weather-image
34°

Neuen Lebensmut verbreitet nach der Pest

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das ist das älteste Foto des Trachtenvereins Bergen vom historischen Pfannenflickertanz im Jahre 1909. Seit 1994 ist der Tanz alle zehn Jahre zu sehen.

Bergen. Nur alle zehn Jahre findet er statt, der historische Pfannenflickertanz in Bergen. Heuer ist es wieder soweit: Am Faschingssonntag sind die Pfannenflicker des GTEV Bergen wieder im ganzen Ort unterwegs, um die Einheimischen, aber auch Gäste von auswärts zu erfreuen.


Los gehts um 9.30 Uhr in Hausen. Gegen 10.15 Uhr sind die Pfannenflicker dann in Mühlwinkl, um 10.45 Uhr in Au, um 11.30 Uhr in Anger, gegen 12 Uhr in Pletschau, um 13 Uhr in Weidach, um 13.30 Uhr in Weißachen, gegen 14.30 Uhr in Gries, ab 15.30 Uhr in Stocka und etwa um 16 Uhr am Dorfplatz. Der Tanz wird bei jedem Wetter gezeigt. Anschließend findet ein Ausklang mit Musik im Gasthof zur Post statt.

Anzeige

Der Brauch des Pfannenflickertanzes stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, als im Chiemgau die Pest herrschte, an der viele Menschen zugrunde gingen. In dieser Zeit, in der die Leute ängstlich und scheu jeden Kontakt zu ihren Mitmenschen mieden, um sich nicht anzustecken, zogen die Pfannenflicker als eine der Ersten wieder durch die Dörfer.

Sie waren als immer lustige Leute bekannt, die weit herumkamen und stets interessante Neuigkeiten zu erzählten hatten. Zudem führten sie als erste in der Öffentlichkeit wieder ihre eigenartigen Tänze nach der Pestzeit auf und gaben so den Menschen neuen Lebensmut und Frohsinn. Aus dieser Zeit stammt der Bergener Pfannenflickertanz, der von jungen Männern des Dorfes aufgegriffen wurde und seither zur Freude der Bevölkerung immer wieder am Faschingssonntag aufgeführt wird. Ursprünglich wurde der Tanz nach großen Zeitabständen (19 und 25 Jahre) wiederholt. Seit 1994 sollen die Pfannenflicker alle zehn Jahre zu sehen sein. Die erste Dokumentation ist ein Bild aus dem Jahre 1909.