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Neue Räume für die Gemeindebücherei

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Die Gemeindebücherei ist bisher im Keller des Rathauses untergebracht und über eine Außentreppe erreichbar. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Die Gemeindebücherei in Marquartstein soll »raus aus dem Keller«. Einstimmig fällte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, dass in diesem Jahr ein Konzept zum Bau einer neuen Gemeindebücherei erstellt werden soll.


Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Gemeindebücherei hatten in einem Brief an den Gemeinderat auf die äußerst ungünstige Unterbringung der Bücherei im Keller des Rathauses hingewiesen. Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen könnten die Bücherei nur während der Öffnungszeiten des Rathauses besuchen, da nur dann der Aufzug genutzt werden kann. Der Wunsch des Teams ist nach der Zerschlagung des Projekts Bürgerhaus der schon mal in der Diskussion gewesene Pavillon auf dem Gelände des Rathauses mit ebenerdigem Zugang.

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In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Stefanie Kümper als Sprecherin des Büchereiteams die Situation noch einmal dar und betonte: »Wir wollen raus aus dem Keller, Tageslicht, barrierefrei und ebenerdig.« Derzeit sei für die Bücherei mit ihren 10 000 Medien eine Fläche von rund 130 Quadratmeter vorhanden, 200 bis 250 Quadratmeter inklusive kleiner Küche seien wünschenswert. 888 Benutzer hatte die Bücherei im letzten Jahr. Für eine Planung empfahl sie, die Fachleute vom St. Michaelsbund zu kontaktieren.

Bürgermeister Andreas Dögerl begrüßte es, dass nach den »Einzellösungen« für Achental-Tafel und Musikkapelle nun auch nach einer angemessenen Unterbringung für die Gemeindebücherei gesucht werde. Vorstellbar sei ein zusätzlicher Raum, der als Seniorentreff und Kinderkino sowie für Veranstaltungen der Bücherei genutzt werden könne. In diesem Jahr müsse zwar noch vieles andere aufgearbeitet werden, aber bis Ende des Jahres könne voraussichtlich ein Konzept vorliegen, wobei der Gewinner des Architektenwettbewerbs in die Planung mit einbezogen werden sollte.

Alle Gemeinderäte befürworteten dieses Vorhaben. Anke Entfellner-Häusler wies darauf hin, dass für Bibliotheken in der Geschichte immer die schönsten und wertvollsten Gebäude und Säle gebaut wurden und damit ein Zeichen für die Wertschätzung des Buches gesetzt wurde.

Klaus Biersack sah eine Gefahr darin, dass die Summe der Einzelmaßnahmen bald so groß sein könnte wie die Kosten für das (inzwischen aus Kostengründen verworfene) Bürgerhaus. Möglicherweise würden künftig auch E-Books so viel genutzt, dass man gar keine große Bücherei mehr brauche. Dem widersprach Dögerl. Die Kosten für das Bürgerhaus hätten in etwa bei 2,8 Millionen Euro gelegen. Mit dem Kauf der Räume für die Tafel, den Räumen für die Musikkapelle und den – grob geschätzt – 700 000 Euro für einen Pavillon sei das immer noch viel weniger Geld als ein Bürgerhaus verschlungen hätte. Und Bücher hätten sicher immer Bestand.

Auf die Frage von Peter Lloyd, wie gut die Arbeit ehrenamtlich zu bewältigen sei, erklärte Stefanie Kümper, dass die 18 Frauen sicher nicht mehr leisten könnten als bisher. Erst jetzt sehe man, wie viel Arbeit Ingrid Gut, die ehemalige Leiterin, zusätzlich »hinter den Kulissen« geleistet habe. Josef Moritz schlug vor, anstatt eine festangestellte Kraft für die Bücherei zu bezahlen, das ganze Team zu entschädigen. Die Frage, wie eine größere Bücherei mit eventuell erweiterten Öffnungszeiten finanziert werden könne, werde erörtert, wenn das Gesamtkonzept steht, so der Bürgermeister. Thomas Halder und Peter Lloyd forderten, dass bei der Planung das Büchereiteam und die Fachleute des St. Michaelsbundes einbezogen werden müssten. gi