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Neuer Boden im Zellerbauernkaser

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Werkeln noch jede freie Minute, damit der neue Stallboden bis zum Richtfest fertig wird: Ortsheimatpfleger Franz Ringsgwandl (rechts) und seine Helfer. (Foto: Schick)

Ruhpolding – »Aufs Tanzn bin i ganga, drei ganze Wocha…« heißt es bald in Anlehnung an den alten Volksliedvers im Zellerbauernkaser in der Schwarzachenalm. Denn in dem ehrwürdigen Almgebäude steht die dritte Renovierungsphase kurz vor der Vollendung: der neue, helle Stallboden aus fünf Zentimeter starken Tannenbohlen.


Allerdings wird das Almvieh die hölzerne »Auslegeware« nur von außen zu Gesicht bekommen, schließlich soll der Kaser am Fuß des Sonntagshorns in Zukunft als kulturelle Informations- und Begegnungsstätte dienen.

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Damit der neue Boden im Rahmen des Richtfests am Sonntag, 7. Juni, »eintanzfähig« ist, werkelt derzeit Ortsheimatpfleger Franz Ringsgwandl mit seinen Helfern noch mit Hochdruck an der Fertigstellung. Jetzt werden die massiven, »konisch gesäumten« Bohlen passgenau zusammengefügt. Dazu muss jedes gehobelte Stück der Länge nach eingefräst werden, um jeweils zwei von ihnen blickverdeckt mit der »Feder« verbinden zu können.

Bis zu diesen Handgriffen war im Vorfeld allerdings im wahrsten Sinn des Wortes ein »Haufen Drecksarbeit« nötig. Und das bei Hundert Quadratmetern Fläche. Sobald es die Schwarzachenalm im Frühjahr ausgeapert hatte, machte man sich an die grundlegende Sanierung. Um mehr lichte Höhe zu gewinnen, wurde der alte, morsche Unterbau mitsamt Dungresten, Steinen und Unrat abgetragen und dadurch das Bodenniveau fünfzehn Zentimeter tiefer gelegt. Eine verdichtete Schicht Gründberg-Kies mit verschiedener Folienabdeckung bildet nun den Untergrund für das dauerhafte Lärchen-Lager, zwischen das eine mineralische, nicht entzündliche Aufschüttung aufgebracht wurde. Zugleich hält sie Ungeziefer fern und ist eine ideale Wärmedämmung.

Die Stallboden-Sanierung ist vorerst das letzte Bauprojekt am Zellerbauernkaser, das wie alle anderen ausschließlich ehrenamtlich in unzähligen Stunden abgewickelt und von der Gemeinde, dem Bayerischen Staatsforst unterstützt und durch Spenden getragen wird.

Seit Jahren bemüht sich Ortsheimatpfleger Franz Ringsgwandl um den Erhalt des Gebäudes, das fast schon dem Verfall preisgegeben war. Im Zuge der Instandsetzung erhielt der Kaser ein neues Holzschindeldach, wurde der Vorkaser nach alten Fotos und Erinnerungen in den ursprünglichen Zustand versetzt, ein neuer Almherd mit schweren, eisernen Ofenplatten eingebaut und die Außenanlagen verschönert.

Durch den enormen ideellen Aufwand, hinter dem eine gehörige Portion Herzblut steckt, steht nun der interessierten Öffentlichkeit ein sehenswertes Kleinod bäuerlicher Kultur offen. Als nächsten Schritt möchte Franz Ringsgwandl das in der Nähe befindliche E-Werk sanieren, das 1951 gebaut wurde und zur Stromlieferung für die Woacher-Alm diente. ls