinkfest«, es gebe eine eigene Brauerei, ein besonderes Festbier und eine Schnapsbrennerei. Der Ort sei nicht zuletzt vom Köhlertreffen an große Veranstaltungen gewöhnt, der Festzug werde »eher kurz und gemütlich« sein. Pfarrer Martin Klein stellte in Aussicht, dass er eine kurze Predigt, maximal 7,5 Minuten halten werde.

»Ich freu mich brutal«, kommentierte Helminger dann den Sieg. Jetzt hoffe er, dass alle Vereine, auch die Eggstätter, die »ein würdiger Gegner« gewesen seien, zum Gaufest nach Neukirchen kommen. Diese gratulierten den Neukirchnern und kündigten an, ihr Fest trotzdem zu feiern – halt eine Woche später.

Während es für 2019 gleich zwei Bewerber gab, war für 2018 bis zur Versammlung gar keine Bewerbung eingegangen. Wenn aber niemand ein Gaufest ausrichtet, ist die Alternative eine Gau-Wallfahrt. Angesichts dieser Aussicht sprang der Burschenverein Lampoding in die Bresche, der 2018 sein 110-Jähriges feiert.

Die Lampodinger Burschen haben das Gaufest schon 1993 und 2008 ausgerichtet. Allerdings würde man das Fest wegen Terminüberschneidungen lieber am zweiten August-Wochenende ansetzen. Dagegen gab es einige Einwände, bei der Abstimmung war aber die Mehrheit für den Wunsch der Lampodinger.

Für das Gaufest 2020 gab es keinerlei Meldungen. Dagegen ist der Ausrichter des Gaufests 2017, der Burschenverein Obing, in seiner Planung schon weit fortgeschritten. Vorsitzender Christoph Ober schilderte die Details des Fests, das vom 27. Juli bis 6. August mit dem Musikverein stattfinden wird: 27. Juli Bieranstich, 29. Juli »Troglauer«, 30. Juli Festsonntag des Musikvereins zu dessen 40-jährigem Bestehen, 31. Juli »Blechschaden«, 2. August Martina Schwarzmann, 4. August »Welle-1-Party«, 5. August Festabend mit »Zwoa moi zwoa«, 6. August Burschen-Gaufest, 7. August Altennachmittag mit den »Mörntalern« und Kesselfleischessen mit »14 Hoibe«. Einen Seitenhieb gab's für die Neukirchner: »Dass der Pfarrer trinkfest ist, das hat er von uns gelernt.«

Endgültig beendet wurde das Thema Gaufeste vom Höslwanger Vorsitzenden Sepp Schachner, dessen Verein heuer das Fest ausgerichtet hatte. Er überreichte dem Gauverband eine Spende und zog ein sehr positives Fazit eines ruhigen und friedlichen Fests mit vielen Besuchern. Der Verein habe aus dem Erlös des Fests 1000 Euro an die Knochenmarkspender-Datei gegeben. he