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Neue Aufgaben für den Verein »Licht für Kinder«

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Gabriele Liebetruth (links) übernimmt mit Unterstützung von Anna Lösch (rechts) das Amt der Schatzmeisterin. Darüber freut sich Vorsitzende Rosl Hübner. (Foto: Mix)

Traunreut. Der Verein »Licht für Kinder« erweitert sein Aufgabenspektrum und wird künftig auch außerhalb des Traunreuter Stadtgebiets tätig sein. In der Jahreshauptversammlung stimmten die Mitglieder mehrheitlich dafür, die Spielgruppe »Mäusebande« in Nußdorf zu übernehmen.


In den letzten Jahren haben sich die Aufgaben des Vereins, der sich »die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Integration in Traunreut« zum Ziel gemacht hat, verändert. Einige ursprüngliche Betätigungsfelder, wie die Wichtelgruppe und die Mittagsbetreuung an den Schulen, sind weggebrochen beziehungsweise durch staatliche Einrichtungen übernommen worden. Wie Vorsitzende Rosl Hübner erklärte, hält der Vorstand des Vereins stets die Augen offen, um neue Aufgabenfelder zu eruieren. Dazu gehört nun eine Mutter-Kind-Gruppe zur Integration von Familien mit erhöhtem Förderbedarf, die bereits aus sechs Frauen und acht Kindern besteht und künftig vom Verein »Licht für Kinder« als Träger geleitet wird.

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Zwölf Kinder besuchen Spielgruppe in Nußdorf

Die Spielgruppe »Mäusebande« in Nußdorf besuchen zwölf bis 13 Kinder an zwei Vormittagen pro Woche. Sie treffen sich seit November 2013 in den ehemaligen Jugendräumen des Pfarrheims in Nußdorf. Auch hier will der Verein künftig als Träger auftreten und dazu die Satzung dahingehend ändern, dass der Zusatz beim Vereinszweck »in Traunreut« gelöscht wird. Margit Parzinger sprach sich dagegen aus, da man sich damals bei Gründung des Vereins ganz bewusst entschlossen habe, für Traunreuter Kinder und Traunreuter Familien tätig zu werden und nicht außerhalb des Stadtgebiets. Die Mitglieder stimmten jedoch mehrheitlich dafür, die Spielgruppe in Nußdorf aufzunehmen. Befürwortet wurde auch die finanzielle Unterstützung von schulischen Aktivitäten wie kulturelle Ausflüge oder Skilager mit einer einmaligen Summe von 100 Euro, an denen Kinder aus finanziellen Gründen ansonsten nicht teilnehmen könnten.

Eine weitere mögliche Aufgabe des Vereins könnte der in Traunreut geplante »Seniorengarten Auszeit« werden, bei dem Demenzkranke an drei bis vier Tagen pro Woche über mehrere Stunden betreut und die pflegenden Angehörigen dadurch entlastet werden sollen. Dieser Bereich würde ebenfalls eine Satzungsänderung notwendig machen, da bisher nur Kinder, Jugendliche und Familien betreut wurden und keine Senioren. Rosl Hübner will darüber erst noch im Vorstand diskutieren. Klaus Güstrau nutzte die Versammlung, um die Idee des »Seniorengartens« vorzustellen, der im September hätte starten sollen. Derzeit sind jedoch noch einige Fragen zu klären und es fehlt noch ein Träger, sodass sich der Start wohl verschieben wird.

Weiterhin gut laufen die bewährten Angebote des Vereins: Vorbereitung auf weiterführende Schulen, Hausaufgabenhilfe an Sonnenschule und Mittelschule, Quali-Vorbereitungskurs, Deutschförderkurs für Vorschulkinder und Vermittlung persönlicher Nach- oder Hausaufgabenhilfe.

Laut Kassenbericht von Margit Parzinger erwirtschaftete der Verein 2013 einen Überschuss in Höhe von 4436 Euro und konnte damit das Defizit der beiden Vorjahre ausgleichen. Margit Parzinger gab das Amt der Schatzmeisterin ab, da sie beruflich sehr eingespannt ist. Als neue Kassiererin wurde Gabi Liebetruth gewählt, die dabei von Anna Lösch unterstützt wird. Für die bisherige Kassenprüferin Gabi Liebetruth wurde Susanne Kern als neue Prüferin gewählt.

»Sie sind hoch motiviert und wollen lernen«

Die Förderung und Integration minderjähriger Flüchtlinge könnte laut Rosl Hübner ein mögliches Engagement für »Licht für Kinder« sein. Thomas Lobendank, Leiter des Jugendsiedlung-Wohnheims in Traunreut, berichtete über die Situation der zehn jugendlichen Flüchtlinge, die derzeit in einer Wohngruppe der Jugendsiedlung leben. Er hat die beiden 14-jährigen Buben Bahabelom und Khassay aus Eritrea mitgebracht, an die die Besucher auch Fragen richten konnten. Auf Nachfrage erzählten die beiden Buben beispielsweise, dass sie seit ihrer Ankunft in Traunreut ab und zu telefonisch Kontakt mit ihrer daheimgebliebenen Familie haben. Thomas Lobendank erzählte ein wenig vom Alltag der Jugendlichen, die seit Februar in Traunreut sind, sich an die fremde Umgebung und Kultur gewöhnen mussten und vorrangig erst einmal Deutsch lernen. Sie hätten eine sehr gute Auffassungsgabe und lernten eifrig und schnell. Ab September besuchen die beiden Buben aus Eritrea die Mittelschule in Traunreut. Einer der Flüchtlinge wird auf die Walter-Mohr-Realschule gehen, der andere die Berufsschule besuchen. »Diese jungen Menschen sind alle hoch motiviert und wollen lernen. Sie zeigen uns auch, was Demut ist, Dankbarkeit und Bescheidenheit«, erklärte Thomas Lobendank. In seinen Augen gehe es nun darum, den minderjährigen Flüchtlingen, die von der Flucht noch lange seelische und auch körperliche Folgen ertragen müssen, zu helfen, damit sie in Deutschland Fuß fassen können. Ziel der Förderung und Unterstützung dieser jungen Menschen sei es, sie gut zu etablieren, sodass sie mit 18, wenn für sie das normale Asylverfahren für Erwachsene anläuft, nicht zurückgeschickt werden. Für den Heimleiter steht fest: »Das sind Menschen, die uns gut tun. Mit ihrem Wissen und ihrer Tatkraft können sie vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft werden.« Auch die übrigen Jugendlichen in der Jugendsiedlung würden von den Flüchtlingen profitieren und könnten sich von ihnen viel abschauen. Bereits jetzt seien die zehn jungen Männer gut integriert, sind in Traunreuter Sportvereinen tätig und einer wird im Herbst eine Berufsausbildung bei einem Bauunternehmen in der Stadt beginnen. mix