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Neue Impftermine von Impfstoff-Lieferung abhängig

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Neue Impftermine in Altenmarkt gibt es erst je nach Verfügbarkeit des Impfstoffs wieder. Bis Ende Januar rechnet das Landratsamt aber damit, dass nur Zweitimpfungen möglich sind. Für den Impfbus, der ab Mitte Februar vier Gemeinden im Landkreis anfahren soll, kann man sich voraussichtlich ab Anfang Februar registrieren. Nähere und aktuellste Informationen gibt es auf der Internetseite impfzentren.bayern. Foto: dpa

Landratsamt bittet Impfwillige um Geduld – Bei Online-Anmeldung nur eine Person pro E-Mail-Adresse möglich


»Warten auf den Piekstermin« titelte das Traunsteiner Tagblatt kurz vor Silvester und beschrieb die Schwierigkeiten von Lesern, an einen Impftermin gegen das Coronavirus zu kommen. So berichtete etwa Winfried Thonig damals, er konnte seinen ersten Impftermin wegen einer erst kurz davor erfolgten Grippe-Impfung nicht wahrnehmen. Jetzt wandte er sich erneut an unsere Redaktion.

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»Das Prozedere danach – einen neuen Impftermin zu erhalten – war unerfreulich und nervenaufreibend. Eine Vormerkung zur Impfung mit Benachrichtigung war aus nicht verständlichen Gründen nicht möglich«, schreibt er. Erst vor wenigen Tagen habe er eine erfolgreiche Anmeldung zur Covid-19-Impfung mit E-Mail-Benachrichtigung für das Impfzentrum Altenmarkt erhalten über das Impfportal impfzentren.bayern.

Im Zweifelsfall Hilfe holen bei der Online-Anmeldung

Senioren, die mit einer Online-Anmeldung keine Erfahrung haben, empfehle er, sich Hilfe zu holen. »Für die Anmeldung benötigt man neben der E-Mail-Adresse, die bei der Anmeldung beglaubigt werden muss, auch ein entsprechendes Passwort mit Zahl und Sonderzeichen«, erklärt er.

Ein anderes Problem schilderte uns Jürgen Bennert. Von den Kliniken Südostbayernhabe er ein Schreiben ohne Datumsangabe erhalten. Mit Hilfe eines Codes konnte er sich auf der Website »traunstein.Impfzentrum.bayern« zum ersten Impftermin am 28. Dezember um 16 Uhr im Impfzentrum in Altenmarkt anmelden – der dann nicht stattfand, weil das Impfzentrum zu wenig Impfstoff erhalten hatte.

Tags darauf versuchte er vergeblich, das Impfzentrum telefonisch zu erreichen – wie etwa 1000 weitere Patienten. Das Gesundheitsamt riet ihm, auf gut Glück nach Altenmarkt zu fahren. Seine Nachbarin fuhr ihn von Unterwössen nach Altenmarkt – immerhin knapp 40 Kilometer entfernt – und zurück; umsonst. Der gesamte Impfstoff sei bereits reserviert, er könne nicht geimpft werden, hieß es. Nun fragt er nach der Erstattung der Fahrtkosten.

Wie er an einen Impftermin in Altenmarkt kommt, fragt Leser Peter Lenzeder. Sein Problem: Sein Erstwohnsitz liegt in Rheinland-Pfalz, der Zweitwohnsitz in Rosenheim. Allerdings halte er sich überwiegend bei seiner pflegebedürftig gewordenen Lebensgefährtin in Traunstein auf. Nach vergeblichen Versuchen, einen Impftermin in Traunstein oder Rosenheim zu erhalten, fragt sich der 81-Jährige nun, wie er hier an einen Impftermin kommt, ohne 1000 Kilometer fahren zu müssen.

Unsere Leserin Gudrun S. schrieb: »Ich habe mit viel Mühe meinen Mann und mich bei dem neuen Online-Portal unter unserer gemeinsamen E-Mail-Adresse angemeldet und hernach drei gleichlautende Bestätigungen per E-Mail erhalten, alle ohne Angabe des Namens. Jetzt höre und lese ich, dass nur eine Person pro E-Mail-Adresse angemeldet werden kann. Die Verwirrung ist komplett. Meine Frage nun: Wer von uns beiden ist jetzt angemeldet oder auch nicht? Wie kann ich das feststellen oder wer kann hierzu Auskunft geben?

Wir haben diese und weitere Anliegen unserer Leser ans Landratsamt weitergeleitet und dazu folgende Antworten erhalten:

Neue Termine voraussichtlich ab Freitag

»Zur Terminvergabe für den Impfbus (wir berichteten) kann man sich voraussichtlich ab Anfang Februar registrieren. Hierzu erfolgt noch eine entsprechende Pressemitteilung«, teilt Pressesprecher Michael Reithmeier mit. Für einen Termin im Impfzentrum Altenmarkt könne man sich auf der Internetseite impfzentren.bayern registrieren. Die Terminvergabe erfolge anschließend zentral über den Freistaat Bayern – je nach Verfügbarkeit des Impfstoffs. Aufgrund der hohen Nachfrage werde dies jedoch ebenfalls eine gewisse Zeit benötigen, um die Anmeldungen abzuarbeiten. »Am Freitag erfolgt zudem eine zentrale Umstellung auf die bayernweit einheitliche Softwarelösung. Bis Ende Januar werden aber wegen der Impfstoffknappheit fast nur Zweitimpfungen stattfinden können, so Reithmeier.

Bereits zugesagte Termine für Erstimpfungen müssten verschoben werden. Die Betroffenen würden vom Impfzentrum informiert. »Gleichzeitig werden die zu verschiebenden Termine direkt in das Online-Portal BayIMCO aufgenommen und neu terminiert, sobald hierfür Impfstoff vorhanden ist«, so Reithmeier.

Reithmeier bittet um Geduld: »Man muss sich nur einmal registrieren und wird automatisch kontaktiert, sobald man an der Reihe ist. Eine weitere Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Impfzentrum ist nicht erforderlich.« Zudem bittet er, auf Nachfragen, wann man an der Reihe sei, zu verzichten, da dies die Kapazitäten der Impfzentren belaste und zu Verzögerungen führe.

Wann und wie wird man über einen Impftermin informiert? »Sollten Sie sich vormerken lassen, erfolgt die Benachrichtigung über die Möglichkeit eines Impftermins per E-Mail, SMS oder Anruf durch einen Mitarbeiter im Impfzentrum. Der Kommunikationsweg ist abhängig davon, welche Erreichbarkeit angegeben wird«, sagt Reithmeier.

Nicht möglich sei es jedoch, dass mehrere Personen eine E-Mail-Adresse nutzen. »Pro Person kann aktuell nur eine E-Mail-Adresse verwendet werden. Ist diese hinterlegt, kann keine neue Person sich registrieren.« Für wen dies ein Problem darstellt, der kann sich bei der Terminhotline des Impfzentrums Traunstein unter der Nummer 08621/50 800 melden.

»Damit möchten wir allen Bürgern die Möglichkeit geben, sich vormerken zu lassen, auch wenn kein Computer oder Internetzugang vorhanden ist«, sagt Reithmeier. Im Zweifelsfall rät er dazu, für jeden Impfwilligen eine eigene kostenlose E-Mail-Adresse einzurichten.

Auf gut Glück nach Altenmarkt zu fahren, davon rät er dringend ab. »Ohne Termin ist aktuell keine Impfung möglich. Die Termine sind so geplant, dass alle Impfdosen verimpft werden.«

Anschrift der Lebensgefährtin angeben

Auf die Frage unseres Lesers mit Erstwohnsitz in Rheinland-Pfalz und Zweitwohnsitz in Rosenheim, sagt Reithmeier: »In der Terminvormerkung erfolgt eine automatische Zuweisung zu dem jeweiligen Impfzentrum. Wird daher die Adresse vom Zweitwohnsitz angegeben, erfolgt eine automatische Zuordnung zum Impfzentrum des Landkreises Rosenheim. Auf diese Zuweisung haben wir in den Impfzentren keinen Einfluss. Jedoch kann natürlich auch die Anschrift der Lebensgefährtin angegeben werden. Hier würde dann eine Zuweisung an das Impfzentrum des Landkreises Traunstein erfolgen.«

Zur Situation von Leserin Gudrun S. antwortet Reithmeier: »Aktuell können die Impfzentren den Anmeldungsstamm nicht einsehen. Daher können wir Ihnen leider keine Auskunft geben. Jedoch können Sie sich telefonisch nochmals registrieren lassen, um sicher zu gehen.« Weitere Informationen findet man im Internet beim Bayerischen Impfzentrum. coho

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