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Neuer Anlauf für Straßensanierung in Kaltenbach

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Die Verankerung der Leitplanke steht teils frei im Wasser; der Bereich zwischen Kaltenbach und Straße ist abgerutscht. Eine Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Nußdorf–Kammer im Bereich Kaltenbach ist dringend notwendig.

Traunstein – Fast vier Jahre ist es her, dass das Hochwasser am 2. Juni 2013 eine Spur der Verwüstung auch durch den Landkreis Traunstein zog. Die meisten Schäden wurden in relativ kurzer Zeit beseitigt. Aber nicht alle.


Lediglich Schwemmsandbänke in den Auwäldern entlang von Traun und Alz erinnern noch an die Flutkatastrophe – und eine Straße, die bei dem Hochwasser schwer beschädigt und seither immer noch nicht saniert wurde: die Gemeindeverbindungsstraße Nußdorf–Kammer zwischen Aiging und Kaltenbach.

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Im kommenden Monat möchte die Stadt Traunstein einen erneuten Versuch unternehmen, die Sanierungsarbeiten auszuschreiben. Der erste Versuch im Frühsommer vergangenen Jahres war gescheitert, weil zum Submissionstermin kein einziges Bauunternehmen ein Angebot abgegeben hat. Acht Firmen hatten sich damals über das Bauvorhaben informiert. Sich um den Auftrag bewerben wollte sich aber keine einzige.

Ob es an der boomenden Baukonjunktur und der deshalb hohen Auslastung der Firmen lag? Oder an der kniffligen Aufgabenstellung? – Oberbürgermeister Christian Kegel will beides nicht ausschließen. Die Straße verläuft auf einer Strecke von etwa 200 Meter unmittelbar angrenzend an den Kaltenbach, der das Wasser zum Kraftwerk im gleichnamigen Ortsteil leitet. Beim Juni-Hochwasser 2013 unterspülte der Bach an manchen Stellen die Straße so stark, dass die Verankerung der Leitplanken seither frei im Wasser steht.

Schwere Lastzüge und Sattelschlepper taten ein übriges, im Laufe der Jahre die Schäden zu vergrößern. Eine Totalsperre für den Schwerverkehr war nicht möglich, weil in Kaltenbach ein kunststoffverarbeitender Betrieb ansässig war, dessen Warenverkehr über die Straße abgewickelt wurde. Das Unternehmen hat inzwischen ein neues Betriebsgebäude in Herbsdorf bezogen, sodass dieser Schwerverkehr wegfällt. Inzwischen wurde die Gemeindeverbindungsstraße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen total gesperrt. Damit ist der Lkw-Verkehr von der Bundesstraße 304 in Richtung Waging/Otting unterbunden worden. Die Straße war nämlich ein beliebter Abkürzer für Lkw-Fahrer.

Ursprünglich wollte die Stadt Traunstein erreichen, dass die Beschädigungen an der Gemeindeverbindungsstraße als Hochwasserschäden anerkannt und die Reparatur mit Geld aus dem Hochwasserfonds bezahlt wird. Das ist jedoch nicht gelungen, sodass die Kosten für die Sanierung von der Kommune bezahlt werden müssen. Wie Kämmerer Reinhold Dendorfer auf Rückfrage unserer Zeitung mitteilte, war bereits im Haushalt für 2016 Geld für die Sanierung vorgesehen. Die 71 000 Euro wurden jetzt in den Haushalt 2017 übernommen. Ob der Betrag ausreichen wird, ist jedoch völlig offen.

Die Baustelle birgt nämlich einige Risiken und Unwägbarkeiten, was vielleicht auch ein Grund dafür war, dass keine Angebote eingegangen sind. Um die Arbeiten erledigen zu können, muss man den Mühlbach trockenlegen. Jeder Tag, an dem kein Wasser fließt, bedeutet einen finanziellen Verlust für den Betreiber der Stromerzeugungsanlage. Diesen Verlust muss die Stadt Traunstein ausgleichen. Läuft die Anlage im Vollbetrieb, so dürften das täglich einige Hundert Euro sein.

Die Möglichkeit, die Straße vom Bach abzurücken, würde zumindest genauso teuer sein wie die Sicherung zum Kaltenbach hin. Auf der anderen Straßenseite ist nämlich ein dicht bewaldeter Steilhang. Würde man diesen anschneiden, um Platz für die Gemeindeverbindungsstraße zu schaffen, müsste man den Hang mit einer Mauer sichern.

Nun darf man gespannt sein, ob sich bei der neuerlichen Ausschreibung ein Unternehmen finden wird, das sich an die knifflige Baumaßnahme herantraut. - K.O .-