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Neues Haus für Feuerwehr und Schützen

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Traunreut Feuerwehr Schützen
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Im Beisein von rund 350 Gästen wurde das neue Gebäude der Feuerwehr Traunwalchen, in das auch die Schützengilde Traunwalchen eingezogen ist, eingeweiht. Die symbolischen Brezenteig-Schlüssel überreichte Bürgermeister Klaus Ritter (rechts) an den Kommandanten, Stefan Helmel (links), und den Schützenmeister Norbert Alversammer. (Foto: Rasch)

Traunreut – Mit dem Neubau des Traunwalchner Feuerwehrhauses wurde nicht nur für die Feuerwehr ein Schritt in eine gesicherte Zukunft erreicht. Durch die Unterbringung der Schützen im Keller des Gerätehauses konnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Feuerwehr ist bereits Ende Juli in das neue Domizil im Oderberger Gewerbegebiet umgezogen, die Schützen haben ihre Schießstätte Anfang Oktober in Betrieb genommen. Nun wurde das rund 1,6 Millionen Euro teure Projekt feierlich eingeweiht. Rund 350 geladene Gäste, darunter auch viele Ehrengäste und Fahnenabordnungen und nicht zuletzt rund 50 Firstdiebe waren gekommen.


Mit einer Fanfare eröffnete die Blaskapelle Traunwalchen unter Leitung von Manfred Berger den rund eineinhalbstündigen Festakt in der Fahrzeughalle. Bürgermeister Klaus Ritter beschränkte sich auf einige Dankesworte und wünschte der Feuerwehr und den Schützen viel Glück und Freude in dem neuen Gebäude. Beide Vereine hätten großes Engagement gezeigt und viel Freizeit geopfert. Lobend erwähnte er den enormen Einsatz der Schützengilde, die ihr neues Domizil in fast 4000 freiwilligen Einsatzstunden ausgebaut hat. »Ich ziehe den Hut vor Euch!«

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Dass nicht alles ganz rund gelaufen ist, darauf wurde nicht näher eingegangen. Vorbei und vergessen waren auch die unendlichen Standortdiskussionen. Das Architekturbüro Brüderl Traunreut, das mit der Planung beauftragt wurde – seitens der Stadt wurde der Neubau dann von der städtischen Architektin Ina Veit betreut – musste sich mit drei Bauherren auseinandersetzen: der Stadt Traunreut, der Feuerwehr und den Schützen. »Gott sei Dank ist das gut gelungen«, sagte Georg Brüderl. Der endgültigen Planung seien zehn Vorentwurf-Varianten vorausgegangen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass das Budget um rund 50 Prozent gekürzt worden sei.

Im Mai letzten Jahres konnte dann mit dem Bau auf dem 2000 Quadratmeter großen städtischen Grundstück begonnen werden. Entstanden ist eine 375 Quadratmeter große Fahrzeughalle und ein Verwaltungsbau mit Schulungs- und Bereitschaftsraum. Sowohl für die Feuerwehr als auch für die Schützen wurden ausreichend Stellplätze vorgehalten. Die Schützengilde hat ihr Schießlokal im Keller in Eigenleistung ausgebaut. Dank des handwerklichen Geschicks der Mitglieder ist ein attraktiver Aufenthaltsraum und ein hochmoderner elektronischer Schießstand entstanden.

Trotz einiger Rückschläge sei es gelungen, einen Schritt in eine gesicherte Zukunft zu machen und damit qualitative und professionelle Hilfe zu leisten, sagte Kommandant Stefan Helmel. Den neuen Standort bezeichnete er als ideal, zumal er auch durch die Nähe zur Kernstadt, in der viele Kameraden arbeiten, bei Alarmierungen schnell erreicht werden könne. Dank eines modernen Schulungsraumes könne auch eine professionelle Ausbildung angeboten werden.

Kreisbrandrat Christoph Grundner bezeichnete das Projekt als große Investition, um in Notsituationen zu helfen. Gleichzeitig führe es die Vereine und das Ehrenamt zusammen. Zu der Feier war auch eine Abordnung der Feuerwehr Hof im Leitaberge angereist. Die Kameraden pflegen seit 25 Jahren eine enge Partnerschaft. Kommandant Gerhard Maier überreichte Gastgeschenke an die Traunwalchner Kameraden und den Bürgermeister.

Als Vertreter der Schützengilde Traunwalchen stellte Schützenmeister Norbert Alversammer scherzhaft fest: »Ich hoffe auf eine voll umfängliche Bezahlung dieser Feier durch die Stadt. Unsere Mittel sind nämlich aufgebraucht.« Wie oben angeführt, haben die Schützen ihr neues Schießlokal in Eigenleistung ausgebaut. Neben zehn elektronischen Schießständen gibt es einen Auswerteraum und einen Aufenthaltsraum.

Um den Ausbau finanziell stemmen zu können, haben die Schützen nicht nur selbst angepackt. Einige Mitglieder haben sich mit Privatdarlehen eingebracht und es gab auch viele Sponsoren. »Die außergewöhnliche Spendenbereitschaft hat alle Erwartungen übertroffen«, betonte der Schützenmeister. Das neue Domizil lasse keine Wünsche offen. Man habe modernste Trainings- und Wettkampfbedingungen, wovon sich auch die Dorfgemeinschaft beim Dorfschießen vom 21. bis 25. November überzeugen könne. An die »Mitbewohner« im Obergeschoß gerichtet sagte er: »Wir freuen uns auf ein gutes Miteinander und bitten Euch, das Wasser stets oben zu lassen.« Glückwünsche übermittelten auch der zweite Bezirksschützenmeister des Bezirks Oberbayern, Stefan Fersch, und Alzgau-Gauschützenmeister Anton Hochreiter. »Der Bezirk Oberbayern ist stolz darauf, dass ihr das geschafft habt.« Hochreiter zollte den Schützen ebenfalls Respekt und wünschte ihnen hohe Ringzahlen und viele Blattl.

Bevor die Pfarrer Thomas Tauchert und Richard Datzmann von der katholischen Kirche, die Vikarin der evangelischen Pfarrgemeinde, Katharina Rigo und Pfarrer Constantin Bartok von der rumänisch-orthodoxen Kirche Traunreut dem neuen Haus den Segen spendeten und sich die Ehrengäste in das Goldene Buch der Stadt Traunreut eintrugen, überreichte Bürgermeister Klaus Ritter an den Kommandanten und den Schützenmeister symbolisch die Schlüssel. Diese wurden von Bäckermeister Hans Kneffel aus Brezenteig kreiert. Während sich die Gäste den Schweinsbraten und das Bier schmecken ließen, gingen die Geistlichkeiten durch das Gebäude und weihten alle Räume. ga