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Neue Bergegeräte für die Bergwacht

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Zwei Bergegeräte für die Seilbahn übergab Bürgermeister Dögerl an den Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grassau, Martin Plenk.

Marquartstein. Widrige Witterungsumstände, eine voll besetzte Seilbahn und dann ein Seilbahnstillstand aufgrund einer Schadenslage – diese Schlagwörter waren die Grundlage für eine groß angelegte Evakuierungsübung der Bergwacht Grassau im Frühjahr letzten Jahres in Zusammenarbeit mit den umliegenden Bergwachtbereitschaften Marquartstein, Schleching, Bergen, Aschau, der Feuerwehr Marquartstein, der Polizei und dem Landrettungsdienst.


Eine daraus gewonnene Erkenntnis war es, dass der Faktor Zeit nicht zu unterschätzen ist. Trotz enormer Mannschaftsstärke war es bisher manchmal nicht möglich, gesetzte Vorgaben umzusetzen. So zeigte sich bei der Übung, dass, sobald ein Ereignis wie eine außerplanmäßige Bergung einer Person aus einem anderen Bergeabschnitt hinzukommt, sich die gesamte Rettungskette enorm verzögert. Denn für einen solchen Fall muss eine komplette Bergemannschaft samt Rettungsgerät abgezogen werden.

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In der Nachbesprechung zu dieser Übung wurde zusammen mit der Gemeinde Marquartstein beschlossen, dass ergänzend zu den bereits vorhandenen Rettungsgeräten zwei weitere komplett ausgestattete Rettungsgeräte nach den Vorgaben der Bergwacht Bayern angeschafft werden. Diese Rettungsgeräte werden eingesetzt, wenn etwa an der Hochplattenbahn Fahrgäste über das Tragseil aus den Kabinen gerettet und abgeseilt werden müssten. Aufgrund der Investition von rund 3600 Euro in die beiden neuen Rettungsgeräte ist es nun möglich, ohne Zeitverzögerung mit vier Bergesystemen mit einer Evakuierung zu beginnen. Eine unnötige Zeitverzögerung, bis im Ernstfall die ergänzenden Bergegeräte aus Aschau oder Ruhpolding am Ort wären, könne nunmehr vermieden werden. Der Faktor Zeit kann also zugunsten der Bergung umgekehrt werden.

Ergänzend zu der Bergeübung im vergangenen Jahr üben die Bergwachten Grassau und Marquartstein jährlich zu Beginn der Sommersaison den Umgang mit dem Liftbergegerät sowohl an der Hochplattenbahn als auch im gemeinsamen Simulationszentrum der Bergwacht Bayern in Bad Tölz. Nur wenn der Umgang mit dem standardisierten Bergeverfahren absolut verinnerlicht ist, kann der Vorteil des sehr hochwertigen Systems effektiv genutzt werden.

Nach der langen Lieferzeit des Herstellers wurden die beiden neu angeschafften Systeme nun ihrer Bestimmung übergeben. »Die Gemeinde Marquartstein setzte die Verbesserungsvorschläge resultierend aus der Übung ohne unnötige Bürokratie um und beauftragte die Bergwacht mit der Beschaffung des benötigten Materials«, freute sich Bereitschaftsleiter Martin Plenk und würdigte die unkomplizierte Zusammenarbeit.