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Neues Konzept für Mittelschule in Vorbereitung

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Kirchanschöring. Nach einer kontrovers geführten Debatte hat der Kirchanschöringer Gemeinderat mehrheitlich das Erarbeiten des Konzepts »Modellschule – Kontinuierliche berufspraktische Begleitung an der Mittelschule« befürwortet. Bei zwei Gegenstimmen beschloss das Gremium, die Konzeptentwicklung zu unterstützen und zu begleiten. »Das Vorhaben dient der strategischen Weiterentwicklung der Mittelschule Salzachtal, um dem drohenden Fachkräftemangel in der Region langfristig zu begegnen«, informierte Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner.


Mit der Projektidee, die Pilotcharakter hat, will sich die Modellregion »Interkommunale Kooperation Salzachtal« im bundesweiten Aktionsprogramm »MORO« nun offiziell für eine Förderung beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bewerben. Falls die Idee überzeugt, winkt eine finanzielle Förderung von bis zu 160 000 Euro.

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Die drei Schulverbandsgemeinden Fridolfing, Kirchanschöring und Tittmoning beteiligen sich mit einem Eigenanteil von insgesamt zehn Prozent der Gesamtkosten beziehungsweise maximal 5000 Euro je Kommune an der Erarbeitung des Konzepts. Ziel ist eine Weiterentwicklung der Mittelschule Salzachtal zu einer berufsorientierten Mittelschule – und damit eine langfristige Sicherung des Standorts.

Schülerzahl wird bis 2030 wohl um 30 Prozent sinken

Im Jahr 2007 haben die Kommunen Kirchanschöring, Fridolfing und Tittmoning beschlossen, sich im Schulverband Salzachtal zusammenzuschließen. Dies sollte in einem ersten Schritt die Standortsicherung gewährleisten. Da laut Schätzungen die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der Region Salzachtal bis 2030 jedoch um rund 30 Prozent abnehmen werden, sei es notwendig, mittelfristig über weitere unterstützende Maßnahmen zur Standortsicherung nachzudenken, so Birner.

Um den Standort langfristig zu halten, soll das Profil der Mittelschule geschärft werden. »Die Mittelschule soll als Synonym für berufsbezogene Ausbildung stehen und den Bedarf an Fachkräften beispielsweise für den handwerklichen und den touristischen Bereich oder etwa den Pflegebereich decken können«, sagte der Rathauschef.

In der Diskussion monierte Ratsmitglied Josef Schmid, dass für die Entwicklung der Projekt-Idee etwa 150 000 Euro ausgegeben werden sollen. »Das kommt mir sehr viel vor, auch weil wir nicht wissen, wie es ausgeht.« Er äußerte auch Zweifel, dass das Vorhaben umsetzbar ist.

Zweiter Bürgermeister Franz Portenkirchner meinte hingegen, das Schulprojekt sei der wichtigste Baustein des ganzen MORO-Programms. Er vertrat auch die Ansicht, dass es im Zuge der Umsetzung gelingen könne, der Mittelschule einen höheren Stellenwert und damit ein besseres Image einzuräumen. »Man sollte die Lehrpläne der Einrichtung so auslegen, dass die Schüler stark praxis- und berufsorientiert ausgebildet werden«, so Portenkirchner. Dadurch erhöhe sich auch die Chance für den Abgänger der Mittelschule auf einen Ausbildungsplatz in einem hochqualifizierten Beruf. Zudem habe die Region ohne gut ausgebildete Facharbeiter längerfristig kaum Chancen. Im Nachbarland Österreich, so Portenkirchner, gebe es bereits seit Jahren ähnliche Modelle, die erfolgreich laufen würden.

Franz Niedermayer kritisierte, dass jetzt wieder Geld ausgegeben werde für Studien, »die wahrscheinlich längst erstellt sind und fertig irgendwo in den Schubladen liegen.« Gemeinderat Hermann Gschirr betonte, dass im Falle einer Realisierung des Vorhabens die Pädagogen der Mittelschule dann auch über die notwendige Ausbildung verfügen müssten.

Zwei Gegenstimmen gab´s für das Vorhaben

Der Bürgermeister versuchte die Diskussion ein wenig zu bremsen: »Man sollte das Projekt auf keinen Fall im Vorfeld verreißen.« Vertreter des Kultusministeriums seien im begleitenden Beirat mit dabei, so wisse man immer, was machbar sei und was nicht. »Lasst es uns versuchen«, bat er schließlich um Zustimmung. Dieser Bitte schlossen sich Franz Niedermayer und Josef Schmid aber nicht an. ca