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Neue Turnhalle und sozialer Wohnungsbau

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Grassau. Die Grassauer CSU hat viel vor. Neben dem Bau einer neuen Turnhalle steht auch die energetische Sanierung der Schule an vorderster Stelle. In der sehr gut besuchten Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Kommunalwahl wurden auch die 20 Kandidaten vorgestellt.


Ortsvorsitzende Daniela Ludwig, die auch für den Gemeinderat kandidiert, nannte bereits verwirklichte Ziele wie beispielsweise den Ausbau des Geh- und Radwegenetzes, den Breitbandanschluss, die umweltfreundliche Heizanlage für Kindergarten und Doktorhaus sowie den Ausbau des Moorerlebnispfads. Ein Asylbewerberheim in Rottau sei abgewendet und dafür das in Grassau vergrößert worden. Weiter wurde die Fernwärme ausgebaut, die Feuerwehr erhielt ein Ersatzfahrzeug, die Fahrzeughalle werde erweitert. An der Schule wurde ein Anbau für die Ganztagsbetreuung geschaffen, Kanal- und Wasserleitungen wurden saniert. In Mietenkam wurde das gemeindliche Gebäude energetisch saniert und die Brücke Kendlmühle erneuert. Beteiligt sei die CSU auch an der Neugestaltung des Ortszentrums gewesen.

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Die Ziele deckten sich mit den anderen Parteien, denn allen sei es wichtig, Grassau voranzubringen. Grassau müsse lebenswert bleiben, die Zukunft ökologisch wie ökonomisch geplant werden. Natur und Kultur müssten geschützt und die Region für Einheimische und Gäste attraktiv gestalten werden.

Wichtig sei, dass junge Familien im Ort gehalten werden. »Wir brauchen einen sozialen Wohnungsbau mit bezahlbaren Mietwohnungen«, forderte sie, denn nicht jeder könne sich ein Eigenheim leisten. Zudem gelte es, in die Sportanlagen zu investieren. Gleichwohl gelte es, den Handel und das Gewerbe zu stärken. Wichtig sei es, den Edeka im Ortszentrum zu halten. Zu den Gewerbegebieten meinte sie, erst sollten die bestehenden Flächen genützt werden. Außerdem gelte es, den Schulstandort Grassau zu halten. »Wir brauchen auch dringend eine neue Turnhalle, und das Schulhaus gehört saniert«. Auch die Kleinkinderbetreuung stehe ganz oben auf der Agenda. Die 20 Kandidaten hätten 38 Kinder und wüssten, wo Handlungsbedarf sei.

Seit Juni 2013 sei der Hochwasserschutz enorm wichtig geworden. Derzeit werde ein 1000-jährliches Hochwasser berechnet – Grassau könnte 70 Zentimeter unter Wasser stehen. Landwirte, die ihre Flächen für den Hochwasserschutz bereitstellen, müssen entsprechend entschädigt werden, sagte Ludwig. Ein schnelles Internet ziehe Unternehmen an. In Zukunft werde es auch wichtig sein, mehr Mittel für die Sanierung im Straßenbau bereit zustellen.

In der Diskussion sagte Thomas Voit, für eine neue Turnhalle in Grassau sollte sich ein Förderverein gründen. Laut Gemeinderatskandidat Peter Sprus koste eine solche Halle rund 3,5 Millionen Euro. Auch Tom Hagl, der ebenfalls kandidiert, fand eine neue Turnhalle wichtig, da in Grassau noch nicht einmal ein Fußballturnier abgehalten werden könne. Laut Sprus wäre die Zeit für eine Turnhalle wegen der Zinslage gut. Allerdings seien die Fördermittel zurückgegangen.

Irmgard Nagele interessierte, wie das Ehrenamt gestärkt werden soll. Es sei hier nicht mit Kuchen für ein Fest getan, meinte Daniela Ludwig dazu. Auch finanzielle Mittel gehörten für die Vereine bereitgestellt. Zur Stärkung des Ehrenamts zähle die Unterstützung der Gemeinde, fügte Gemeinderatskandidat Manfred Kneis hinzu. Dies funktioniere in Grassau sehr gut.

Ob die in der Tiroler Achen geplanten Fließwasserkraftwerke kommen, interessierte eine Dame. Sie befürchte, dass durch eine Aufstauung der Achen der Grundwasserspiegel steige. Auch wollte sie wissen, ob dieses Thema nicht besprochen werde, weil negative Einflüsse für die Wahl befürchtet würden. Eine offizielle Aussage hierzu gebe es nicht, so Daniela Ludwig. Tom Hagl versicherte aber, dass der Hochwasserschutz vorgehe. Die Gemeinderatskandidatin Doris Noichl sprach sich gegen Fließwasserkraftwerke aus. Die Gänsbachsiedlung sei gefährdet und das Grundwasser werde sicher steigen. Auch informierte sie, dass bereits Spundwände zur Hochwassersicherung eingebaut würden. Besser wäre es, kleine Wasserkraftwerke zusammenzulegen, denn viele kleine ergeben auch ein großes, so Noichl.

Thomas Voit interessierte die Planung des neuen Wertstoffhofes am Ortseingang. Er sollte etwas versteckt und nicht direkt am Ortseingang gebaut werden, meinte er. Fritz Seibold fragte, ob der Standort in Frage gestellt sei. Gemeinderat Werner Haslinger informierte, dass die Firma Katek angefragt habe, ob das für den Wertstoffhof vorgesehene Grundstück nun doch verkauft werde. Der Wertstoffhof könnte auch ins Gewerbegebiet verlegt werden.

Der soziale Wohnungsbau interessierte Rita Laxganger. Hierzu meinte Peter Sprus, dass bei Grundausweisung für Einheimische die Gemeinde auch ein Grundstück für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellen könnte und Investoren dann günstige Mietwohnungen bauen, wobei der Mietzins unter dem aktuellen Mietspiegel liegen müsse. tb