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Neues Rathaus ist »ein wichtiges Schaufenster der Gemeinde«

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Anstatt einer üblichen symbolischen Schlüsselübergabe überreichte Architekt Peter Behringer (rechts) an Bürgermeister Bernd Ruth (links) ein Kreuz, das einen würdigen Platz im neuen Rathaus finden soll. In der Bildmitte Bauamtsleiter Josef Heiss. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – »Suchet der Gemeinde Bestes«. Mit diesem Bibelwort erinnerte Dekan Peter Bertram bei der Einweihung des neuen Seebrucker Rathauses daran, dass jeder Bürger Mitverantwortung trägt. Mit seinem katholischen Kollegen Rüdiger Karmann und Diakon Georg Oberloher nahm er die kirchliche Weihe vor. Auch Bürgermeister Bernd Ruth meinte: »Es ist nicht das Rathaus des Bürgermeisters und des Gemeinderats, sondern unser Rathaus.« Den Worten in musikalischer Form – »Gemeinsam mach ma's möglich« – schlossen sich auch drei Sängerinnen an, die das Fest musikalisch gestalteten.


Bevor sich die zahlreichen Gäste, darunter Vertreter der rund 50 beteiligten Firmen sowie der Nachbargemeinden und des Gemeinderats, zum Festakt im Rathaus versammelten, stimmten die Goaßlschnalzer und Alphornbläser vor dem Rathaus auf das Ereignis ein. Gleich zu Beginn lobte Ruth die Nachbarn für das Verständnis während der Bauphase. Lob zollte er auch allen Beteiligten sowie den Mitarbeitern und dem Gemeinderat.

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Jahrelang wurden Pläne geschmiedet und verworfen. Die Kosten im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs liefen zusehends aus dem Ruder. Daraufhin habe man sich von dem Architekten getrennt und sich auf ein abgespecktes Konzept für 4,5 Millionen Euro verständigt. Dann seien jedoch an anderer Stelle Probleme aufgetreten, mit denen man nicht gerechnet hatte: Wie mehrfach berichtet, wurden auf der Baustelle Reste einer Römersiedlung entdeckt, die freigelegt und dokumentiert werden mussten.

Diese und weitere unvorhergesehene Maßnahmen führten letztendlich zu Kosten von 5,7 Millionen Euro. Dass diese und das Ziel, Anfang 2020 einziehen zu können, eingehalten wurden, freute Ruth ungemein: »Wir haben das Ziel erreicht, termintreu, kostentreu und mit allem was dazugehört und darauf bin ich sehr stolz.«

Eine Rathauseinweihung habe man nicht jeden Tag, sagte Bauamtsleiter Josef Heiss. Er trat 2017 seine Stelle in der Gemeinde an und wurde gleich mit dem Rathausneubau betraut. Er erinnerte daran, dass die Stimmung in der Bevölkerung anfangs nicht die beste gewesen sei. Die ursprünglichen Entwürfe seien in der Bevölkerung als »Markthalle« oder BayWa-Markt kritisiert worden. Anfang 2018 seien dann die Rahmenbedingungen für eine abgespeckte Variante festgestanden, im Herbst wurde der symbolische Spatenstich vollzogen. Der Rohbau sei Ende 2018 gestanden und im April 2019 wurde mit dem Holzständer-Aufbau begonnen. Mit der Hebfeier im Juli 2019 sei auch die Stimmung der Bedenkenträger ins Positive umgeschwenkt, so Heiss. Lobend erwähnte er die Arbeit aller beteiligten Firmen, die zum Großteil aus der Region stammen: »Alle haben Hand in Hand an einem Strang gezogen«. Die Region könne stolz auf ihre Vorzeigebetriebe und Handwerker sein.

Nach rund 16-monatiger Bauzeit wurde das Gebäude Anfang dieses Jahres bezogen. Während der Bauphase war die Verwaltung fast vier Jahre in der ehemaligen »Gruber Alm« in Roitham. In der ersten Januarwoche ging es mit Sack und Pack zurück an den angestammten Platz in ein nagelneues Gebäude mit modernster Technik und Ausstattung. Unter dem Slogan »Aus 3 mach 1« beherbergt das neue Gebäude nun alle Verwaltungsdienststellen und die Tourist-Information unter einem Dach. Die Tourist-Info war bislang »Am Anger« in Seebruck, Standesamt, Ordnungsamt und Einwohnermeldeamt waren in Seeon.

Der neue Standort in zentraler Lage ist jetzt wesentlich besucherfreundlicher und bildet mit der Verwaltung ein, wie Architekt Peter Behringer sagte, »wichtiges Schaufenster der Gemeinde.« Auch Behringer bestätigte allen Beteiligten hervorragende Zusammenarbeit, die sich auch positiv auf das Gebäude ausgewirkt habe. Anstatt einer Schlüsselübergabe überreichte er an Bürgermeister Ruth ein Kreuz. Ein weiteres Kruzifix in Miniaturausführung, das die Geistlichkeit mitgebracht hatte, soll das Bürgermeisterbüro zieren. Am Nachmittag hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, das Rathaus zu besichtigen. ga


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