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Neues Baugebiet an der Geppinger Straße beschlossen

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Diese Flächennutzungsplan-Darstellung zeigt das neue Baugebiet, das südlich der Geppinger Straße ausgewiesen werden soll. (Plan: Marktgemeinde Waging am See)

Waging am See – Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, ein rund 1,7 Hektar großes Grundstück südlich der Geppinger Straße – gegenüber dem aktuellen Neubaugebiet auf der anderen Seite der Straße – als Baugebiet auszuweisen. Die dafür notwendige Flächennutzungsplanänderung wurde bei vier Gegenstimmen abgesegnet.


Ehe es aber so weit war, gab es eine rund 20-minütige Diskussion um das Für und Wider einer solchen Ausweisung. Gemeinderat Georg Huber sprach sich dafür aus, die dortige »Grünzunge« zu erhalten, wie es bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans im Jahr 2003 festgelegt worden war. Man solle, so meinte er, Baugebiete nach einem gewissen Konzept ausweisen, nicht nur nach leichter Verfügbarkeit.

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Auch Dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben war von der Fläche »nicht begeistert«: »Wollen wir in Zukunft nur noch durch Wohngebiete spazieren gehen?« Ihrer Meinung nach dürfe man nicht einen Ring von Wohnsiedlungen rund um den Ortskern schaffen und nicht jede Grünfläche zubauen. Einmal mehr regte sie an, sich doch endlich mit einer Verdichtung im Innenbereich zu befassen; denn das funktioniere nur, wenn die Kommune steuernd eingreift. Dieser Anregung schloss sich auch Christine Rehrl an.

Bürgermeister Herbert Häusl stimmte dem zwar im Grundsatz zu und meinte, man müsse mal zuschauen, welche Programme es dafür möglicherweise gebe. Allerdings schilderte er auch anhand einiger Beispiele, wie schwierig, teilweise unmöglich es für Hausbesitzer sei, für alte Häuser im Innenbereich eine finanzierbare neue Nutzung zu finden.

Denkmalschutz und Finanzierung problematisch

Auch Lydia Wembacher konnte dazu einige Erfahrungen beitragen, die sie bei Gesprächen mit Hausbesitzern gesammelt hatte. Denkmalschutzauflagen und Finanzierungsprobleme stünden an sich sinnvollen Maßnahmen oft entgegen. Außerdem ist sie der Meinung, dass es so viele solcher Immobilien in Waging gar nicht gebe. Aber sie rief ihre Gemeinderatskollegen dazu auf, einzeln oder vielleicht auch als Arbeitsgruppe Straße für Straße durchzugehen um zu sehen, wo Verdichtungen oder Sanierungen denkbar scheinen. In dem Zusammenhang wurde angesprochen, ob es nicht sinnvoll sei, eine Baugenossenschaft zu gründen, was auch Bürgermeister Häusl für zumindest überlegenswert hielt.

Geppinger Straße ist »ein Glücksfall«

Was aber die aktuelle Ausweisung an der Geppinger Straße anbelangt, wollte er nicht davon abrücken. Dieses ortsnahe Gebiet sei ein Glücksfall, meinte er, zumal es zum überwiegenden Teil bereits der Gemeinde gehöre; wer dort wohne, bräuchte auch nicht unbedingt ein Auto, weil alles fußläufig erreichbar sei.

Bauamtsleiter Manfred Gries sagte, dass bei einem Baugebiet dieser Größe nur 60 Prozent als Baufläche zu verwerten seien. Der Rest müsse für Verkehrsflächen, Grün- und Funktionsflächen aufgewendet werden. Er wies zum Schluss auch noch auf mögliche Hindernisse hin, die einer Ausweisung entgehen stehen könnten: die Nähe der Bergader Privatkäserei. Wegen möglicher Immissionen könnte es bei der Genehmigung des neuen Baugebiets durchaus Probleme geben. he