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Neues Jahrbuch des Historischen Vereins erschienen

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Dem Kirchenmaler und Heimatforscher Max Fürst ist ein Beitrag im neuen Jahrbuch des Historischen Vereins gewidmet. Ihm zu Ehren fand heuer eine Ausstellung in der Klosterkirche statt.

Traunstein – Pünktlich zum Jahreswechsel ist das Jahrbuch 2014 des Historischen Vereins erschienen. Genau genommen heißt die im Jahr 1889 gegründete Vereinigung von Heimatfreunden und -forschern »Historischer Verein für den Chiemgau zu Traunstein e.V.«. Die 335 Mitglieder zählende Vereinigung bringt seit mehr als hundert Jahren mit den regelmäßig erscheinenden Schriften den Menschen Heimatforschung nahe. Seit 23 Jahren geschieht dies in Form von Jahrbüchern, die wertvolle Nachschlagwerke für alle sind, die sich für die Geschichte der Heimat interessieren.


Den größten Raum im neuen Band nehmen die Forschungen von Gerd Evers ein, der die Situation in Stadt und Bezirk Traunstein im Ersten Weltkrieg untersucht hat. Er gibt Zeugnis von Traunstein vor dem Krieg und bei Kriegsausbruch sowie während der entbehrungsreichen Zeit des Ersten Weltkriegs. Er beleuchtet aber auch, wie die Situation im Bezirk war, beschreibt Kriegsende, Revolution und Gegenrevolution. Abgerundet wird der lesenswerte Beitrag über die Folgen, die der Ersten Weltkrieg für die Stadt und das Umland hatte.

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Werner-Paul Hellmuth widmet sich in seinem Beitrag einem Sohn der Stadt, dem Kirchenmaler Max Fürst (1846 bis 1917), dessen Arbeiten man noch in vielen Gotteshäusern in der Region sehen kann. Bewundernswert an Max Fürst, so schreibt der Autor, war die Tatsache, dass er neben den vielen Aufträgen als Kunstmaler auch noch Zeit für heimatkundliche Forschungen fand. Nach ihm ist der seit 2002 jährlich vergebene Preis für Heimatforscher benannt.

Werner-Paul Hellmuth ist auch maßgeblich an einem weiteren Projekt beteiligt, das er vor mehr als fünf Jahren mit Helmut Kölbl in Angriff genommen hat: die Traunsteiner Straßenbücher. Mehr als 35 000 Bilder sind seit Beginn der Serie verarbeitet worden, berichtet Kölbl in einem weiteren Beitrag in dem neuen Jahrbuch. Eines der vor kurzem fertiggestellten Straßenbücher stellt den neu gewidmeten Ernst-Rappel-Weg nach Sparz mit den Kreuzwegstationen vor. 155 Straßen sind bereits komplett bearbeitet; mehr als 130 Straßen und Stadtteile sollen noch erfasst werden. Nachrufe sind zwei in diesem Jahr verstorbenen Heimatforschern gewidmet: Der renommierte Landeshistoriker Professor Ernst Dopsch ist heuer 71-jährig gestorben und der Seebrucker Heimatforscher Dr. Alfons Regnauer verstarb an seinem 73. Geburtstag. Beide Persönlichkeiten haben sich um die Heimatforschung verdient gemacht.

Hans Helmberger, der seit 2012 Vorsitzender ist, gibt im Jahrbuch einen Rückblick auf die 125-jährige Geschichte des Historischen Vereins unter dem Titel: Des Königs Kabinettsbefehl – und was aus ihm in Traunstein geworden ist. Abgedruckt ist in dem Jahrbuch auch der bemerkenswerte Vortrag, den Manfred Treml beim Festabend anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Historischen Vereins im Großen Ratssaal gehalten hat. Ergänzt wird der Band mit Jahresberichten und Informationen über das Vereinsgeschehen im zu Ende gegangenen Jahr 2014.

Die Mitglieder des Historischen Vereins haben das bei A. Miller & Sohn gedruckte Jahrbuch kostenlos erhalten. Alle anderen Interessierten können das reich bebilderte Werk unter anderem beim Traunsteiner Tagblatt an der Marienstraße kaufen. -K.O.-

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