weather-image

Neue Bestätigungen für den Chiemgau-Impakt

3.5
3.5
Bildtext einblenden
Die in Traunstein wiedergewählte Vorstandschaft des Fördervereins Chiemgau-Impakt (von links): Stellvertretender Vorsitzender Werner Mayer, Stellvertretender Vorsitzender Dr. Michael A. Rappenglück, Vorsitzender und Stellvertretender Landrat Josef Konhäuser, Schriftführer Hans-Peter Matheisl und Kassier Alfred Dufter. (Foto: Müller)

Traunstein. Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins Chiemgau-Impakt stand ganz im Zeichen der Neuwahlen und des Vortrages »Unsere Erde unter kosmischem Beschuss – Neues vom Chiemgau Impakt«. »Wir haben mittlerweile 60 Mitglieder«, freute sich Vorsitzender Josef Konhäuser im Bräustüberl. Mit 30 Mitgliedern habe man den Verein zur Förderung der Erforschung des südostbayerischen Meteoritenkrater-Streufeldes im Oktober 2006 gegründet.


Ein Sonderlob erhielt Professor Dr. Dr. Kord Ernstson, der stets die wissenschaftliche Arbeit hochhalte und »auch im letzten Jahr die treibende Kraft war«. Es sei sehr ärgerlich, so Konhäuser, dass das Landesamt für Umwelt (LfU) Dinge zur Toteislöcher-Theorie veröffentlicht habe, die bereits mehrfach widerlegt seien. Dies habe man auch in Briefen an das LfU zum Ausdruck gebracht.

Anzeige

Kassenwart Alfred Dufter vermeldete einen Überschuss. Dieser erkläre sich auch damit, dass »die Kosten für Grabungen und Forschung von anderen (Instituten) übernommen wurden«. Den Löwenanteil bei den Einnahmen bildeten die Mitgliedsbeiträge. »Mit Euren Beiträgen gehen wir weiterhin sparsam um«, versprach Konhäuser.

Einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden Vorsitzender Josef Konhäuser, seine Stellvertreter Dr. Michael A. Rappenglück und Werner Mayer, Schriftführer Hans-Peter Matheisl und Kassenwart Alfred Dufter. Rudi Leitermann und Peter Wöhrl bleiben Kassenprüfer. Das Sommerfest soll am Tüttensee sein. Matheisl erinnerte an das neue Internet-Forum für Mitglieder.

»Die Erforschung des Chiemgau-Impakts ist 2012 erneut einen großen Schritt weiter gekommen«, betonten Professor Ernstson und Dr. Rappenglück und verwiesen auf mehrere Fachpublikationen in renommierten Journalen. Leider sei die Feldarbeit am Tüttensee zuletzt etwas zu kurz gekommen. Die Forscher zeigten Filmaufnahmen bei Werner Mehl, einem Spezialisten für Hochgeschwindigkeits-Fotografie. Mit zwei Spezialkameras, die bis zu eine Million Bilder pro Sekunde aufnehmen können, seien bei Hochgeschwindigkeitsschüssen von Projektilen auf künstliche Böden die Entstehung von Kratern und der Auswurf von Material beobachtet worden.

Andere Schockexperimente hätten gezeigt, wie »bei höchster Druckbelastung und Zugentlastung Gesteine auseinanderreißen«. Damit lasse sich auch die Entstehung des am Tüttensee gefundenen exotischen Materials erklären. Mit der russischen Wissenschaftlerin Tatyana Shumilova habe man eigenartige diamantähnliche und glasartige Kohlenstoffe analysiert. Große Bedeutung komme dem Nachweis des extrem raren Eisensilizids Hapkeit aus einem Krater bei Marktl zu, denn dieses Mineral sei nur von Meteoriten bekannt. Die Eisensilizide Gupeit und Xifengit, die zusammen mit Hapkeit in der Marktl-Probe vorkommen, habe man auch in Bodenproben am Tüttensee nachgewiesen.

»Das außerordentlich erfolgreiche Forschungsjahr 2012« sei mit einer »faszinierenden Höhlenexpedition« in der Sonntagshornhöhle bei Ruhpolding ausgeklungen. Höhlenforscher und ein Mitglied des Chiemgau Impakt Research Teams machten dort Untersuchungen an vermutlich durch ein Schockphänomen abgerissenen Tropfsteinen. Da diese Erscheinungen nur in wenigen Höhlen in der Nähe des Chiemsees zu finden seien, werde nun untersucht, ob es sich um Auswirkungen des Meteoriteneinschlags vor 4000 bis 2500 Jahren handle, erklärten die Forscher. Man freue sich auf eine »spannende Forschungssaison 2013«. mmü