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Neue Orgel in St. Leonhard bei Festgottesdienst eingeweiht

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Pfarrer Andreas Ager segnete die neue Orgel der Wallfahrtskirche St. Leonhard mit Weihwasser und Weihrauch. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – Das Kirchweihfest am gestrigen Sonntag hatte in diesem Jahr für die Kirche St. Leonhard eine ganz besondere Bedeutung. Wurde nicht nur der Erbauung der wunderschönen Wallfahrtskirche gedacht, sondern auch die Einweihung der neuen Orgel gefeiert. Pfarrer Andreas Ager sprach von einem »sehr sinnigen« Zusammentreffen der Termine. »Wir danken heute dafür, dass eines der wichtigsten Ausstattungsstücke der Kirche geweiht wird, die Orgel.« Dann schritt der Pfarrer die vielen Stufen zur Orgelempore hinauf und segnete das neue Instrument mit Weihwasser und Weihrauch.


»Das ist ein ganz schönes Geburtstagsgeschenk«

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Für den Gottesdienst war in St. Leonhard alles für ein großes Fest bestens vorbereitet worden. Vor dem Altar hatten kreative Hände ein Gesteck aus Blumen und alten Orgelpfeifen gerichtet, nicht weniger als 20 Ministranten begleiteten den Gottesdienst, den Pfarrer Ager zusammen mit Gemeindereferent Martin Riedl gestaltete. In seiner Einführung nahm der Pfarrer die Gelegenheit wahr, Organistin Wally Hasenknopf zum am Vortrag gefeierten 50. Geburtstag zu gratulieren und fügte sich auf die neue Orgel beziehend schmunzelnd an: »Das ist ein ganz schönes Geburtstagsgeschenk. Das wird beim 60. nicht mehr zu toppen sein.«

Wally Hasenknopf war es vorbehalten, mit dem Orgelkonzert op. 4. Nr. 2 in B-Dur von Georg Friedrich Händel die Orgel offiziell in den Gottesdienstbetrieb einzuführen. An den Registern unterstützt von ihrem Bruder Dr. Josef Fenninger, Organist in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt am Tachinger See, ließ sie dieses gewaltige Orchesterwerk durch den Kirchenraum erklingen. Für manchen aktiven Leonharder, der sich über viele Jahre hinweg für eine neue Orgel eingesetzt hat, war dies ein erhebender Moment. Der zweite Vorsitzende des Orgelfördervereins, Hermann Eder, fasste das beim Mittagessen in Worte: »Da geht einem vieles durch den Kopf, was alles in den vergangenen Jahren geschehen ist, bis es so weit war.«

Auch Gemeindereferent Martin Riedl ließ in seiner Predigt den langen Prozess bis zur Realisierung der neuen Orgel in Stichpunkten Revue passieren. Ausgehend vom Evangelium – auch Jesus hat nicht gezögert, sich beim Zöllner Zachäus einzuladen – appellierte er an die Gottesdienstbesucher, sich nicht auf ein »was wäre, wenn« zurückzuziehen, sondern zu handeln, zuzupacken, Tatendrang und Bereitschaft an den Tag zu legen. »Was wäre gewesen, wenn sich die Zögerer, die Bedenkenträger in St. Leonhard durchgesetzt hätten, wenn diese die Oberhand gewonnen hätten, die gemeint hatten: ,Warum brauchen wir eine Orgel? Rentiert sich das überhaupt?’ Dann würde immer noch die alte pneumatische Orgel oben stehen.« Zum Glück aber hätten sich diejenigen durchgesetzt, die Vertrauen und Zuversicht hatten.

»Was für einen Segen hat dieser Verein gebracht«

Allerdings habe man auch den richtigen Zeitpunkt gewählt. Denn in den 90er Jahren, als die Orgel bereits als minderwertig eingestuft worden war, wäre eine Neuanschaffung nicht möglich gewesen, da die Kuratie erst wenige Jahre davor eine große Kirchenrenovierung hatte schultern müssen. Riedl hob auch das segensreiche Wirken des Orgelfördervereins hervor, der nicht nur das Geld für die Orgel aufgebracht, sondern auch für viele Möglichkeiten der Begegnung der Menschen untereinander gesorgt habe: »Was für einen Segen hat dieser jüngste Verein der Gemeinde gebracht!« Viele hätten sich von diesem guten Geist anstecken lassen. So sei es zu diesem wunderbaren Festtag gekommen, den der Herrgott auch noch mit dem richtigen Wetter unterstütze.

Abschließend dankte Riedl allen, die sich für die neue Orgel eingebracht haben: »Jeder Einzelne darf jeden Ton ganz bewusst genießen und sich überlegen, wie hoch wohl sein Anteil an der Orgel ist.« Auch in den Fürbitten, gelesen von Praktikantin Anita Portain, wurde derer gedacht, die ihren Beitrag für die neue Orgel geleistet haben, aber auch derer, die den Klang des Instruments »stimmig in den Alltag übersetzen«.

Der Gottesdienst entwickelte sich in Folge zu einem musikalischen Erlebnis besonderer Art. Eine Bläsergruppe der Blaskapelle St. Leonhard, der Kirchenchor mit der sogenannten »Kleinen Orgelmesse« von Joseph Haydn unter Leitung von Wally Hasenknopf, die selber ein wunderbares Gesangssolo beitrug, die Cellistin Regina Brandner und natürlich Hasenknopf und Fenninger an der Orgel: Sie alle machten die Messfeier zu einem akustischen Genuss. Einer der Höhepunkte war das Zusammenwirken aller einschließlich Volksgesang beim Danklied »Erde, singe, dass es klinge«. Und zum Schluss brillierte Fenninger mit Teilen aus der »Suite Gothique« des französischen Organisten und Komponisten Leon Boellmann. he