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Neues Hochregallager in Adelholzen

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Die Adelholzener Alpenquellen wollen ihren Betrieb erweitern und ein neues Hochregallager für Vollgut errichten, das im hinteren Bereich am Hang gebaut werden soll. (Foto: Wegscheider)

Siegsdorf – Die Adelholzener Alpenquellen GmbH möchte den Betrieb erweitern, um in Zukunft die Zahl der jährlichen Flaschenabfüllungen zu erhöhen. Geplant ist dafür ein neues Hochregallager im westlichen, rückwärtigen Teil des Betriebsgebäudes. Da der Platz am aktuellen Standort begrenzt ist, muss der zur Verfügung stehende Raum optimal genutzt werden.


Der Mineralwasser- und Brunnenbetrieb Bad Adelholzen muss als Nahrungsmittelproduzent gewisse Vorschriften einhalten, die eine Umstrukturierung des gesamten Betriebsgeländes mit sich bringen. Diese einzelnen Maßnahmen schlagen sich in der vierten und fünften Änderung des Bebauungsplanes »Sondergebiet Adelholzen« nieder.

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Neues Hochregallager soll 40 Meter hoch werden

Das Unternehmen setzt auch in Zukunft auf ein umweltfreundliches Mehrweg-Flaschensystem, das jedoch einen sehr großen Flächenbedarf für die Waschanlagen, Leergutlagerung oder Ähnliches mit sich bringt. Im westlichen Bereich des Betriebsgeländes – am Fuß des Hangs – soll deshalb ein Hochregallager für das Vollgut entstehen. Um es wirtschaftlich betreiben zu können, muss das Hochregallager etwa 40 Meter hoch werden. Das Planungsbüro Hinterschwepfinger aus Mehring hat hierfür bereits Entwürfe gefertigt, die auch das umliegende beziehungsweise das hinterliegende Gelände berücksichtigen.

Die Fassaden des doch großen und massiven Gebäudes sollen so gestaltet werden, dass es sich in der Umgebung »auflöst«. Das neue Lager soll möglichst nicht gesehen werden, weder vom Hochfelln, noch von der Autobahn, sondern nur vom Schwesternheim Bad Adelholzen aus. Verschiedene Möglichkeiten wurden schon durchgespielt, um die Ansicht möglichst im Hintergrund verschwinden zu lassen.

Außerdem wird die Infrastruktur überplant, sodass die Zuführung der Lastwagen besser gesteuert werden kann. Bei einer Ortsbesichtigung im September konnten sich die Gemeinderäte aus Bergen und Siegsdorf ein Bild machen und sich über die anstehenden Maßnahmen informieren.

Vorhandenen Raum optimal nutzen

Geschäftsführer Franz Demmelmair und Werksleiter Christian Stephan stellten anhand der Betriebszahlen aus den Jahren 2011 bis 2015 die Notwendigkeit des Hochregallagers anschaulich dar. So zeichnete sich auch in diesem Zeitraum ein Personalzuwachs von rund 30 Prozent ab. Da das Wachstum am Standort aus räumlichen Gründen begrenzt ist, muss der vorhandene Raum optimal genutzt werden. Dies berücksichtigt auch das neue Betriebskonzept mit optimaler Logistik im Betriebsablauf. Eine Umsetzung der Maßnahme soll bis Ende 2018 über die Bühne gehen.

Aktuell werden in Adelholzen jährlich rund 500 Millionen Flaschenabfüllungen abgewickelt. Für 2016 wird mit rund 524 Millionen Flaschen gerechnet. Mit der Errichtung des neuen Hochregallagers kann die Füllkapazität bis auf 700 Millionen ausgebaut werden. Im Bereich des Lagers entstehen zwar kaum mehr Arbeitsplätze, dagegen ist im Bereich der Verwaltung mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen.

Willi Geistanger (Grüne) schlug vor, die Fassade zu begrünen, denn das wäre eine gute Einbindung in die Umgebung. Bürgermeister Thomas Kamm entgegnete, dass die Pflege dafür sehr aufwändig und problematisch sei, um das auf einen längeren Zeitraum ordentlich zu gestalten. »Es wäre zwar schön, ist aber äußerst aufwändig und in der Realität kaum umsetzbar.«

»Es läuft nicht ganz rund beim Ordinariat«

Rainer Klapfenberger (SPD) erkundigte sich nach dem Stand der Dinge im Ferienpark Vorauf in Bezug auf die Wochenendhäuser. Kamm erklärte, dass die Gespräche mit einer Rechtsanwaltskanzlei im Gang seien, aber die ganzen Stellungnahmen noch nicht ganz abgeschlossen wurden. »Letztlich muss das Ganze hieb- und stichfest sein, sodass wir eine eindeutige Regelung haben«, so das Gemeindeoberhaupt.

Hias Landler (CSU) verglich den Neubau des Siegsdorfer Kindergartens mit dem Bau des Berliner Flughafens und wollte wissen, mit welchen Aussagen der Stillstand zu begründen ist. Thomas Kamm bestätigte, dass es unbestritten eine Verzögerung gegeben hat und es lag nicht an den Firmen, der Gemeinde oder dem Planungsbüro. »Es läuft nicht ganz rund beim Ordinariat. Bei der Vergabe war man sich nicht ganz einig, wer eingeladen wird und so verzögerte sich auch die Auftragsvergabe. Zeitlich liegen wir vier bis fünf Monate im Rückstand, doch kostenmäßig sind wir noch im grünen Bereich.« Der Umzug in den neuen Kindergarten ist für Ende Juli 2017 vorgesehen. hw