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Neue Baugrundstücke in Reit im Winkl

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Am Mühlenweg, unweit der Blindauer Brücke, sind elf Parzellen vorgesehen. Der Reit im Winkler Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung den Bebauungsplan. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Eine neue Siedlung entstehen soll in Reit im Winkl, am Mühlenweg unweit der Blindauer Brücke: Die Weichen dafür hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gestellt, indem der dort geltende Flächennutzungsplan einstimmig geändert worden ist. Auch der entsprechende Bebauungsplan wurde ohne Einwände gebilligt. Damit könnten dort voraussichtlich noch heuer die ersten Einfamilienhäuser entstehen.


Fünf der insgesamt elf Parzellen werden dabei dem Reit im Winkler Familien-Ansiedlungsmodell zur Verfügung stehen, sie werden unter vergünstigten Konditionen an Interessenten verkauft. Bei der Sitzung wurden aber auch Details darüber bekannt, welche Festsetzungen für diese Wohnhäuser gelten sollen. Uneinigkeit herrschte bei den Räten in der Frage, ob es generell eine Auflage sein könne, die Gebäude an die kommunale Nahwärmeversorgung anzuschließen.

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Für die elf Wohnhäuser, deren gesamte Bebauungsfläche unter dem Titel »Am Gasteig« zusammengefasst ist, gelten beispielsweise als Grundfläche jeweils maximal 130 Quadratmeter, eine zusätzliche Garage dürfe höchstens 50 Quadratmeter groß sein. Zulässig seien je Haus zwei Wohnungen. Die Gebäude dürften in ihrer seitlichen Wandhöhe 6,50 Meter nicht überschreiten. Auch ein Wintergarten sei erlaubt, wodurch aber die Baugrenzen nicht überschritten werden dürften.

Bei diesen Details und etlichen Festsetzungen mehr herrschte bei den Räten weitestgehend Einigkeit. Als Auflage möchte die Gemeindeverwaltung ferner festsetzen, dass die künftigen Hausbesitzer ihr Wohngebäude vom örtlichen Biomasse-Heizkraftwerk mit Wärme versorgen lassen müssen. Während die Räte diese Forderung grundsätzlich zwar unterstützten, gab es erhebliche Unsicherheit dabei, ob eine solche Verpflichtung juristisch haltbar sei.

»Ich habe hier große Zweifel, hier sollte unbedingt auf Rechtssicherheit hin geprüft werden«, erbat beispielsweise Georg Speicher (Freie Wähler). Andreas Heigenhauser (CSU), Zweiter Bürgermeister und gleichzeitig Geschäftsführer des Heizkraftwerks, wollte demgegenüber nicht jedem Interessenten definitiv versprechen, dass er einen Anschluss erhalte. »Es könnten auch Gründe dagegen sprechen.« Allerdings habe die Gemeinde durchaus im Sinne des Allgemeinwohls das Recht, auf die umweltschonende Nahwärme zu drängen, so Heigenhauser.

Michael Neumaier, ebenfalls Freie Wähler, bedauerte, dass das Baugebiet nur Einfamilienhäuser ermögliche, nicht aber Doppel- oder Mehrfamilienhäuser. Hier entgegnete Bürgermeister Josef Heigenhauser, dass alle derzeit bekannten Bauwerber befragt worden seien, für ein Mehrfamilienhaus habe sich aber niemand interessiert. »Wir müssen schon so planen, wie die Leute es wollen.«

Damit nun am »Gasteig« eine neue Siedlung entstehen kann, dafür hat die Gemeinde wesentliche Aufgaben abgearbeitet, wie weiterhin bekannt wurde: Für die Wasserversorgung sorgt der Wasserbeschaffungsverband Blindau, auch der Anschluss an das Klärwerk ist gewährleistet. Die Flächen für die öffentlichen Zufahrtsstraßen hat die Gemeinde erworben und so gesichert. ost