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Neues Schlauchwehr steht für den Ernstfall bereit

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Das neue Schlauchwehr der Gemeinde Marquartstein vor dem Feuerwehrhaus. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Das neu angeschaffte Schlauchwehr steht ab sofort bei Hochwasserfällen zum Einsatz bereit. Das flexibel einsetzbare System besteht aus zwei parallelen, mit PVC beschichteten Schläuchen, die über einen Mittelsteg miteinander verbunden sind. Mehrere Elemente können mit Hilfe eines Manschettensystems miteinander verbunden werden. Auf diese Weise kann ein beliebig langer, den topografischen Gegebenheiten bestens angepasster Damm entstehen. Die Anschaffungskosten für das mobile Schlauchwehr betrugen rund 6100 Euro.


Beim Aufbau werden die Elemente erst mit Luft gefüllt und können so leicht in die gewünschte Position gebracht werden. Auch Biegungen und Ecken sind möglich. Anschließend werden die Schläuche mit Wasser gefüllt, durch dessen Gewicht eine hohe Stabilität des Dammes gewährleistet wird. Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Scheck könne so ein widerstandsfähiger Schutzdamm mit geringem Personalaufwand kostengünstig und effizient erstellt werden.

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Die Gemeinde Marquartstein verfügt derzeit über ein Element des Schlauchdamms mit einer Länge von 20 Metern und einer maximalen Stauhöhe von 50 Zentimetern. Es ist unter anderem für den Einsatz an der Gränzmühle vorgesehen, wo die Überschwemmungen gerade beim Juni-Hochwasser 2013 besonders verheerend waren. Beim Staatlichen Landschulheim, besonders am Achenhaus, das so stark vom Hochwasser betroffen war, dass es nicht mehr bewohnt werden kann, soll das Heraustreten des Flusses verhindert werden und damit auch die Überflutung der alten Landstraße und des Ortsteils Altmarquartstein. Bei einer ersten Einweisung durch die Hersteller des Schlauchwehrs konnte sich die Feuerwehr unter Leitung von Kommandant Thomas Mayer bereits einmal mit der Handhabung des Schlauchwehrs vertraut machen. Eine konkrete Einsatzübung werde folgen, kündigte Scheck an.

Über vier Millionen Euro betrug die Schadenssumme, die das Juni-Hochwasser 2013 allein in Marquartstein anrichtete, bei den privaten Haushalten rund 2,6 Millionen Euro, beim Gewerbe 1,3 Millionen Euro und in der Landwirtschaft rund 300 000 Euro. Seit dem Pfingsthochwasser in 1999 war es das vierte sogenannte »Jahrhunderthochwasser« in Marquartstein, wobei allerdings an den meisten Messstellen im Dorf die Werte bei Weitem höher und die Schäden schlimmer als je zuvor waren. gi