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Neues Feuerwehrhaus für Traunwalchen: Stadt bekräftigt Plan

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Die Wehren in Matzing und Pierling hätten ihre Gebäude fast ausschließlich in Eigenleistung errichtet beziehungsweise ausgebaut, und den Traunwalchnern werde ein vollständiges neues Gebäude hingestellt, räumte Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler (SPD) ein. »Die Matzinger, die ihr Haus in Eigenleistung gebaut haben, müssen sich wie vor den Kopf gestoßen fühlen«, warf Herbert Kusstatscher (SPD) ein und plädierte für eine Gleichbehandlung.


Bürgermeister Parzinger stellte dazu klar, dass das Feuerwehrhaus in Matzing unter völlig anderen Voraussetzungen gebaut worden sei. In Matzing haben sich nämlich die Vereine (Feuerwehr, Sonnenblume und Schützen) zusammengeschlossen und in Eigenregie ein Gebäude erstellt. Dafür hat der Bauherr, der Feuerwehrverein, von der Stadt einen Baukostenzuschuss von 270 000 Euro erhalten. Die Stadt Traunreut, die für die Unterkunft der Feuerwehr zuständig ist, zahlt dem Verein eine jährliche Miete. Die Feuerwehr wiederum hat das Haus mit allen Konsequenzen in Schuss zu halten. Mit diesem Pilotprojekt ist die Matzinger Feuerwehr wahrscheinlich die einzige Wehr weit und breit, der ihr Gebäude selber gehört.

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»Das ist kein Wunderwerk«

Wie berichtet, hat sich der Hauptausschuss auch bei einem möglichen Neubau in Traunwalchen darauf verständigt, bei den Planungen und Kostenschätzungen in die Richtung zu gehen, Feuerwehrler und Schützen unter einem Dach unterzubringen. Diese Regelung wird sowohl vom Feuerwehrverein als auch von den Schützen gewünscht, die ebenfalls seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Schützenheim sind. Dass es sich bei dieser Regelung – Feuerwehr und Schützen – um keinen Einzelfall handelt, stellte Parzinger klar: »Das ist kein Wunderwerk, das machen andere Gemeinden ständig.« Er gehe auch davon aus, dass die Feuerwehr und die Schützen auch Hand- und Spanndienste leisten werden.

Feuerwehrreferent Hans-Peter Dangschat (CSU) wies darauf hin, dass die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen seit Jahren um eine Verbesserung der Raum- und Parkplatzsituation kämpfe. Die oft zugestellte Feuerwehrausfahrt führe immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen und Verzögerungen bei den Einsätzen. Ein Um- oder Anbau auf dem bestehenden Areal würde auch in den Augen des Feuerwehrreferenten keine zufriedenstellende Lösung darstellen. Auch vor dem Hintergrund, dass Traunwalchen eine Wehr sei, die auch eine Zukunft habe, sollte der Neubau realisiert werden.

Zunächst muss aber erst ein geeigneter Standort gefunden werden. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts machte Parzinger zwar eine Andeutung, wo er sich das neue Gebäude vorstellen könnte, konkret wollte er sich dazu aber noch nicht äußern. Die Planung sieht vor, 2013 alles so weit vorzubereiten, um 2014 dann mit dem Bau beginnen zu können. Damit wäre nicht nur die Feuerwehr für die erhöhten und zusätzlichen Anforderungen in der Zukunft gerüstet, sondern auch die Schützen.

Derzeit herrscht Platzmangel

Die Traunwalchner Feuerwehr ist derzeit mit 45 Aktiven und zwölf Jugendlichen als Mannschaft gut bestückt. Dagegen mangelt es am Platz für die Gerätschaften und Umkleideräume für die Feuerwehrfrauen. Hinzu kommt die besondere Lage des Gerätehauses an der Carl-Off-Volksschule im Dorfzentrum. Bei Übungen und Einsätzen kommt es wegen der parkenden Autos immer wieder zu Behinderungen und problematischen Verkehrssituationen. Dieses latente Problem hatte auch bereits den Bauausschuss dazu bewogen, einen Neubau an anderer Stelle zu favorisieren.

Mit der Regelung, die Schützengilde mit ins Boot zu nehmen, könnten nach Ansicht der Schützen auch viele Synergie-Effekte erzielt werden, wie die gemeinsame Nutzung von Toiletten, Heizung oder Jugendraum. Die Traunwalchner Schützen nutzen seit 1986 den Saal des TSV-Sportheims als Schießstätte. Die sieben Schießstände entsprechen zwischenzeitlich aber weder den aktuellen sicherheitstechnischen, noch den sportlichen Anforderungen der DSB-Sportordnung. Der Altbestand werde nach Angaben von Schützenmeister Norbert Alversammer lediglich noch geduldet. Die Nutzung eines Saales als Schießstand sei nicht mehr zeitgemäß, ebenso der fehlende Umkleide- und Auswertraum, so Alversammer. ga