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Neue Satzung machte Neuwahlen möglich

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Ehrung für Johann Kaindl senior (Mitte): Als Dank und Anerkennung für seine 26-jährige ehrenamtliche Arbeit in der Vorstandschaft des Wasser- und Bodenverbands Grabenstätter Moos überreichten ihm der wiedergewählte Vorsitzende Johann Wimmer (links) und dessen bisheriger Stellvertreter Bernhard Speckbacher (rechts) einen Geschenkkorb. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Eigentlich hätten die turnusgemäß alle fünf Jahre stattfindenden Neuwahlen des Wasser- und Bodenverbands Grabenstätter Moos bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen, doch da man sich eine neue, zeitgemäße Satzung – die alte Satzung war von 1939 – geben musste, hatte man damals den Ratschlag des Landratsamts Traunstein beherzigt, die Neuwahlen um ein Jahr zu verschieben.


Bei der jüngst abgehaltenen Wahl wurde Johann Wimmer als erster Vorsitzender bestätigt. Dies entschieden die Mitglieder einstimmig bei der Jahresversammlung im Gasthof »Grabenstätter Hof«. Wimmer steht dem Verband seit 16 Jahren vor. Er gehe davon aus, dass es seine letzte Amtszeit sein werde.

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Neue Satzung seit Anfang September in Kraft

Die neue Satzung wurde am 2. September im Amtsblatt des Landratsamts veröffentlicht und trat damit in Kraft. Sie ist nun wieder komplett im Einklang mit dem geltenden Wasserverbandsgesetz (WVG). Mit dem bisherigen zweiten Vorsitzenden Bernhard Speckbacher und Johann Kaindl junior gab es zwei Bewerber um das Amt jenes Beisitzers, der laut neuer Satzung Stellvertreter des Vorsitzenden ist. Kaindl entschied das Rennen mit zehn zu sechs Stimmen für sich. Speckbacher bleibt der Vorstandschaft aber als einfacher Beisitzer erhalten. Die sechs weiteren Beisitzer sind Josef Mittermeier, Hans Englmaier, Josef Huber, Georg Krutzenbichler, Seppi Klauser und Florian Huber. Bürgermeister Georg Schützinger fungierte als Wahlleiter.

Nach 26 Jahren aus der Vorstandschaft ausgeschieden ist Johann Kaindl senior. Zuletzt hatte er sechs Jahre das Amt des Schriftführers inne. »Wir haben uns immer auf ihn verlassen können, waren wunderbare Partner, das ist nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit, Hut ab«, bedankte sich Wimmer bei Kaindl für dessen langjähriges ehrenamtliches Engagement mit einem großen »Fresskorb«.

Wie üblich habe man Mitte September mit dem Ausbaggern des Hauptkanals begonnen und im Vergleich zum Vorjahr sei wieder »viel Material drin und viel verwachsen gewesen«, betonte Wimmer in seinem Jahresbericht. Hauptaufgabe des Verbandes sei, das Wasser, das man von fast allen Seiten aufnehme, in Richtung Chiemsee wegzubringen. Auch die Mäh- und Rechenarbeiten seien mittlerweile angelaufen und sollten bis Allerheiligen abgeschlossen sein.

Grabensystem ist »super in Schuss«

Am Mittwoch, 2. November, um 8 Uhr beginnt an der Unterführung in Winkl die alljährliche Handräumung, und zwar letztmals unter der bewährten Führung des langjährigen Capos Josef Peteranderl. »Wir schauen, dass wir einen guten Nachfolger finden«, so Wimmer. Den Rest werde man dann wieder mit dem Mähkorb und der Fräse räumen, denn damit könne der Schlamm gut entfernt werden und die Sohle unten gehalten werden. »Unser Grabensystem ist ansonsten super in Schuss«, so Wimmer.

Weniger erfreulich sei, dass die geleisteten Handstunden (2015: 67) der Mitglieder weiterhin rückläufig seien. Die Maschinen kämen entsprechend mehr zum Einsatz. Mit dem Forstbetrieb Ruhpolding habe man sich auf eine Kostenbeteiligung an den Grabenräumungsarbeiten einigen können. Die Zweckvereinbarung gelte für zehn Jahre und müsse dann neu verhandelt werden.

Ein Ärgernis seien weiterhin die drei nicht richtig funktionierenden großen Durchlässe unter der Staatsstraße. »Das monieren wir seit drei Jahren, seit dem Jahrhunderthochwasser 2013, beim zuständigen Straßenbauamt, leider ist bis dato nichts passiert«, betonte Wimmer und versprach: »Wir geben da keine Ruhe, denn die Unterhaltspflicht liegt beim Straßenbauamt«.

Das Reparieren der eigenen Straßen, die durch das Maishäckseln zuletzt extrem gelitten hätten, werde viel Geld kosten, »vor allem die Hauptachsen müssen wir machen«, so Wimmer. Keine Einigkeit bestand darin, ob ein »Asphaltieren« finanziell Sinn machen würde. »Wir brauchen eine Lösung, die wir auch bezahlen können«, so Wimmer. Zudem müsse man bedenken, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handle.

Einen weiteren Kritikpunkt in Sachen Straßennutzung brachte Mitglied Sepp Huber vor: »Auf meinem Privatgrund stellt sich mittlerweile die Haftungsfrage«. Was die zunehmende Biberproblematik im Grabenstätter Moos anbelange, werde man sich zeitnah ans Landratsamt wenden, meinte Wimmer.

Verband hofft auf Geld von Gemeinden

Trotz erheblicher Ausgaben konnte Kassiererin Elisabeth Bartsch einen zufriedenstellenden Kassenstand vermelden. Wie Bartsch mitteilte, habe sie die Grabenräumarbeiten 2013/ 2014 fast komplett abgerechnet. Das Grabenräumen schlage sicherlich wieder mit 8000 bis 10 000 Euro zu Buche, dann seien aber noch keine Wege gemacht, gab Wimmer zu bedenken. Auch weil es sich um allgemeine Wald- und Feldwege handle, die von allen genutzt würden, nicht nur von den Bauern, erhoffe er sich beim Unterhalt in Zukunft finanzielle Unterstützung von der Gemeinde. »Wir haben unsere Gemeindestraßen zu unterhalten und für die Wald- und Feldwege sind nach dem Straßen- und Wegegesetz die Anlieger zuständig«, erwiderte Schützinger. mmü