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Neues Leben für die Alte Schmiede

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Sie wollen der »Alten Schmiede« in Kirchanschöring wieder neues Leben einhauchen (von links) Kasem Kasem, Schmiedegeselle Kashif Mohammad aus Pakistan, Mousa Alkzraa und Firas Dahdal.

Kirchanschöring – Neues Leben in alte Gemäuer wird derzeit in Kirchanschöring eingehaucht – bei einem Projekt, in dem sich Einheimische und Geflüchtete zusammen engagieren.


»Wenn wir helfen können, dann tun wir das gerne«, sagt Anna Niedermayer, die gemeinsam mit ihrem Mann Franz Niedermayer eine alte Schmiede mit über 400-jähriger Geschichte besitzt.

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Dieses historische Juwel wird von der Familie Niedermayer nun für ein Schmiedeprojekt im Rahmen des bundesweiten Programms »500 Landinitiativen« des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Verfügung gestellt. Das Programm des Bundeslandwirtschaftsministeriums unterstützt mit der Finanzierung von Sachkosten gezielt das Ehrenamt für die Integration von Geflüchteten in ländlichen Regionen.

»Denn die Solidarität in einer Dorfgemeinschaft kann Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, Mut für einen Neuanfang und gesellschaftlichen Halt bieten«, sind sich auch die Niedermayers sicher. Das Programm »500 Landinitiativen« versucht, angesichts des demografischen Wandels, die Eingliederung der neuen Nachbarn als Chance für die Regionen selbst zu sehen. Die Idee für das Projekt hatte Britta Schätzel vom »ProjektArbeit« aus Petting, die das ehrenamtliche Patenprojekt von »Paten für Arbeit« unterstützt, das sich für die nachhaltige Integration geflüchteter Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land einsetzt.

Einer dieser ehrenamtlichen Paten ist Kashif Mohammad, der vor einigen Jahren aus Pakistan nach Deutschland floh. Seit kurzem hat er einen Gesellenbrief als Schmied in der Tasche und arbeitet in einer Kunst- und Bauschlosserei in Teisendorf. »Ich kann etwas zurückgeben, und das Schmieden ist natürlich meine Leidenschaft«, begründet Mohammad sein ehrenamtliches Engagement.

Kashif Mohammad wird in den nächsten Monaten mit jungen Flüchtlingen aus Kirchanschöring und Umgebung das Schmieden und die Metallverarbeitung üben. Bereits dabei sind die drei syrischen Flüchtlinge Kasem Kasem, Firas Dahdal und Mousa Alkzraa, die nun in Kirchanschöring leben. Da die Dorfgemeinschaft und die Flüchtlinge sich besser kennenlernen sollen, seien interessierte Einheimische jederzeit willkommen, wie Pate Kashif Mohammad betont. Der Geselle hat sich viel vorgenommen, so ist die Herstellung kleiner Gebrauchsgegenstände geplant, sowie ein kleines Schmiedefest, am besten mit anderen Handwerkern aus dem Dorf.

Bis dahin ist noch viel zu tun, zunächst wird die Alte Schmiede aufgeräumt: »Wir brauchen Platz und haben die Schmiede von den in den vergangenen Jahren abgestellten Gegenständen leer geräumt«, so Mohammad. Wer sich an diesem Projekt in Kirchanschöring beteiligen will, meldet sich unter Telefon 0171/897 756 3 bei Projektleiterin Britta Schätzel. fb