weather-image
21°

Neues Vereinsquartier in Unterwössen gefunden

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Während der Heimat- und Geschichtsverein im alten Hallenbad in Unterwössen ein neues Quartier erhält, sucht Claus-Dieter Hotz noch dringend nach einem neuen Raum für die Exponate der ehemaligen Sportschuhfabrik in Grassau. (Foto: T. Eder)

Grassau – In Unterwössen, im alten Hallenbad wird sich für den Verein ein neues Quartier ergeben. Das berichtete Vorsitzender Hans Grabmüller bei der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Achental im kleinen Heftersaal. Der Mietvertrag im ehemaligen Forsthaus in Marquartstein läuft in zwei Jahren aus.


Wie Grabmüller berichtete, plane die Gemeinde Unterwössen den Umbau des alten Hallenbads in ein Achentaler Kultur- und Servicezentrum. Bürgermeister Ludwig Entfellner habe zugesagt, dass der Verein ein Büro, Ausstellungsflächen wie auch einen Lagerraum zur Verfügung gestellt bekomme und sich die Miete auf die Mietnebenkosten beschränken werde. Eine weitere Unterkunft im Forsthaus scheitere, da der Verein die Miete nicht aufbringen könne.

Anzeige

Ein weiteres Projekt sei das »Achentaler Almwörterbuch« in dem regionale Bezeichnungen aus der Almwirtschaft erfasst werden. Fritz Irlacher und Uta Grabmüller in Zusammenarbeit mit dem Verein für bairische Sprache und Mundarten im Chiemgau betreuen das Projekt. Ein erster Entwurf werde ins Internet gestellt und 2017 eventuell in den »Achentaler Heften« veröffentlicht. Das Kapitel »Almpflanzen und Kräuter« solle als bebilderte Broschüre zur diesjährigen Almausstellung herausgebracht werden. Auch informierte der Vorsitzende, dass einige Vereinsmitglieder an der Erstellung einer Datenbank zur Geschichte und Gegenwart der Achentaler Almen arbeiten.

Besonders erfreut zeigte sich der Vorsitzende über die Auszeichnung von Vereinskollegen für ihr Engagement auf dem Gebiet der Heimatforschung. Hartmut Rihl wurde zum Ehrenbürger der Gemeinde Schleching ernannt, Claus-Dieter Hotz aus Grassau wurde mit der bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet und Anton Greimel erhielt die Bezirksmedaille für seine Verdienste um die Ortsgeschichte. Vinzenz Bachmann aus Schleching bekam den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege für die Restaurierung eines Bauernhauses in Baierbrunn.

Exkursionen und Vorträge

Weiter erinnerte Grabmüller an die verschiedenen Veranstaltungen im vergangenen Jahr. In seinem Ausblick auf das Jahr 2016 erklärte er, da die kleinen Museen der Region relativ unbekannt seien, werden heuer mehr Exkursionen angeboten. Im März wird das Bergbaumuseum Achthal, im Mai das Glockenschmiedemuseum Ruhpolding, im Juni der Torfbahnhof in Rottau und im November das »Haus der Berge« in Berchtesgaden besichtigt. Auch etliche Vorträge sind wieder geplant. Bereits am 27. Januar um 15 Uhr wird sich Uta Grabmüller im Wössner Treff auf die Suche nach »dem Geheimnis der schönen Irin auf Burg Marquartstein« begeben. Der Geschichte der Rettenburg in Wössen gehen am 15. Februar im alten Hallenbad in Unterwössen Anton und Bernhard Greimel auf den Grund. »Besondere Menschen aus Bayern. Von Sonderlingen, Typen und Originalen« betitelt Gustl Lex seinen Vortrag am 22. April im Grabenstätter Schloss. »Aus dem Almleben« wird Siegi Götze am 16. Juli im Almkaser auf dem Streichen berichten.

Skandinavische Gürtelgarnitur

Auch informierte Grabmüller von der Ausstellung der skandinavischen Gürtelgarnitur, gefunden auf dem Aggbichl, im Foyer des Marquartsteiner Rathauses. Bereits 1998 fand Josef Bock westlich vom Ortskern Marquartstein Teile der Gürtelgarnitur und Emil Huber entdeckte weitere Stücke. Die Originale befinden in der Münchner Archäologischen Staatssammlung. Wie diese Wikinger-Gürtelgarnitur aus dem achten Jahrhundert nach Marquartstein kam, wird in der Ausstellung erklärt. Das Replikat kann nun erstmals ab 25. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses betrachtet werden.

Fritz Seibold berichtete aus Grassau, dass in diesem Jahr der zehnte Chronikband zur Kirchengeschichte in Grassau und Rottau erscheinen werde. Auch das Pestmarterl in Reifing wird wieder aufgestellt und im Museum Klaushäusl ist eine Sonderausstellung geplant. Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck informierte, dass Sepp Bock der Gemeinde einen großen Teil seiner Sammlung überlassen habe. Die Schneiderkapelle unterhalb der Burg sei restauriert. Zudem wurde der Gemeinde eine große Postkartensammlung geschenkt.

Die Wössner Häuserchronik ist im Entstehen, berichtete Anton Greimel aus Unterwössen. Nach dem Vortrag am 15. Februar zum Thema »Rettenburg« werden noch verschiedene Funde gezeigt. Auch das geborgene Pestkreuz soll wieder aufgestellt werden.

Auf ein großes Problem verwies Claus-Dieter Hotz. Nach langer Suche und trotz der einjährigen Ausstellung in Bergen sei es ihm nicht gelungen, für den Sammlungsbestand der ehemaligen Sportschuhfabrik von Grassau eine Bleibe zu finden. Er suche für eine kleine Geschichtswerkstatt eine Räumlichkeit, um der Geschichte dieser bedeutenden Sportschuhfabrik eine Zukunft geben zu können. Karl Nedwed bat um Hilfe bei der Aufarbeitung des Einmarsches der Amerikaner im Achental. Er suche Fotos, Tagebücher, Geschichten aus dieser Zeit. tb