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Neues Nahwärmekonzept

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Schleching – Im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer vom Ökomodell Achental die ersten Untersuchungsergebnisse für eine mögliche Nahwärmeversorgung im Ortszentrum von Schleching vor. Wimmer berichtete im Rahmen der Sitzung außerdem über eine Potenzialanalyse zur Energieeinsparung und Energieeffizienz im Achental. Zur Unterstützung in diesem Bereich ist die Einstellung eines »Klimaschutzmanagers« geplant.


Auch Elektromobilität soll ausgebaut werden

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Auf der Bürgerversammlung hatte Wimmer über den Umsetzungsstand des Energiekonzepts für Schleching berichtet. Vorgesehen sind der Aufbau einer Nahwärmeversorgung, der Ausbau der Elektromobilität und auch Energie-Einsparungsprojekte.

Bereits vorher war der Arbeitskreis »Energie in Schleching« aktiv, der sich im letzten Jahr gründete und sich in den letzten Monaten unter anderem mit der Vorbereitung einer Nahwärmeversorgung im Ortskern beschäftigte. Siegfried Nicklas, Michael Scheck und Timo Kleinschroth befragten infrage kommende Betriebe und Haushalte über deren Energieverbrauch.

Österreichische Firma untersucht Holznutzung

Aus dieser Datengrundlage konzipierte die Firma Aqotec aus Weißenkirchen, Österreich, erste Übersichten über die möglichen Bereiche einer gemeinsamen Wärmeversorgung auf Energieholzbasis in Form von Hackschnitzeln oder Pellets.

Das Wärmenetz würde dabei von den gemeindlichen Gebäuden um den Dorfplatz herum bis hin zur Bankfiliale nahe dem nördlichen Ortsausgang reichen.

Projekteckpunkte sind eine Wärmeabnahme von 715 Megawattstunden pro Jahr bei einer Netzlänge von 717 Metern. Der bereits im Schulgebäude bestehende 98-Kilowatt-Kessel werde weiterhin eingesetzt. Ein neuer 250-Kilowatt-Kessel müsste im Umfeld dazukommen. Die Rentabilität sei bei einer Netzbelegung von einer Megawattstunde pro Netzmeter gegeben.

Die Kosten für das Gesamtprojekt werden mit 400 000 Euro für das Heizhaus und das Wärmenetz veranschlagt. Rund 70 000 Euro (17 Prozent der förderfähigen Kosten) sind dafür an Förderung möglich hieß es. Die Anlage amortisiert sich in etwa 17 Jahren. Sobald weitere Details ausgearbeitet sind, ist eine öffentliche Veranstaltung für die Bürger vorgesehen.

Stromeinsparungspotenzial von 6,5 Millionen Euro

Eine Potenzialanalyse der möglichen Energieeinsparung in den Gemeinden des Ökomodells Achental – also Bergen, Grabenstätt, Grassau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach, Übersee und Unterwössen – ergab ein Stromeinsparpotenzial von 26 129 Megawattstunden pro Jahr mit einer finanziellen Einsparung von etwa 6,5 Millionen Euro. Im Bereich Wärme wurde ein Einsparpotenzial von 102 079 Megawattstunden pro Jahr mit rund 8 Millionen Euro Einsparung errechnet.

Das Ökomodell Achental plant deshalb für die Themen »Energieeinsparung und Energieeffizienz« weitere Impulse. Hierbei soll ein »Klimaschutzmanager« tätig werden. Das Bundesumweltministerium fördert im Rahmen der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung Sach- und Personalausgaben.

Bei einer Laufzeit von drei Jahren beträgt die Förderquote 65 Prozent. Auf die Gemeinden des Ökomodells Achental entfällt ein Eigenanteil von 1867 Euro pro Jahr und Gemeinde. Der Gemeinderat stimmte der Einstellung eines Klimaschutzmanagers und der Übernahme der Trägerschaft durch die Gemeinde Schleching zu. bre