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Neue Fachakademie für Sozialpädagogik

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Sie stellten die Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik vor, die in Traunstein unter dem Dach   der Berufsschule 3 ab dem kommenden Schuljahr starten soll (von links): der ständige Vertreter der Schulleiterin, Dr. Martin Brunnhuber, Schulleiterin Barbara Spöttl und Landrat Siegfried Walch. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Der Bedarf an Erziehern in Südostbayern ist weiter hoch. Dem Rechnung tragend hat sich der Landkreis Traunstein als Schulträger in Zusammenarbeit mit der Schulleitung der Berufsschule 3 um eine Ergänzung zu den bereits angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten bemüht. Nach der nun erfolgten Genehmigung des Kultusministeriums wird dort ab September 2017 die Staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik ihren Betrieb aufnehmen. 25 Studienplätze stehen dann in den Räumlichkeiten an der Schnepfenluckstraße zur Verfügung, die Anmeldung für die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher ist ab sofort möglich. Ein Schulgeld wird nicht erhoben.


Landrat Siegfried Walch begrüßte im Rahmen einer Pressekonferenz die Entscheidung. »Das ist gut für die Region, der Bedarf ist unbedingt gegeben.« Man brauche in Südostbayern weiterhin qualifizierte Erzieher. Er freue sich über die Schule, die den Bildungsstandort Traunstein weiter aufwerte. »Bildung steht bei uns weiterhin ganz oben auf der Agenda, wir haben noch nie so viel für die Bildung ausgegeben wie jetzt«, betonte der Landrat. Dies wolle man als Sachaufwandsträger von 14 Schulen im Landkreis auch trotz einer nicht einfachen Haushaltslage beibehalten.

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Barbara Spöttl, Schulleiterin an der Berufsschule 3, betonte, dass die neue Fachakademie eine ideale Ergänzung für bereits bestehende Schulangebote sei. So könnten die Schüler der Berufsfachschule für Kinderpflege dort ohne weitere Verzögerung das dann dreijährige Anschlussstudium beginnen. »Es besteht ein hoher Bedarf danach bei unseren Schülern«, zeigte sie sich davon überzeugt, dass das Angebot der Akademie auf eine breite Nachfrage stoße.

»Das ist ein Puzzleteil in der Region, um ein gutes bestehendes Angebot nochmals aufzuwerten.« Die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung eröffne unter bestimmten Voraussetzungen daneben den Weg direkt weiter zum möglichen allgemeinen Hochschulstudium. Hilfreich für die Zusage durch den Kultusminister war unter anderem auch, dass man im Rahmen einer Datenanalyse nachweisen konnte, dass die Geburtenrate beziehungsweise die Altersgruppe von 0 bis 19 Jahren im Landkreis Traunstein und Umgebung zunehme. Ergänzende Erhebungen von der Agentur für Arbeit belegten dazu, dass im Durchschnitt 37 offene Stellen für Erzieher in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf registriert wurden.

Keine Konkurrenz zu bestehendem Angebot

Wichtig war den Beteiligten, dass man mit der neuen Fachakademie nicht in Konkurrenz zum seit dem Jahr 2010 bestehenden Angebot des Diakonischen Werks treten wolle. »Wir haben einen anderen Schwerpunkt«, betonte Schulleiterin Spöttl. So habe man mit der Fokussierung auf die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) ein Alleinstellungsmerkmal. Diese Vertiefung können die Studierenden in unterschiedlichen Altersgruppen wählen. Ziel ist es dabei, die mathematisch-naturwissenschaftliche Erziehung von Kindern zu fördern. Die Ausrichtung sei in Zusammenarbeit und Abstimmung mit der regionalen Wirtschaft entstanden. Man habe die Überlegungen und Ausrichtung mit dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft diskutiert und abgestimmt.

Interessierte können sich unter Telefon 0861/98 60 00 an der Berufsschule 3 informieren. awi