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Neuer Jugendtreff eingeweiht

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Kirchanschöring – Zahlreiche Gäste und Interessierte kamen zur Einweihung des Jugendtreffs an der Bahnhofstraße und nutzten die Gelegenheit, sich über den Neubau, die jungen Leute und die Philosophie der Einrichtung zu informieren.


Alles war gut vorbereitet: Die Tische auf der Terrasse waren weiß eingedeckt, der Sonnenschirm aufgespannt, der Kaffee stand bereits und die Kuchen, von den jungen Leuten selbst gebacken, lagen appetitlich auf Platten. Dazu trommelten ein paar junge Männer und Frauen auf Djemben (afrikanischen Bechertrommeln) – darunter auch der Asylbewerber Seydou Assane, der wohl einige der anderen Trommler auf diesem Instrument unterrichtet hatte. Den Eröffnungssong bot die junge Band »Saitscho Bayler« von Seppi, Floh und Bruno.

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Bürgermeister Hans-Jörg Birner ging auf die Historie des Jugendtreffs ein. Das alte Bahnhofsgebäude diente vor dem Umbau schon als Jugendtreff. Vor einigen Jahren von der Südostbayernbahn erworbene, war es der Gemeinde stets wichtig, das sehr markante, über hundert Jahre alte Bahnhofsgebäude zu erhalten. Birner würdigte Tobias Aiblinger vom Büro »Aiblinger + Aiblinger Architekten« in Traunstein: Beim Umbau habe das Zusammenspiel zwischen Architekt und Gemeinde hervorragend funktioniert. Mit beteiligt gewesen sei auch das verstorbene Gemeinderatsmitglied Hermann Gschirr.

Die Gemeinde verwirklichte das Haus im Rahmen des Projektes »Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring«, in dem die Nachnutzung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes eine wichtige Rolle spielte. Nur dadurch unterstützte es das Amt für ländliche Entwicklung mit einem Zuschuss von 25 Prozent, was rund 100 000 Euro ausmachte. »Es ist also durchaus sinnvoll, sich mit Konzepten für die Zukunft zu beschäftigen, auch wenn der eine oder andere das Erarbeiten von neuen Projekten und Projektideen gelegentlich infrage stellt«, machte der Bürgermeister deutlich.

Das alte Haus, in dem früher der Fahrkartenschalter stand, wurde renovierte und durch einen Anbau ergänzt. Die Maßnahme kostete rund 420 000 Euro. Neben der finanziellen Unterstützung des Freistaates erhielt die Gemeinde auch 8000 Euro vom Landkreis.

Mit dem neuen Jugendtreff ist viel mehr entstanden als »nur« ein Treffpunkt für die Jugend: Der Jugendtreff ist das »Basislager« für das »Im Grünen«-Festival. Darüber hinaus wurde das Haus zum Domizil der Jugendhilfe »Startklar«. Elfriede Allerberger hält dort ihre Treffen mit der Demenzgruppe ab und Sabine Bauer organisiert die Selbsthilfegruppe »Angst-Burnout-Depression«. Außerdem trifft sich Kerstin Schnoor jeden zweiten Montag im Monat mit anderen zum Tee und zum Gespräch.

Die Außenanlagen gestaltete Veronika Gschirr vom Landschafts-Architekturbüro Mühlbacher und Hilse in Traunstein. Sie schuf auf der südlichen Terrasse ein Sitz- und Liegepodest. Auf der Wiese wurde ein frei zugängliches Basketballfeld angelegt. Entlang der Grundstücksgrenze pflanzte man Sträucher mit Naschobst.

»Hier möchte ich auch wohnen«, meinte ein kleines Mädchen, dass das Haus mit seinen Eltern besichtigte. Damit teilte die Kleine die Meinungen anderer Besucher, die begeistert waren von den hell gestalteten Räumen.

Um die Konzepte und Methoden der offenen Jugendarbeit kümmert sich Jugendpfleger Günter Wimmer mit seinem Team um Michi Obermeier und Bruno Tschoner. Geöffnet ist der Jugendtreff dienstags, mittwochs und sonntags. »Und diese Zeiten werden jetzt schon sehr gut angenommen«, freute sich Günter Wimmer. Probleme mit Nachbarn gebe es nicht, weil man keine habe. »In Kirchanschöring gibt es nur Verbündete«, meinte er schmunzelnd. Pfarrer Ludwig Westermeier erteilte dem Haus den Segen und übergab es t offiziell seiner Bestimmung. ca