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Neue Marienkapelle wurde geweiht

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Pfarrer Martin Straßer weihte jetzt die neue Marienkapelle am Anwesen Point über Unterwössen. Nachdem die alte Marienkapelle neben dem Haupthaus 1966 vom damaligen Eigentümer abgerissen worden war, haben die jetzigen Eigentümer Marius und Adelheid Schwarz einen würdigen Nachfolgebau errichtet. (Foto: Flug)

Unterwössen. Oberhalb von Unterwössen, am Anwesen Point, steht wieder eine Marienkapelle. Das in exponierter Lage neu errichtete Bauwerk weihte Pfarrer Martin Straßer jetzt in einem feierlichen Akt. Familie und Freunde der Eigentümerfamilie Marius und Adelheid Schwarz sowie die Handwerker, Gäste und Honoratioren aus Unterwössen waren gekommen. Sie genossen ein paar schöne Stunden an dem besonderen Ort.


Die neue Marienkapelle steht nicht mehr am gleichen Platz wie der Vorgängerbau; der war neben dem Haupthaus errichtet gewesen. Die neue Kapelle ruht auf einem Bichl, herausgehoben vor der Kulisse der heimischen Berge und Wälder. Die Gäste hatten sich in einem weiten Rund auf Bänken etwas unterhalb des Kirchleins niedergelassen. Pfarrer Martin Straßer begann mit der Feier des Gottesdienstes, die Schlechinger Alphornbläser und Musikanten aus der »Weitoima-Musi« stimmten ein. Da setzte ein Platzregen ein, der sich gewaschen hatte. Nur den Pfarrer, die Ministranten und wenige andere fasste die Kapelle. Die anderen flüchteten sich unter die Vordächer des Haupthauses und in die beiden nahestehenden Festzelte. So hörte nur ein kleiner Kreis, wie Pfarrer Martin Straßer auf die Bedeutung der Kirchenbauwerke in der jahrtausendealten Geschichte der Kirche verwies. Er erklärte, wie die in solchen Bauwerken manifestierten Ideen sich überall auf der Welt ausbreiteten. Er verwies, wie alte Kirchenbauwerke noch heute von bewegter Geschichte erzählen. Pfarrer Straßer brachte seine Freude zum Ausdruck, dass nun auch auf dem Point wieder eine Kapelle steht.

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Als er zur eigentlichen Weihe ansetzte, hatte es aufgehört zu regnen. Und wie er nach der Altarsegnung vor die Tür trat, den Türstock, das Gebäude und seine Glocke segnete, hatten sich die Gäste wieder eingefunden.

Nach dem Gottesdienst ergriff Hausherr Marius Schwarz das Wort. Er blickte zurück, wie Georg Meier im Jahr 1892 aufgrund eines Gelöbnisses neben dem Haupthaus des Points eine Marienkapelle errichtet hatte. Das Kirchlein wurde 1966 vom damaligen Eigentümer des Points abgerissen.

Schwarz gelang es, den vielen Zuhörern zu vermitteln, wie es zum Neubau kam. Er beschrieb, wie in ihm und seiner Frau aus Dankbarkeit für den Platz und den Ort die Idee gewachsen sei, eine neue Marienkapelle zu bauen. Er berichtete, wie er mit Hilfe von Nachbarn und dem Ortsheimatpfleger in die Geschichte eingetaucht war und sogar eine Urkunde von der Einweihung aus dem Jahr 1892 erhalten hatte.

Mit fachkundigen Handwerkern und Helfern habe er das Bauwerk schließlich erschaffen, so Schwarz. Besonders hob er den Planer Bernhard Greimel und den Steinmetz Christian Brügel hervor. Großen Anteil an der Entstehung habe auch sein Freund und Wegbegleiter Andi Mauracher gehabt. Die Fenster des Kirchleins habe Jutta Englert gestaltet. Seine Ausführungen schloss er mit dem Schlusswort der Urkunde aus dem Jahr 1892: »Möge die Kapelle wie auch die Urkunde den nachfolgenden Besitzern erhalten bleiben.«

Obwohl es noch mehrmals regnete, gingen immer wieder Leute zum kleinen Kirchlein auf dem Bichl, hielten ein paar Minuten inne im schönen Kirchenraum mit dem hohen Sichtdachstuhl. Bilder an der Wand und eine Marienstatur schaffen dort eine schöne Atmosphäre. lukk