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Neues Löschgruppenfahrzeug wurde eingeweiht

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Oberbürgermeister Christian Kegel übergab Stadtbrandinspektor Manfred Dandl (links) und Stadtbrandmeister Werner Huber die Schlüssel für das neue Löschgruppenfahrzeug. (Foto: Buthke)

Traunstein – Die Segnung und offizielle Indienststellung ihres neuen Löschgruppenfahrzeugs LF20/20 verband die Feuerwehr Traunstein mit einem Tag der offenen Tür auf dem Gelände des Feuerwehrhauses an der Scheibenstraße. Die Weihe des neuen Einsatzfahrzeugs nahmen Priesteramtskandidat Dr. Benjamin Bihl von der katholischen Pfarrei St. Oswald und Pfarrer Michael Krauß von der evangelischen Kirche Traunstein vor.


Ein Fahrzeug für die Rettung von Menschen

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Schirmherrin Konstanze Rei-chert-Kegel erklärte, das neue Fahrzeug diene sowohl der Brandbekämpfung als auch der Rettung von Menschen. Geliefert wurde es bereits im Dezember 2014. Die Kosten betrugen 428 000 Euro. Die Stadt Traunstein erhielt rund 80 000 Euro an Zuschüssen. Das Fahrgestell ist ein Mercedes Atego. Der Aufbau stammt von der Firma Rosenberger in Linz.

Eine Feuerwehr bestehe nicht nur aus Technik, sondern auch aus Menschen. Bei der Traunsteiner Feuerwehr übten 94 Frauen und Männer dieses verantwortungsvolle und zeitaufwendige Ehrenamt aus, so Reichert-Kegel. Eine Feuerwehr sei für jede Kommune unverzichtbar, denn sie gebe den Menschen ein hohes Maß an Sicherheit. Die Schirmherrin wies auch auf die gute Jugendarbeit der Traunsteiner Feuerwehr mit 16 Feuerwehranwärtern hin. Die Feuerwehr sei auch eine gesellschaftliche Stütze. Als Beispiele nannte sie die Parkplatz- und Absperrdienste beim Georgiritt oder beim Faschingszug sowie die Teilnahme am Ferienprogramm der Stadt Traunstein.

Oberbürgermeister Christian Kegel übergab Stadtbrandinspektor Manfred Dandl und Stadtbrandmeister Werner Huber die Schlüssel für das neue Löschgruppenfahrzeug. Kegel verwies auf das vielfältige Spektrum und die unguten Situationen, die die Feuerwehrler zu bewältigen hätten. »Die Feuerwehr ist immer da, wenn man sie braucht«, betonte das Stadtoberhaupt. Sie bekomme ein Fahrzeug, das Menschen retten helfe. Er wünschte den Feuerwehrlern, dass sie damit hauptsächlich nur zu Übungen ausrücken müssten.

Nach sechs Jahren habe die Feuerwehr Traunstein endlich ihr neues Fahrzeug, war Stadtbrandinspektor Dandl froh. Es sei ein weiter Weg von den ersten Besprechungen über den Stadtratsbeschluss bis zur Bestellung Anfang 2014 gewesen. Im Januar habe die Ausbildung der Maschinisten begonnen. »Mit dem Löschgruppenfahrzeug haben wir für die Zukunft ein Fahrzeug für Hilfeleistungen in vielen Lebenslagen unserer Bürger«, erklärte Dandl.

Von einem Fahrzeug, das auf vielseitige Anforderungen zugeschnitten sei, sprach Kreisbrandrat Hans Gnadl. »Es bringt Hilfe, wenn Not am Mann ist.« Sein Dank galt der Stadt Traunstein für die Anschaffung des Einsatzfahrzeugs. Gnadl drückte die Hoffnung aus, dass die Stadt immer wieder ein offenes Ohr für die Feuerwehr haben werde.

»In der Feuerwehr so scheint 's, versammeln sich die Praktiker und Techniker wie sich in der Kirche die Denker und Gefühlsmenschen versammeln«, sagte Pfarrer Krauß in seiner Predigt. Bei der Feuerwehr werde das »Evangelium der Technik« besonders deutlich, aber wenn Schere und Flex jemanden tot aus dem Auto schnitten, wenn die menschliche Tragödie das eigentliche Problem sei, dann brauche es mehr. Denn das »Evangelium des Machbaren« sei am Ende. Es mache Mut, wenn die Denker und Gefühlsmenschen den Machern und Technikern ein Evangelium nahe brächten, das helfe, mit Machtlosigkeit und Scheitern umzugehen.

Neuinszenierungen der Geschehnisse am Kreuz

»Was ihr an Tragödien erlebt, sind sozusagen Neuinszenierungen und Parallelfälle zu dem, was am Kreuz und drum herum geschieht«, so der Pfarrer. Wenn man dies erkenne, sei man nicht mehr so elend allein mit der Tragödie. Die Hilflosigkeit sei in etwas Größeres eingebunden. Das Erlebte isoliere nicht mehr, sondern es verbinde. Weil Gott, der Sinn und Grund allen Lebens, in den Tod gegangen sei, könne der Tod nicht mehr auf Dauer alles sinnlos machen.

Nach der Feierstunde ging der äußerst erfolgreiche Tag der offenen Tür los, zu dem vielen Besucher zum Feuerwehr-haus strömten. Er stand unter dem Motto »Feuerwehr zum Anfassen« und vermittelte einen breit gefächerten Einblick in den Feuerwehralltag. Vorgestellt wurde auf dem Vorplatz der umfangreiche Fahrzeugpark der Traunsteiner Feuer-wehr und der Ortsfeuerwehren. Für die Beantwortung von Fragen standen immer Feuerwehrler bereit. Wer Lust hatte, konnte mit einem Einsatzfahrzeug eine Runde durch die Stadt drehen. Besonderer Anziehungspunkt waren die Fahrten mit der Drehleiter, von der aus man sich in rund 30 Meter Höhe einen Überblick über die Stadt Traunstein und ihre Umgebung verschaffen konnte. Die Feuerwehr gab auch einen Einblick in die wichtige Ausbildung an der Motorsäge.

Im Innenhof wurden Haushaltsunfälle wie Fettbrände oder das Explodieren von Spraydosen demonstriert. Wer einmal wie die Schirmherrin ausprobieren wollte, konnte einen Feuerlöscher in die Hand nehmen und selbst einen Haushaltsbrand löschen. Zu sehen waren eine Ausstellung von Feuerwehruniformen und Schutzanzügen verschiedener Perioden sowie von Gerätschaften.

Jugendgruppe warb weiteren Feuerwehrnachwuchs

Die Jugendgruppe präsentierte sich mit einem Informationsstand und machte Werbung für den Feuerwehrnachwuchs. Beim Aufbau einer Löschgruppe trat die Jugendgruppe in Aktion. Auskünfte wurden auch über den Atem- und Strahlenschutz erteilt. Als Gäste informierten das Krisen-Interventionsteam (KIT), der Malteser Hilfsdienst (MHD) und die Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes.

Besichtigt werden konnte auch das gesamte Feuerwehrhaus mit Funkzentrale, Übungsstrecke für Atemschutzgeräteträger und Feuerwehrmuseum. Gemütlich ausgeklungen ist der Tag der offenen Tür mit dem Auftritt der Live-Band »Orange Club« in der Fahrzeughalle. Bjr