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Neues Stadtoberhaupt vereidigt

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In der konstituierenden Stadtratssitzung in Traunreut wurden der neue Bürgermeister Klaus Ritter (Mitte) von den Freien Wählern und seine Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Hans Peter Dangschat (CSU) und Dritte Bürgermeisterin Gerti Winkels (SPD), die in geheimer Wahl gewählt wurden, vereidigt. Ebenfalls wurden neun neue Stadträte vereidigt. (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut. Eine »dicke Haut, gleich einer Ritterrüstung« wünschte Stadtrat Michael Elsen dem neuen Traunreuter Stadtoberhaupt Klaus Ritter (Freie Wähler) in seinem Amt. Elsen hatte in der konstituierenden Sitzung, in der auch die neun neuen Stadträte vereidigt und zwei stellvertretende Bürgermeister gewählt wurden, als ältester Stadtrat die Ehre, den neuen Ersten Bürgermeister zu vereidigen. In seiner launig kurzweiligen Rede hob er weitere Körperteile und Organe hervor, die bei einem Bürgermeister besonders starker Abnützung unterlägen.


»Da gilt mein Wunsch Ihrem Ohr, denn Sie müssen es zumindest in der Anfangszeit besonders den kompetenten Mitarbeitern der Verwaltung leihen. Aller Segen Ihren Augen, denn diese werden Sie oft zudrücken müssen, wenn etwas nicht so läuft, wie Sie es gerne hätten. Fränkisch kernig sei Ihr Gesäß, wie könnten Sie sich und sollten Sie sich in allen Belangen der Stadtgemeinde durchsetzen können?« Weiterhin viel Haare zum Raufen oder Sträuben und ein Herz, das so stark sei, dass es sowohl den Umgang mit dem ihm anvertrauten Personal und den stets fordernden Damen und Herren des Stadtrats aushalte und die Bedürfnisse und Erwartungen der Traunreuter Bevölkerung erfülle. Traunreut möge lebendig bleiben, es möge wachsen und blühen, gab Elsen dem neuen Bürgermeister und dem Gremium mit auf den Weg.

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Der frisch vereidigte, neue Bürgermeister, nahm die Gelegenheit wahr, über seine Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten zu informieren. Was den Stadtrat betrifft, sollen dem Gremium die Sitzungsvorlagen eine Woche früher zugesandt werden, damit sich die Stadträte entsprechend informieren und auf die Sitzungen vorbereiten können. Weiter möchte er die »Vorlesestunden« komprimieren, um die Sitzungen nicht in die Länge zu ziehen. Von ihm bereits eingeführt wurden Bürgersprechstunden. Die nächste Gelegenheit, mit dem Bürgermeister ins Gespräch zu kommen, bietet sich nach Terminabsprache am 12. Juni.

Mit Finanzen sparsamer umgehen

Zum gegenwärtigen Haushalt führte Ritter aus, dass es an der Zeit sei, sparsamer mit den Finanzen umzugehen und die Rücklagen aufzustocken. »Wir wissen, jetzt kommt das Freibad (das Nichtschwimmerbeckensoll für 1,4 Millionen saniert werden) und sollten deshalb unsere Wünsche ein bisserl zurückziehen.« Sein erklärtes Ziel in den nächsten sechs Jahren ist unter anderem die Sanierung der Innenstadt. »Wir müssen hier mit außerordentlicher Kraft rangehen und in sechs Jahren haben wir eine g´scheite Innenstadt«, versprach Ritter.

Als neue Stellvertreter, die in geheimer Wahl gewählt wurden, stehen dem Ersten Bürgermeister künftig Hans Peter Dangschat (CSU) als Zweiter Bürgermeister und Gerti Winkels (SPD) als Dritte Bürgermeisterin zur Seite. Die CSU-Fraktion, mit elf Mitgliedern die stärkste Fraktion, hatte Dangschat als Kandidaten für den Stellvertreterposten vorgeschlagen. »Wir sind der Meinung, der Zweite Bürgermeister sollte aus den Reihen der stärksten Fraktion kommen«, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Reinhold Schroll. Trotz seiner 28 Jahre sei der angehende Jurist Dangschat für dieses Amt bestens geeignet. Als Vertreter der SPD schlug der neue Stadtrat und Fraktionsvorsitzende Christian Stoib den bisherigen Zweiten Bürgermeister Ernst Ziegler vor, der jedoch erklärte, dass er nicht mehr zur Verfügung stehe. Die Freien Wähler verzichteten ebenso auf einen Kandidaten wie die Grünen. Die Bürgerliste schlug Johannes Danner vor, der sich in geheimer Wahl mit Dangschat ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte. Für Dangschat sprachen sich 15 Mitglieder aus und für Danner 13.

Bei der Wahl eines Dritten Bürgermeisters/in verzichteten mit Ausnahme der SPD, die Gerti Winkels aus Traunwalchen ins Rennen schickte, alle anderen Fraktionen auf einen Stellvertreter-Posten. Von den insgesamt abgegebenen 29 Stimmen entfielen bei vier ungültigen Stimmen 25 auf die Traunwalchnerin.

Die Referenten sollen laut einstimmigen Beschluss in der nächsten Stadtratssitzung bestimmt werden. Entsprechend der Geschäftsordnung werden die Sitze im Bau-, Haupt- und Werkausschuss folgendermaßen verteilt: Die CSU bekommt je vier Sitze, die Freien Wähler und die SPD je zwei Sitze und die Bürgerliste und die Grünen je einen Sitz. Im Rechnungsprüfungsausschuss ist die CSU mit drei Sitzen vertreten und die Bürgerliste, die Freien Wähler, die SPD und die Grünen mit je einem Sitz. ga